Seminargruppe
Ümit Yüzen, DRK e.V.

Veranstaltungsdokumentationen

  • Niedrigschwellige Elternangebote, 04.-05.11.2021, Berlin

    Kinder haben ein Recht auf Gesundheit, Bildung, Mitbestimmung, Spiel und Freizeit, Schutz vor Gewalt, Achtung ihrer Würde und auf eine förderliche Umgebung​. Eltern und Personensorgeberechtigte tragen durch ihre Erziehungshaltung entscheidend dazu bei, das Wohlergehen, die natürliche Entwicklung und Fähigkeiten ihrer Kinder zu fördern, indem sie die Rechte ihrer Kinder achten. 

    Alle Eltern haben das Recht auf Unterstützung, Förderung und Stärkung ihrer Kompetenzen bei der Erziehung ihrer Kinder und im Zusammenleben in der Familie. Familienbildungsangebote vermitteln ihnen diese Kompetenzen, deren präventive Wirkung gut belegt sind. Familien sind so unterschiedlich wie die Gesellschaft, in der sie leben. Sie lassen sich durch unterschiedliche Formate der Angebote, verschiedene Personengruppen, Institutionen und Kooperationen im sozialen Raum erreichen.

    Die Fachtagung bietet fachlichen Input und Raum für Austausch zu Niedrigschwelligen Angeboten in der Familienbildung. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden in den Blick genommen, die entscheidend dafür sind, ob die Familienbildung ihr ganzes Potential entfalten kann.

    Moderation: Maja Hebel, Graphic recording: Jana Kreisl.

    Programm

    04.11.2021

    Diversität und Wandel in der Erziehung in Migrantenfamilien (DIWAN)Dr. Eveline Reisenauer, Deutsches Jugendinstitut e.V.,
    In wissenschaftlichen und öffentlichen Diskursen erfährt die Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern und -jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Aufmerksamkeit. Demgegenüber zeigen sich merkliche Erkenntnisdefizite in Hinblick auf Familienbeziehungen, Sozialisationsziele und Erziehung in Migrationsfamilien. Um dieser Forschungslücke zu Erziehung in Familien unterschiedlicher Herkunft zu begegnen, wurden in dem Forschungsprojekt „Diversität und Wandel der Erziehung in Migrantenfamilien“ (DIWAN) migrationsspezifische Erziehungsentwürfe und -praktiken untersucht. Darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, welche Herausforderungen sich durch Migration und der damit einhergehenden kulturellen Diversität für die Familienbildung stellen. Der Vortrag beleuchtet das komplexe Forschungs- und Handlungsfeld von Erziehung und Migration, indem er sowohl die Erziehung von Eltern mit Migrationserfahrung als auch die migrationsbezogene Familienbildung in den Fokus rückt.
    Powerpoint, graphic recording

