Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt

Soziale Einrichtungen und Dienste im Umgang mit Wetterextremen und deren Folgen stärken
Mitarbeiter des DRK reicht bei Hitze einer Seniorin ein Glas Wasser

In dem Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ geht es um Maßnahmen zur Vorbereitung auf und Bewältigung von Wetterextremen und ihren Folgen. Soziale Einrichtungen und Dienste sollen mit den im Projekt erarbeiteten Maßnahmen bei der Bewältigung der Folgen der Klimakrise unterstützt werden. Dabei steht besonders die Langzeitpflege im Fokus.

Was ist Klimaanpassung?

Nach dem Klimaanpassungsgesetz (2024) ist Klimaanpassung die Ausrichtung an den aktuellen oder erwarteten Auswirkungen des Klimawandels. Klimaanpassung bedeutet u.a. Schutz vor Wetterextremen, Vorbereitung auf und Bewältigung von Wetterextremen und ihren möglichen Folgen. Zu den Folgen können Stromausfälle, Evakuierung oder Versorgungs-Priorisierungen gehören. 

Hellblaues Bild mit Icon einer Person mit Gehhilfe

Klimakrise und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen

Hitzewellen, Hochwasser und andere Folgen der Klimakrise bedrohen schon heute die Gesundheit der Menschen in Deutschland. Die Klimakrise führt dazu, dass solche Ereignisse weiter zunehmen werden. Besonders Menschen, die bereits im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, sind in Wetterextremen stark gefährdet. In dem Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrtspflege“ werden Maßnahmen zur Vorbereitung auf und zur Bewältigung von Wetterextremen entwickelt. Dabei liegt der Schwerpunkt bei Einrichtungen der DRK-Langzeitpflege.  

Mitarbeiterin des DRK wischt sich bei Hitze den Schweiß von der Stirn

Soziale Einrichtungen und Dienste stärken

Für Mitarbeitende in sozialen Einrichtungen und Diensten stellen Klimafolgen wie Hitzewellen eine enorme Belastung dar, die ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Um Bewohnerinnen und Bewohner oder Klientinnen und Klienten, z.B. pflegebedürftige Menschen auch in solchen Wetterextremen gut versorgen zu können, ist es wichtig, dass soziale Einrichtungen und Dienste befähigt werden, eigenständig niedrigschwellige Anpassungsmaßnahmen vornehmen zu können. 

 
 

Materialien und Veröffentlichungen

  • Eine Frau hält die Praxisanreichung in den Händen

    Die Praxishandreichung

    Der Klimawandel in Deutschland führt zu einer Zunahme an Wetterextremen, wie Hitze, Starkregen und Starkwind. In der Folge können Stromausfälle auftreten und eventuell sind Räumungen und Priorisierungen erforderlich. Wie können sich soziale Einrichtungen und Dienste auf Wetterextreme vorbereiten, und wie können sie diese bei Eintritt so gut wie möglich bewältigen? In der Praxishandreichung finden sich Hinweise und Praxistipps, links und Literaturhinweise sowie Ablaufpläne.

    Impulspapier Klimaanpassung in der DRK-Langzeitpflege

    Die Auswertung einer Erhebung in Einrichtungen und Diensten der DRK-Langzeitpflege des Deutsches Rotes Kreuz zeigt, wie Pflegeeinrichtungen ihre zukünftige Betroffenheit durch Wetterextreme einschätzen und welche Anpassungsmaßnahmen zum Schutz besonders vulnerabler Menschen bereits umgesetzt sind oder fehlen.

  • Das Hitze-Bingo

    Das Hitze-Bingo bietet die Möglichkeit, auf spielerische Weise für das Thema „Hitze“ zu sensibilisieren und Wissen zu vermitteln. Das Wissen und die Erfahrungen der Spielerinnen und Spieler kann einbezogen und so vielleicht weniger bekannte Hitze-Tipps, kreative Ideen oder interessante Praxiserfahrungen zusammengetragen werden. Das Hitze-Bingo kann mit unterschiedlichen Gruppen gespielt werden, z.B. mit den Mitarbeitenden, bei Veranstaltungen von Bewohnerinnen und Bewohnern, bei Angehörigen-Abende oder Veranstaltungen mit Ehrenamtlichen.