    Der DRK Elterncampus, Luise Springer, DRK Generalsekretariat,

    Auf dem DRK Elterncampus werden akut betroffene Gruppen (bspw. junge Familien mit Neugeborenen, alleinerziehende Mütter/Väter) in Zeiten von Social Distancing zusammengeführt und wir ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, die vielen emotional fehlt. Auf der Plattform bieten DRK Gliederungen virtuelle Live-Kurse an, welche von den Kursleistungen (inkl. Video-und Audioübertragung) durchgeführt werden. Dabei können die Teilnehmenden Ihre Fragen stellen und sich auch untereinander austauschen. Wir verfolgen bei der Entwicklung sowie der Weiterentwicklung einen radikalen Nutzerfokus und stellen die Bedürfnisse der Eltern in den Mittelpunkt. So möchten wir ein Produkt schaffen, welches Eltern bestmöglich unterstützt.
    Aktuelle Kurskategorien auf dem DRK Elterncampus:
    • Erste-Hilfe am Kind
    • Familienleben
    • Babyernährung & Beikost
    • Schwangerschaft & Geburt
    • Baby`s erstes Jahr (Kursthemen rund um das erste Jahr mit Kind, u.a. Durchschlafen, Abstillen)
    Mit einer digitalen Plattform für virtuelle Kursangebote möchten wir gleichzeitig das Szenario einer zentralen Plattform testen, Hypothesen überprüfen und die Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes für das DRK erörtern. Die Plattform ermöglicht es unseren DRK Gliederungen mit ihren Zielgruppen trotz Pandemie-Lage in den Dialog zu treten und Unterstützung anzubieten. In Abgrenzung zum regionalen Einstieg auf der drk.de (via Postleitzahl), bildet der DRK Elterncampus aus Nutzerperspektive alle Schritte der Kurssuche und -buchung (darunter die Information, Buchung, Bezahlung und Durchführung von Kursen) zentral ab. Durch die zentrale Sammlung von Nutzerfeedback kann die Plattform schneller optimiert und erweitert werden.
    Seit November 2020 bieten wir virtuelle Live-Kurse auf dem DRK Elterncampus an. Start der Plattform liegt die durchschnittliche, monatliche Teilnehmerzahl bei 80 Personen. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit verzeichneten wir jedoch allein im Oktober 260 Kursbuchungen. Die Kurstypen werden von den Eltern unterschiedlich nachgefragt. So ist Erste-Hilfe am Kind durchweg ausgebucht während in anderen Kursen („Baby‘s erstes Jahr“) manchmal auch nicht die Mindestteilnehmerzahl erreicht wird. Nach jedem stattgefundenen Kurs fragen wir die Teilnehmenden nach ihrer Meinung. Auf Basis dieses Feedbacks verbessern wir unsere Angebote und die Plattform kontinuierlich. Bis dato haben wir sehr viel positiven Zuspruch von Eltern erhalten und es wird deutlich, dass wir mit virtuellen Kursen eine größere Zielgruppe erreichen und auch Personen ansprechen, welche bis dato noch keinee Berührungspunkte mit dem DRK hatten.
    In den nächsten Monaten werden wir die Plattform kontinuierlich weiterentwickeln. So integrieren wir u.a. eine Chat-Funktionalität und die Möglichkeit, Gutscheincodes zu nutzen. Auch inhaltliche Erweiterung um Unterstützungsformate wie Eins-zu-Eins Beratung sowie Austausch- und Vernetzungstreffen sind angedacht. Durch kostenlose Kursangebote möchten wir zudem Angebote für sozial schwächere Familien schaffen.
    Powerpoint, graphic recording

    Workshops

    Familien mit Migrations- und Fluchthintergrund,Dr. Eveline Reisenauer, Deutsches Jugendinstitut e.V.
    Fragestellung: Was bedeutet der Input für die Angebote der Familienbildung?
    In der Arbeitsgruppe wurde zunächst der Migrationsbegriff hinterfragt. Inwieweit kann der Begriff Diverstität Migration ersetzen. Ein Teil der Gruppe argumentierte dagegen, da der Migrationsprozess bestimmte, spezifische Erfahrungen mit sich bringt - unabhägnig von der Herkunft und dem Ankunftsland. Gegen einen allegemeinen Diversitätsbegriff spricht auch, dass es die Unterschiede sind, die bewertet werden, die Bedeutung haben. Es wurden Mitgestaltungsoptionen und Anforderungen an Angebote formuliert. Es wurde festgestellt, dass es auch an Erkenntnissen am Migrationsprozess und ihren Einfluss auf die Familien fehlt.
    Kartensammlung

    Der DRK Elterncampus, Möglichkeiten der niedrgischwelligen Gestaltung, Luise Springer, DRK Generalsekretariat,
    Im Workshop wurde diskutiert, der DRK Elterncampus durch niedrigschwellige Angebote erweitert werden könnte. Wie könnten mögliche Angebote aussehen, welche Voraussetzungen muss es dafür geben und wie kann der DRK Elterncampus bei den Eltern und Familien noch bekannter gemacht werden.
    Kartensammlung

    Familienbegleitung in der Elternarbeit, Anna Žalac und Judith Crichton, DRK Bildungswerk Duisburg
    Elternbegleitung unterstützt Familien vor allem bei den Bildungsübergängen. Sie entlasten das professionelle Team in Kita und Schule. Sie können die Familien ins HIlfesystem vor Ort verweisen. In Duisburg kommen Elternbegleitungen in Festanstellung zum EInsatz, was der Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit des Angebots sehr zugute kommt.
    Handout, graphic recording,

    Die Kita APP - in Kooperation mit Eltern, Ralf Hoffmann, DRK-KV Herford-Stadt, David Sperzyk, Web QR

    Über aktuelle Ereignisse in den drei DRK Kitas in Herford werden die Eltern neuerdings mit der neuen DRK Kita- App informiert. Wichtige Nachrichten in Echtzeit aufs Smartphone schicken statt Infozettel ans Fenster kleben oder Flyer drucken lassen. Mit der Einführung der DRK Kita-App sparen die Kitas des DRKs in Herford nicht nur Papier und Zeit, sondern alle Nutzer der App, Eltern und pädagogische Fachkräfte werden zuverlässiger und schneller erreicht und informiert.

    Da Digitalisierung nie für sich alleine steht, sondern gleichzeitig auch immer ein Organisations-, Team-, und Querschnittsthema ist, ergeben sich für die Implementierung einer Kommunikations- und Informations-App in der Kita verschiedene Fragen. Angefangen von strukturellen, technischen und datenschutzrechtlichen Fragen bis hin zur Einführung und Begeisterung der pädagogischen Fachkräfte und Eltern.

    In dem Workshop wurden diese Fragen aufgegriffen und anhand eines gelungenen Entwicklungs- und Implementierungsprozesses aufgezeigt, wie einfach und bereichernd die Handhabung & Nutzung der neuen DRK Kita App in den Einrichtungen sein kann und welche Mehrwerte sich daraus für alle Beteiligten ergeben können.
    Powerpoint

    05.11.2021

    Berliner Familienfördergesetz, Regine Schefels, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie,
    Das neue Gesetz zur Förderung und Beteiligung von Familien (Familienfördergesetz) soll laut Senat den Umfang, die Qualität und die Finanzierung der Angebote der Familienförderung sichern.

    Um das Gesetz auf den Weg zu bringen, waren - neben zahlreichen Fachkräften unter anderem aus Familienzentren und Beratungsstellen, der LIGA der Wohlfahrtsverbände, der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände und des Berliner Beirats für Familienfragen - auch Berliner Eltern gefragt und beteiligt.

    Vor allem die Situation der Beratungs- und Entlastungsangebote für Eltern will das neue Gesetz verbessern: So sollen damit zum Beispiel Kurse zur Kindererziehung, Angebote in Familienzentren, die wichtige Arbeit der Stadtteilmütter und der Familienservicebüros, aber auch Erholungsfahrten und mediale Angebote für Familien sichergestellt werden.
    Powerpoint

    Familienbildung und Familienberatung in Deutschland, Eine Bestandsaufnahme im Auftrag des BMFSFJ, Klaudia Lehmann, Prognos AG, Welche Angebote der Familienbildung und Familienberatung gibt es in Deutschland? Wie werden diese Angebote umgesetzt? Und welche Zielgruppen werden damit erreicht? Diese Fragen beantwortet die Studie „Familienbildung und Familienberatung in Deutschland“ für das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ). Dafür wurde eine Online-Befragung durchgeführt, an der rund 2.200 Einrichtungen der Familienbildung und -beratung teilgenommen haben. Um Veränderungen bei den Angeboten und in der Teilnehmerstruktur feststellen zu können, wurden die Ergebnisse der Befragung mit einer Studie aus dem Jahr 2006 verglichen .

    Drei Viertel der Einrichtungen der Familienbildung boten (niedrigschwellige) offene Angebote an. Jede fünfte Einrichtung hat 2019 aufsuchend gearbeitet. Acht von zehn Teilnehmenden haben einen niedrigen oder mittleren sozialen Status. In vielen Einrichtungen wurden während der Corona-Pandemie neue Angebotsformate geschaffen. Familien mit Migrationshintergrund wurden während der Pandemie eher schlecht erreicht.  