    Bingo Karten A4 zum Selbstausdrucken

    Bingo-Schein A4 zum Selbstausdrucken

    Hintergrund Informationen Hitze-Bingo

    Hitze-Bingo als Einstieg

    Spielanleitung_Hitze-Bingo

    Projekt-Poster "Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt"

    Das Projekt-Poster bietet einen kompakten Überblick über das vorgestellte Vorhaben. Es enthält die zentralen Inhalte, Zielsetzungen und Ergebnisse auf einen Blick. Es steht hier zur Ansicht und zum Download bereit.

  • Das Plan-Spiel “Was wäre, wenn…?”

    Das Planspiel „Was wäre, wenn…?“ dient der Sensibilisierung für ein Thema, das bisher für manche sozialen Einrichtungen relativ „neu“ ist, das jedoch mit der zunehmenden Klimakrise und anderen Schadensereignissen an Bedeutung gewinnt. Es bietet die Möglichkeit, sich spielerisch mit dem Thema zu befassen: Mit welchen Herausforderungen müssen Führungskräfte und Mitarbeitende rechnen, wenn sich die Lage weiter zuspitzt, wenn ein Stromausfall droht und nicht klar ist, wie lange die Krise andauern wird? Ziel des Spiels ist der „gedankliche” Einstieg in das Thema. 

    Planspiel Rollen-Karten zum Ausschneiden

    Plan-Spiel_als_Einstieg_in_Klimaanpassung_und_Vorbereitung_auf_Stromausfaelle

    Spielanleitung_Planspiel

    Szenario_zum_Ausdrucken

Die Multiplikatoren-Schulungen

Vorbereitung auf Wetterextreme, Stromausfälle und Evakuierungen
Dr. Andrea Nakoinz; Quelle: Schätzle/DRK-Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Wie können soziale Einrichtungen und Dienste, z.B. Pflegeeinrichtungen, sich auf Wetterextreme und deren Folgen wie Stromausfälle, Evakuierungen und Versorgungs-Priorisierungen, vorbereiten? Das war das Thema der ganztägigen Multiplikatoren-Schulungen zur Klimaanpassung, die im November und Dezember 2026 durchgeführt wurden. An den fünf Schulungen in DRK-Landesverbänden nahmen über 100 Mitarbeitende aus dem DRK teil: Führungskräfte und Mitarbeitende aus Landes- und Kreisverbänden und aus sozialen Einrichtungen, vorwiegend aus dem Bereich der Langzeitpflege, aber auch aus Kitas und von Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie aus dem Katastrophenschutz.

Die Schulungen umfassten mehrere Module. Das Modul zu Hitze und Hitzewellen gestalte Fr. Dr. Andrea Nakoinz. Sie zeigte die Entwicklung des fortschreitenden Klimawandels und seine Folgen für die menschliche Gesundheit auf, insbesondere für besonders gefährdete Personengruppen. Sie gab anschauliche und umfassende Hinweise, wie bauliche und personenbezogene Anpassungsmaßnahmen vor den Folgen von Hitze(wellen) schützen können.  Zudem informierte Fr. Dr. Nakoinz über aktuelle bundes- und landesbezogene Fördermöglichkeiten für Klimaanpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen.

Dr. Heidi Oschmiansky, Quelle: Decker/DRK-Generalsekretariat

Das Modul über weitere Wetterextremen und deren Folgen wie Stromausfälle, Evakuierungen und Versorgungs-Priorisierungen übernahm Fr. Dr. Oschmiansky. Sie zeigte mögliche Folgen von Wetterextremen für soziale Einrichtungen und Dienste auf und gab Hinweise, wie sich soziale Einrichtungen und Dienste darauf vorbereiten können. Dazu gehören organisatorische Maßnahmen, wie die Erstellung von Betroffenheitsanalysen, Schulungen und Übungen. Insbesondere eine Vernetzung mit anderen sozialen Einrichtungen und dem lokalen Katastrophenschutz sind zur Vorbereitung auf Wetterextreme hilfreich.