    Die Studie zeigt folgende zentrale Handlungsfelder auf:

    • ungedeckte Versorgungsbedarfe bei Angeboten rund um die Geburt und sensumotorische Angebote
    • Stärkere Adressierung von Vätern
    • Ausweitung sozialraumorientierter Angebote
    • Anpassung der Zeiten
    • Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung.
    • Stärkerer Einbezug der Familienbildung in die kommunale Planung der Kinder- und Jugendhilfe.
    • Übertragung der Erfahrungen aus Kooperationen auf den Schulbereich und Familien mit älteren Kindern zu unterstützen.  

    Zur Studie

    Fisch Bowl
    Regine Schefels, Senatsverwaltung Berlin, Klaudia Lehmann, Prognos AG, Claudia Jardin, DRK Landesverband Nordrhein, Anna Žalac, DRK-Bildungswerk Duisburg, wechselnde Teilnehmenende

    Guten Rahmenbedingungen für die Familienbildung -  was ist dabei wichtig?

    In der Diskussion wird deutlich, dass die Familienbildung in der kommunalen Planung viel stärker mitgedacht werden muss. Netzwerkarbeit der Akteurinnen und Aktuere vor allem auf der Abteilungsleitungsebene gibt dem Bereich mehr Gewicht. Konkurrenzdenken ist dabei immer ein Hemmschuh. Fehlende Daten über den Sozialraum sowie die Möglichkeit, den Bedarf kleinräumig zu bestimmen, bereitet Schwierigkeiten bei der angemessenen Planung der Angebote.
    Eine institutionell verbindliche Vernetzung und eine Steuerung seitens der Kommune ist notwendig. Laut der Prognos-Erhebung zu Kooperationspartnern der Familienbildung kooperieren die Einrichtungen nur zu 60% mit den Jugendämtern.
    Der Fachkräftemangel ist ein weiterer Hemmschuh für die Entwicklung von Familienbildungsangeboten. Viele Honorarkräfte haben sich in der Pandemie von der Familienbildung verabschiedet. Eine Festanstellung der Mitarbeitenden ist bei der Projektabrechnung schwierig. Trotzdem gibt es gute Beispiele wie im  DRK Bildungswerk Duisburg, wo Elternbegleitungen fest angestellt sind.
    Es ist jedoch zu befürchten, dass bald 70% des Personals in der Familienbildung fehlen wird.

    Was ist nach der Pandemie besser als vorher?

    Claudia Jardin berichtet aus Nordrhein, dass die Zusammenarbeit der DRK-Familienbildungswerke enorm gut war. Hohe Transparenz in der Kommunikation, Flexibiliät und Agilität der Beteiligten ermöglichten sehr schnell die Konzeption digitaler Angebote. Aus der Arbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund vom DRK Bildungswerk Duisburg, berichtet Judith Crichton, dass die Familien oft wenig digitale Kenntnisse haben. Die Elternbegleiterinnen stellten die Beratung auf eine sog. Fensterberatung um, um die Familien weiterhin betreuen zu können - hier haben die Elternbegleitungen eine Festanstellung.

    Inklusion

    In der Diskussion wird darauf verwiesen, dass Eltern bzw. Kinder mit Behinderungen in der Familienbildung noch nicht gut im Blick sind. Es gibt vereinzelt Projekte wie Online Beratung, Selbsthilfegruppen, bspw. das Online-Cafe Heartbeat im Familienbildungswerk Duisburg. In Berlin gibt es den Verein  "Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung e.V." die Angebote bereit hält.

    Welche Angbote braucht es unbedingt

    Mit dem Angbeot Erste Hilfe am Kind ist das DRK sehr gut aufgestellt. Damit können Eltern den Einstieg in die Angeboten der DRK Familienbildung finden. Eine bessere Finanzierung der offenen Angebote würde mehr Familien in die Einrichtungen bringen. Kooperation mit Schulen wird immer wichtiger. In NRW gibt es die Entwicklung der Familiengrundschulzentren, die sich wie Familienzentren in der Kita zum Sozialraum öffnen. Ein Mehrbedarf hat die Prognos AG bei den niedrigschwelligen, offen und aufsuchenden Angeboten ausgemacht. Die digitalen Angebote werden auch nach der Pandemie nachgefragt und müssen weiter entwickelt werden.