In jeder Schulung wurde von einem Katastrophenschützer aus dem jeweiligen Landeverband in einem Vortrag dargelegt, welche Möglichkeiten und Grenzen der Katastrophenschutz zur Unterstützung hat, warum eine Vorbereitung der sozialen Einrichtungen und Dienste wichtig ist und wie ihre Vernetzung mit dem lokalen Katastrophenschutz(-Beauftragten) gestaltet werden kann (siehe dazu die Beiträge zu den fünf Multiplikatoren-Schulungen).

Lison Decker, Quelle: Oschmiansky/DRK-Generalsekretariat

Die Veranstaltung wurde mit der Vorstellung von zwei im Projekt entwickelten Krisen-Spielen abgerundet, die z.B. von sozialen Einrichtungen mit ihren Mitarbeitenden genutzt werden können. Lison Decker spielte mit den Teilnehmenden das „Hitze-Bingo“ sowie das Planspiel „Was wäre, wenn…?“ (in einer Pflegeeinrichtung der Strom ausfällt).

Die Spiele und die Praxishandreichung „Klimaanpassung in Einrichtungen und Diensten der DRK-Wohlfahrt“, die als gebundenes Exemplar an die Teilnehmenden der Schulungen verteilt wurden, und die die Themen der Schulung vertiefend ausführen, finden sich auf der Projektseite „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ zum Herunterladen.

Die 5 Multiplikatoren-Schulungen im Detail

  • Im DRK-Landesverband Hessen e.V.

    Von links nach rechts: Michael Rückert, Lison Decker, Dorothea Grund-Ückert, Hagen Schmidt; Quelle: Prellwitz/DRK-Landesverband Hessen e.V.

    Die Multiplikatoren-Schulung am 6. November 2025 in Wiesbaden eröffnete der stellvertretende Landesgeschäftsführer Herr Michael Rückert. Er erinnerte an vergangene Wetterextreme in Hessen, als ganze Dörfer von der Versorgung abgeschnitten waren und Pflegedienste zeitweise ihre Klientinnen und Klienten nicht aufsuchen konnten. Klimaanpassung, also die Vorbereitung auf Wetterextreme, sei daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit. 

    Hagen Schmidt, Referent Betreuungsdienst im Landesverband Hessen e.V. wies in seinem Vortrag darauf hin, dass ein Austausch der sozialen Einrichtungen und Dienste mit dem Katastrophenschutz-Beauftragten zur Krisenvorsorge sinnvoll sei und das „Komplexe Hilfeleistungssystem“ – eines der wichtigsten Strategie-Papiere im DRK - dafür einen guten Ansatz bietet. Eine Vorbereitung der Pflegeeinrichtungen und Dienste sei auch mit Blick auf die Grenzen des Katastrophenschutzes wichtig. Denn die Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes würden in einer Lage an vielen Stellen benötigt und könnten in einer Notunterkunft in der Regel keine pflegerische Versorgung leisten.

  • Im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

    Von links nach rechts: Dr. Andrea Nakoinz, Lison Decker, Manuel Gonzalez, Dr. Heidi Oschmiansky, Oliver Talke; Quelle: DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

    Am 12.11.25 fand in Mainz die zweite Multiplikatoren-Schulung statt. Herr Manuel Gonzalez, Vorstand vom DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz, begrüßte die Teilnehmenden und erinnerte an verschiedene Extremwetterlagen, in denen auch DRK-Einrichtungen betroffen waren.  Eine Vorbereitung auf Extremwetter und ihre möglichen Folgen sei angesichts des Klimawandels wichtig. In der Multiplikatoren-Schulung und der zur Verfügung gestellten Praxishandreichung zur Klimaanpassung würden wichtige Anregungen und Hinweise zu einem möglichen Vorgehen vermittelt.   

    Oliver Talke, Landes-Beauftragter und Fachberater für den Betreuungsdienst im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., machte in seinem Vortrag deutlich, dass in Einsatzlagen oft auch pflegebedürftige Menschen und andere Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen betroffen seien. Soziale Einrichtungen und Dienste sollten sich in solchen Lagen nicht auf den Katastrophenschutz verlassen, da dieser möglicherweise anderswo dringend gebraucht wird. Vorbereitungen der sozialen Einrichtungen auf Wetterextreme und andere Krisen sowie Evakuierungsübungen wären daher wichtig.  