    Heterogene Zielgruppen

    Mehr Angebote für Väter, Familie - neu gedacht (Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien, Einbezug der Großelterngeneration ...), die Gruppe der ganz jungen Eltern brauchen andere Ansprache.

    Wünsch dir was - es ist gerade die Zeit der Koalitionsbildung, was wünscht sich der Kreis von der Politik?

    Niedrigschwelliger Zugang zu Fördermittel, Entbürokratisierung, Lichtung des Förderdschungels

    Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit der Familienbildung und angemessene Finanzierung der Arbeit!!

    Mehr Gespräche mit Wohlfahrtsverbänden und Politik

    Mehr Zeit für Lobbyarbeit; Möglichkeit präsenter zu sein

    Der Bund sollte aus der Erhebung zu Familienbildung und Familienberatung und den Ergebnissen konkrete Schlüsse und Maßnahmen ableiten

    graphic recording

    Auswertung der Veranstaltung:

    Das nehme ich mit

    Das hat mir gefallen

    Das hat mir gefehlt

     

     

     

     

     

     

     

  • Nicht alles geht digital – aber erstaunlich viel - die digitalen Tage der DRK Familienbildung

    Digitale Tage der DRK Familienbildung vom 29.10.-30.10-2020 Die Veranstaltung mit ca. 50 Teilnehmenden war ursprünglich als analoge Veranstaltung mit verschiedenen Themenschwerpunkten geplant. Im Laufe des Jahres wurde immer deutlicher: zu Pandemie-Zeiten finden Kommunikation und Begegnung vor allem digital statt. So wurde die Digitalisierung selbst zu unserem großen Thema. Ihre für uns relevanten Aspekte wurden in Zusammenarbeit mit den DRK-Familienbildungswerken in Nordrhein entwickelt: wie und was suchen Eltern im digitalen Netz? Wie kann Familienbildung dort sichtbarer werden? Wer ist bei den Eltern im Netz schon erfolgreich? Aus- und Fortbildung für Fachkräfte der Familienbildung - digital, attraktiv und in hoher Qualität?

    Prolog:

    Die Veranstaltung wurde mit MS Teams durchgeführt – die Teilnehmenden wurden zu Mitgliedern eines Teams „Digitale Tage der DRK Familienbildung“ erklärt und konnten sich in den verschiedenen Kanälen schon zwei Tage vorher umtun, Fragen stellen und sich die eingestellten Dokumente ansehen. Die Autorin muss gestehen, dass sie größte Bedenken hatte, ob die Teilnehmenden das komplexe Anmeldeprozedere überwinden werden. Ihr Rat: sorgt für einen so tollen Hintergrunddienst wie sie einen hatte!

      Jessica sucht Problemlösungen, keine Institutionen

      Rose Volz-Schmidt, die Gründerin von Wellcome gGmbH und der Plattform ElternLeben.de zeigt mit ihrer Präsentation sehr konkret am Beispiel der jungen Mutter Jessica, wo und wie Eltern im Internet suchen - und die meisten Familienbildungsangebote leider nicht finden. Dafür finden sie jede Menge kommerzielle Angebote in zum Teil fragwürdiger Qualität. Rose Volz-Schmidt hat schon im Sonderband Blätter der Wohlfahrtsplfege und Sozialwirtschaft "Digitalisierung und Teilhabe. Mitmachen, mitdenken und mitgestalten"einen leidenschaftlichen Beitrag veröffentlicht, die Familienbildung dort zu verorten, wo die Eltern schon seit langem sind: im Internet
      Ihre Kollegin Anna Schuster konnte in der Workshop-Phase sehrkonkrete Tipps gegeben, wie mit mehr aber auch mit wenig Aufwand die Sichtbarkeit der DRK-Familienbildung in der digitalen Welt erhöht werden kann. Dabei können wir ihr Lob an den Auftritt vom DRK KV Berlin Nord-Ost weitergeben.

      Elternblogger gibt es inzwischen in jedem Landkreis – seht, ob ihr mit ihnen zusammenarbeiten könnt

      Alu Kitzerow-Manthey ist Elternbloggerin von grosse.koepfe.de. Im Hauptberuf ist sie Zukunftsforscherin. Sie hat einen Zusammenschluss von Elternbloggern  in Deutschland  (Blogfamilia e.V.) gegründet, die einmal im Jahr eine Konferenz ausrichten. In ihrer Präsentation zeigt sie, welche Themen die Eltern umtreiben, wer die ca. 5000 Bloggerinnen und (wenige) Blogger in Deutschland sind (sehr oft Pädagoginnen), warum sie eine so große Reichweiter erreichen und weshalb die Eltern ihnen vertrauen. Ihr Appell: Arbeitet mit uns zusammen und erhöht eure Bekanntheit.

      Blended learning in der Kursleitungsausbildung: orts- und zeitunabhängiges Lernen, individuelle Lerntiefen. Achtung: kein Sparmodell!!

      Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau haben schon seit einigen Jahren neben digitalen Elternangeboten auch die Ausbildung von Kursleitungen der Familienbildung in ein Blended learning-Formatgebracht: darüber berichtet Frau Paula Lichtenberger und Anja Dürringer. Das A und O sind die ständige Betreuung durch eine Tutorin und die Mischung aus Online- und Präsenztagen. In dem Workshop dazu konnten die Teilnehmenden sehr konkrete Fragen stellen und sich umfangreiche Anregungen holen.

      Gute Praxis

      Das Pilotprojekt des Generalsekretariats Elterncampus stellte Gisela Wedler, Teamleitung im Generalsekretariat Gesellschaftliche Trends & Innovationen vor. Digitale Angebote unterstützen und geben junge Familien Halt und Orientierung - gerade in Pandemiezeiten ein enorm wichtiges Angebot. Die Ausschreibung der Kurse, Information über die Kursleitung, die Buchung und die Bezahlung  läuft über eine Plattform. Projektleiterin ist Luise Springer.

      Die digitalen Angebote des Familienbildungswerk Duisburg sind breit gefächert.

      Offene digitale Arbeitsgruppen

      Die Themenpaten aus den Familienbildungswerken Nordrhein stellen mögliche Arbeitsgruppen vor, die sie mit anderen aus dem Verband gründen wollen:

      • Digitale Möglichkeiten in der Familienbildung/ Familienhilfe: Martina Kleinpeter: fbw(at)rhein-berg.drk.de
        Was ist bei digitalen Angeboten alles zu bedenken, was gibt es schon, was braucht es? und jede Menge Unterstützung und Motivation beim Ausprobieren
      • (Digitale) Qualifizierung und Fortbildung für Fachkräfte in der Familienbildung/ Familienhilfe Bianca Heintges & Claudia Syrek: bianca.heintges(at)drk-krefeld.de; c.syrek(at)drk-nordrhein.de
        Austausch für alle, die es ausprobieren möchten. Rahmenbedingungen, gibt es Hürden bei den Kursleitungen? In Nordrhein sind schon erste Erfahrungen mit der moodle-Plattform vorhanden.
      • (Digitale) Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit in der Familienbildung/ Familienhilfe Daniel Larres & Petra Meier Haesters: dlarres(at)drk-eu.de; p.meier-haesters(at)drk-niederrhein.de
        Familienbildung im DRK digital und analog bekannter machen: Kooperation mit Elternbloggerinnen und -blogger, mehr Sichtbarkeit im Netz, Familienbildung auch ein Angebot des DRK.

      Die angegebenen Personen freuen sich über Interesse an ihren Gruppen - Sie können sich einfach bei ihnen melden!

       

       

    • Auswertungstreffen der Pilotausbildung Familienbildung im DRK 21./22. Juni 2019

      Die langjährigen Erfahrungen in den DRK-Eltern-Kind-Angeboten ElBa® und SpieKo® werden erstmals zusammengeführt und modular ausgestaltet, so dass Teilnehmende das Zertifikat beider Programme im Zeitraum einer Ausbildung erwerben können. Mit der durchgeführten Veranstaltung wurde die Pilotphase der neuen Ausbildung ausgewertet.