  • Im DRK-Landesverband Baden-Württemberg e.V.

    Am 19.November 2025 fand die dritte Multiplikatoren-Schulung in Stuttgart statt. Die Veranstaltung war möglichst nachhaltig organisiert und konnte damit die Kriterien für ein Nachhaltigkeits-Label (green event Baden-Württemberg) erfüllen.  

    Die Präsidentin Fr. Barbara Bosbach des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg e.V.  und der Landesgeschäftsführer Marco Groß würdigten die Veranstaltung mit ihrem Besuch. Sie betonten die Bedeutung von Klimaanpassungsmaßnahmen beim DRK und der Vernetzung zwischen allen DRK-Aufgabenfeldern. So verwies Marco Groß auf das Komplexe Hilfeleistungssystem vom Deutschen Roten Kreuz e.V., das die vielfältigen Aufgabenfelder des Roten Kreuzes so verbindet, dass sie für die Bewältigung von Katastrophen aller Art unter einer einheitlicher Führungssystematik nutzbar sind. 

    Jan Mahne, Referent für vorausschauenden Bevölkerungsschutz und inklusive Katastrophenvorsorge im DRK-Landesverband Baden-Württemberg e.V., erläuterte am Beispiel des Hochwassers im Süden Deutschlands im Jahr 2024 die Möglichkeiten und Grenzen des Katastrophenschutzes zur Unterstützung von sozialen Einrichtungen und Diensten. Einsatzkräfte aus dem Katastrophenschutz könnten manchmal auch deshalb nur begrenzt unterstützen, weil sie z.B. selbst betroffen seien. Zudem verginge manchmal eine gewisse Zeit, bis die Einsatzkräfte ausrückten, da nicht immer sofort erkennbar sei, wie sich eine Lage entwickelt. Daher sei eine Vorbereitung von Pflegeeinrichtungen und anderen sozialen Einrichtungen und Diensten wichtig.  

  • Im DRK-Landesverband Thüringen e.V.

    Am 25.11.25 fand die vierte Multiplikatoren-Schulung in Erfurt statt. Der Vorstandsvorsitze Herr Lars Oschmann begrüßte die Teilnehmenden und wies darauf hin, dass eine Vorbereitung auf Krisenereignisse, wie Hitzewellen, Hochwasser oder Starkregen, zunehmend wichtig sei. Auch soziale Einrichtungen und Dienste müssten sich darauf einstellen. Die in der Veranstaltung vermittelten Hinweise zu Klimaanpassungsmaßnahmen könnten bei der Vorbereitung entsprechend unterstützen. 

    Olaf Braun, Leiter Fachdienst Sanitätsdienst und Katastrophenschutz-Beauftragter des DRK- Landesverbands Thüringen e. V.,erinnerte in seinem Vortrag an zahlreiche Krisen und Katastrophen in der Vergangenheit, in denen auch soziale Einrichtungen betroffen waren. Krisen und Katastrophen würden eher zunehmen und eine Vorbereitung der Einrichtungen und Dienste der DRK-Wohlfahrt sei wichtig. Denn entsprechend des Komplexe Hilfeleistungssystems des Deutschen Roten Kreuzes müssen alle Einrichtungen, Mitarbeitenden und Helfenden im Fall einer Krise die Bevölkerung zielgerichtet unterstützen.

  • Im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V.

    Dritter von links: Walter Redder, hintere Reihe, fünfter von links: Dr. Thomas Münzberg
    Quelle: DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V.

    Die fünfte und letzte Multiplikatoren-Schulung am 10.12.25 in Münster wurde von Fr. Michaela Augustin, Abteilungsleiterin Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V., eröffnet. Sie machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass der Klimawandel in Deutschland längst sichtbar sei und Klimaanpassung, verstanden als Vorbereitung auf Wetterextreme wie Hitzewellen oder Hochwasser, dringend nötig seien. Dies betreffe auch Einrichtungen der DRK-Wohlfahrt. Als größte Hilfsorganisation und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege sowie aufgrund seiner flächendeckenden Struktur verfüge das Deutsches Rotes Kreuz jedoch über besondere Potentiale, auch mit Blick auf die Vorbereitung auf Wetterextreme.   