      Zum Fotoprotokoll der Veranstaltung

    • Yes we care - gute Rahmenbedingungen für Menschen mit Sorgeverantwortung, 27.11.-28.11.2018

      Gute Unterstützung für Familien mit jungen Kindern, pflegende Angehörige, Nachbarn oder Freunde, Sensibilisierung zum Thema Pflege schon in jungen Jahre, Unterstützung bei besonderen Herausforderungen wie Alleinerziehende und Vereinbarkeit von Familie und Beruf - vom 27.11. bis 28.11.2018 wurden in der Fachveranstaltung unterschiedliche Facetten vor allem der informellen Sorgearbeit thematisiert.

      Fürsorge für Kinder, ältere oder kranke Angehörige, Nachbarn und Freunde ist neben Beruf, Regeneration und Freizeit für viele gelebter Alltag. Sie ist eine wertvolle Aufgabe, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gewährleistet.

      Die gerechte Aufteilung der Fürsorge und Erwerbsarbeit unter den Geschlechtern ist eine wichtige politische Aufgabe der Zukunft, denn sie bildet das Fundament einer modernen und humanen Gesellschaft. Das unterstreicht auch der Titel des zweite Gleichstellungsberichts der Bundesregierung „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“ Frauen sind sowohl als pflegende Angehörige als auch als Mütter von jungen Kindern vom sog. Gender Care Gap betroffen. Gender Care Gap bezeichnet den Unterschied beim täglichen Zeitaufwand für unbezahlte Sorgearbeit zwischen Männer und Frauen. Danach leisten Frauen täglich eine Stunde und 27 Minuten mehr unbezahlten Sorgearbeit als Männer.

      Ob die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gemeinsam entwickelte Aktivitäten in der Nachbarschaft oder eine sinnstiftende Tätigkeit im Alter: Familienunterstützende Strukturen im sozialen Nahraum entlasten Familien, bieten Möglichkeiten des Austausches, der Partizipation und der Integration für Generationen.

      Altern und Pflege werden in Zukunft stärker als bisher die Gesellschaft beschäftigen. Die heutigen und zukünftigen Kinder und Jugendliche werden in ihrem Alltag öfter von Alter und Pflege in ihrem nahen Umfeld betroffen sein. Nach Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung geht der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 2011 und 2060 von 18,2 auf 15,7 Prozent zurück, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird in dieser Zeit von 26,6 auf 39,2 Prozent anwachsen. Jugendliche sollten deshalb zu diesen Themen sensibilisiert werden. Kinder und Jugendliche, die schon jetzt Pflegeaufgaben in der Familie übernehmen müssen andererseits vor Überforderung geschützt werden.

      Erwartungen der Teilnehmenden an die Veranstaltung

      Pfade aus der gesellschaftlichen (Fehl-)bewertung von bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit

      Trotz ihrer gesellschaftlich großen Bedeutung hat die Sorgearbeit ein schlechtes Image, erfährt geringe Wertschätzung – und ist in den meisten Fällen Frauensache. Professorin Meier-Gräwe benennt in ihrem Vortrag auch die gesellschaftlichen Stellschrauben, an denen gedreht werden müsste um dies zu ändern: u.a. die Höherbewertung der professionellen und informellen Sorgearbeit, die stärkere, legale und staatlich begünstigte Inanspruchnahme von Haushaltsnahen Dienstleistungen und die gesellschaftliche Neudefinition des Produktivitätsbegriffs.

      Vortrag

      Bei insgesamt knappen öffentlichen Mitteln auf der einen Seite und steigenden Ausgaben andererseits sind gerade Angebote der Prävention, die nicht zu den Pflichtaufgaben zählen, von Kürzungen betroffen. Hier bieten Kosten-Nutzen-Analysen die Möglichkeit den Entscheidungsträgern aufzuzeigen, welcher Nutzen durch diese Angebote zu erwarten ist, denn  Leistungen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit werden in den gängigen Wirtschaftsrechnungen nur über ihre Ausgaben dargestellt. 