    Hier knüpfte Dr. Thomas Münzberg, Fachbereichsleiter Katastrophenvorsorge, Suchdienst und Technische Dienste der Abteilung Nationale Hilfsgesellschaft und Gemeinschaften des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V., in seinem Vortrag an. Er verwies auf das Komplexe Hilfeleistungssystem und die Zusammenarbeit von Wohlfahrt und Bevölkerungsschutz in Krisen und Katastrophen. So kamen z.B. beim Hochwasser 2021 Pflegekräfte, auch aus dem DRK, aus Dortmund nach Erfstadt, um dort vom Hochwasser betroffene pflegebedürftige Menschen in einer Notunterkunft zu versorgen. Dr. Münzbergs abschließenden Worte leiteten zu weiteren Veranstaltung über: „Was würde Henry (Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, Anmerkung der Verf.) tun? – Mut haben. Es könnte gut werden.“ 

    Praxisnahe Hinweise gab Walter Redder, Leiter Technik des DRK-Seniorenzentrums Warstein. Er schilderte seine Erfahrungen und erläuterte das konkrete Vorgehen in seiner Einrichtung bei der Vorbereitung auf Wetterextreme und Stromausfälle. Auch wie eine Förderung für eine zukünftige Klimaanpassung unter Berücksichtigung von Klimaschutzmaßnahmen in seiner Einrichtung aussehen könnte, führte er aus. Mit seinem erfolgreichen Praxisbeispiel zeigte er anschaulich, wie Klimaanpassung in der Praxis möglich ist.  

Weitere bisherige Veranstaltungen

Die Praxis-Workshops - Klimaanpassung in der DRK-Langzeitpflege

Was Klimaanpassung konkret bedeuten kann – das wurde in vier Praxisworkshops mit Führungskräften und Mitarbeitenden aus teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten im Januar und Februar 2025 in den DRK-Landesverbänden Baden-Württemberg, Nordrhein, Sachsen und Westfalen-Lippe diskutiert. 

Dabei ging es um eigene Erfahrungen mit Wetterextremen im Arbeitskontext, um Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen und darum, wie diese ggfs. gelöst werden können. Gemeinsam wurden bauliche, organisationale und personenbezogene effektive Maßnahmen zusammengetragen, die vergleichsweise leicht umzusetzen sind.

  • Workshop beim DRK-Wohlfahrtskongress 2025

    Welche gesundheitlichen Folgen der Klimawandel schon heute für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, wie kleine Kinder und pflegebedürftige Menschen hat und wie soziale Einrichtungen, wie z.B. Pflegeeinrichtungen sich entsprechend vorbereiten können – das waren die Themen des Workshops beim zweitätigen DRK-Wohlfahrtskongress 2025 im März in Berlin Friedrichhain [Blogbeitrag - DRK Wohlfahrt].

    Bei dem Workshop stand die Praxisperspektive im Mittelpunkt, um konkrete Anregungen vorzustellen, aber auch, um mögliche Umsetzungsschwierigkeiten beleuchten zu können. So diskutierten Elisa Hartung und Nekisa Laura Bagheri vom Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialwissenschaften mit den Teilnehmenden praxisnahe Ansätze zur Gesundheitsförderung, nachdem sie die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Gesundheit sehr anschaulich dargestellt hatten. Dabei betonten sie die Bedeutung einer aktiven Einbindung von Akteuren, um so nicht nur individuelle Verhaltensweisen, sondern auch soziale, ökonomische und kulturelle Rahmenbedingungen im Veränderungsprozess stärker berücksichtigen zu können.

    Was konkret Einrichtungen der Langzeitpflege vorbereitend tun können mit Blick auf die zunehmenden Wetterextreme, war das Thema des zweiten Teils des Workshops. Nach einem Input zu den möglichen Folgen von Wetterextremen für soziale Einrichtungen und Dienste von Heidi Oschmiansky diskutierten dies die Fachberaterin für Pflege, Annett Fiedler vom DRK Kreisverband Uckermark West/ Oberbarnim e.V., und der Leiter einer Pflege- und Betreuungseinrichtung im DRK-Ortsverein Ravensberg e.V. in Halle/Westfalen. Beide waren sich einig, dass zu den vorbereitenden Maßnahmen neben baulichen Anpassungen und Anschaffungen, z.B. zur Verschattung oder mit Blick auf Stromausfälle als Folge von Wetterextremen, auch organisatorische Maßnahmen wie Schulungen und Übungen wichtig sind. So berichteten sie z.B. von Evakuierungsübungen mit den Mitarbeitenden oder Übungen und Gesprächen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern rund um das Thema „Stromausfall“. Eine große Herausforderung stellt aus ihrer Sicht die Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen dar, da viele Maßnahmen bisher nicht refinanziert werden.

  • Mehrere Personen sitzen an Tischen in einem Konferenzraum, eine Frau steht am Rednerpult und spricht.

    DRK-Landesreferentinnen und Landesreferenten Altenhilfe und Pflege

    Vom 5. bis 7. Mai fand das Treffen der DRK-Landesreferentinnen und -referenten Altenhilfe und Pflege in Wiesbaden statt – eine gute Gelegenheit, den aktuellen Stand im Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ vorzustellen und sich mit den Teilnehmenden auszutauschen. 

    Beim Austausch stand die Frage im Zentrum, was eine Informationsbroschüre für An- und Zugehörige von pflegebedürftigen Menschen mit Blick auf Wetterextreme enthalten könnte. Während es schon einige Broschüren zum Thema „Hitze“ für Angehörige gibt, die ihre Verwandten in deren Häuslichkeit pflegen, werden andere Wetterextreme und deren mögliche Folgen bisher kaum berücksichtigt. Auch die Frage, ob und wie An- und Zugehörige, deren Verwandten in einer Pflegeeinrichtung wohnen, bei Wetterextremen mit unterstützen können, spielt bisher kaum eine Rolle. Im Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ sollen diese Punkte in der zu erarbeitenden Broschüre für An- und Zugehörige berücksichtigt werden.

    Daher waren die zahlreichen praxisnahen Rückmeldungen der DRK-Landesreferentinnen und Landesreferenten Altenhilfe und Pflege ganz besonders wertvoll. Diese werden in der zu erarbeitenden Broschüre für An- und Zugehörige einfließen.

  • Fachtagung Innovationstransfer 

    Die diesjährige DRK-Fachtagung zum Innovationstransfern fand unter dem Motto „Starke Strukturen für starke Hilfe – das Komplexe Hilfeleistungssystem“  am 28. und 29. Juni 2025 in Leipzig statt. Dort wurde auch das Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ des DRK-Generalsekretariats vorgestellt, das die sozialen Einrichtungen und Dienste des DRK bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen unterstützt. 

  • 2. Betreuungsdienst-Symposium in Bad-Wildungen

    Das 2. Betreuungsdienst-Symposium des DRK-Landesverbandes Hessen e.V. fand am 29. und 30. August 2025 in Bad Wildungen statt. Mehrere Hundert Fach- und Führungskräfte aus dem Bevölkerungsschutz, Ehrenamtliche aus dem DRK-Betreuungsdienst und von anderen Hilfsorganisationen sowie Vertreter aus Verwaltung, Politik und Wissenschaft und Industriepartner waren vor Ort.

    Am zweiten Tag wurde das Projekt „Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt“ vorgestellt. Dabei war die Kernbotschaft, ganz im Sinne des Komplexen Hilfeleistungssystems des DRK: „Vernetzt euch!“ Denn ein Austausch auf lokaler Ebene zwischen Katastrophenschutz und Wohlfahrt kann in der Vorbereitung auf den Wetterextreme für beide Seiten sehr hilfreich sein.

Links

Das Projekt

„Klimaanpassung in der DRK-Wohlfahrt (Schaffung einer Personalstelle für Klimaanpassung im DRK e.V.) wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).

Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm “Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“. Das Förderkennzeichen lautet: 67APS0737. Projektträger ist die ZUG (Zukunft – Umwelt – Gesellschaft) gGmbH.

Projektleitung Klimaanpassung Dr. Heidi Oschmiansky

Sie haben noch Fragen?

Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich gerne an die Projektleitung Dr. Heidi Oschmiansky.  

E-Mail: h.oschmiansky(at)drk.de