      Kosten-Nutzen-Anayse 1. Teil

      Kosten-Nutzen-Analyse 2. Teil

      Vereinbarkeit Beruf und Sorgeverantwortung Perspektiven für Mitarbeiter + Unternehmen

      Der DRK KV Kronach hat seine Möglichkeiten als wichtiger Akteur nah bei den Familien vor Ort genutzt und durch Vernetzung und Kooperation mit allen anderen Akteuren ein solides Unterstützungsnetzwerk für Familien mit Sorgeverantwortung und Beruf verwirklicht. Herr Roland Beierwaltes, der Geschäftsführer und Mitinitiator des Netzwerkes stellt das Netzwerk Lebensqualität für Generationen vor. Er nennt als eine Voraussetzung des Netzwerks den unbedingten Wunsch aller Akteuere in der Kommune die Abwanderung von Familien (und Fachkräften) umzukehren. Nur so ist ein ökonomisches Überleben des Gewerbes im ländlichen Raum möglich.

      Arbeitsgruppen

      Arbeitsgruppen zu den Fragestellungen

      • Was ist Ihnen vom bisher gehörten neu?
      • Welche Fragen stellen sich aus Ihrer Perspektive zum Thema Sorgearbeit
      • Was sind die Knackpunkte der Vereinbarkeitsproblematik aus Ihrer Sicht?

      Arbeitsgruppe A

      Arbeitsgruppe B

      Unterstützende Nachbarschaft heute und morgen

      Anne Gottwald stellt Nebenan.de vor, ein digitales Nachbarschaftsnetzwerk. In der Diskusssion werden die Vorteile dieser Plattform deutlich: selbst ein toter Fuchs im Garten einer Netzwerkteilnehmerin fand jemanden, der ihn gerne mitnahm: eine benachbarte Biologin. Neben Privatpersonen sollen auch wichtige Akteuere im Kiez stärker vernetzt werden wie die Kommune und Wohlfahrtsverbände.

      Miteinander leben – miteinander gestalten

      Frau Ute Fischer stellt die partizipative Arbeit des DRK Stadteilbüro Baesweiler (der Städteregion Aachen) vor als ein gelungenes Beispiele für die Ausrichtung der Angebote an den Bedarfen der Menschen Vor-Ort.

      Junge Menschen auf Pflege aufmerksam machen, Überforderung entgegenwirken

      Jugendliche und Kinder werden in den nächsten Jahren sehr viel stärker von Pflege in ihrer nächsten Umgebung betroffen sein als bisher. Das Österreichische Rote Kreuz hat Programme entwickelt, um einerseits Jugendliche an die Themen Pflege und Sorgearbeit heranzuführen und andererseits sog. Young Carer, Jugendliche und Kinder, die ihre Angehörigen pflegen, vor Überforderungen zu schützen und ihnen Entlastung anzubieten. Brigitte Blüthl vom ÖRK stellt diese Programme vor.

      Zum Vortrag

      Modellprojekte belegen: Ergänzende Kinderbetreuung holt Alleinerziehende aus der Armut

      Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Alleinerziehende eine besondere Herausforderung; für sie ist es besonders schwer, Berufstätigkeit, Wegezeiten und die Betreuung der Kinder unter einen Hut zu bringen. Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin des Verbandes für alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) stellt die Ergebnissen einer Evaluation eines Modellprojekts für Randzeitenbetreuung vor, die aufzeigen, was diesen Familien hilft.

      Zum Vortrag

      Pflegende Angehörige als elementare Stütze des Pflegesystems – wie steht es aber um Unterstützung und Wertschätzung für ihre Leistung?

      Benjamin Salzmann und Frank Schumann berichten von den Herausforderungen, vor denen pflegende Angehörige stehen und benennen als Interessenvertreter von pflegenden Angehörige entlastende Faktoren.

      Zum Vortrag

    Title

    zum Anfang