
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) setzt auf Hilfe, Solidarität und menschliche Nähe und betrachtet Ehrenamt als Kern der Wohlfahrtspflege. Von den etwa 450.000 Ehrenamtlichen im DRK engagieren sich über 50.000 in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Ehrenamtliche ergänzen professionelle Dienste, fördern Teilhabe, Vertrauen und soziale Nähe und wirken Einsamkeit entgegen. Sie arbeiten bedarfsorientiert in Bereichen wie Kinderhilfe, Unterstützung von Senioren, Integration und Nachbarschaftshilfe. Bei ihren ehrenamtlichen Aktivitäten bringen sie Alltagskompetenzen, Netzwerke und persönliche Nähe ein. Ehrenamtliches Engagement reagiert flexibel auf lokale Erfordernisse und entwickelt sich bedarfsorientiert mit gesellschaftlichen Veränderungen weiter. Davon profitieren Engagierte wie auch die Gesamtgesellschaft.
Das Deutsche Rote Kreuz setzt seine Schwerpunkte in der ehrenamtlichen Wohlfahrts- und Sozialarbeit mit einem klaren Ziel: nachhaltige Wirkung für die Gesellschaft zu entfalten – heute und in Zukunft. Doch wie die Gesellschaft selbst, entwickelt sich auch das Ehrenamt ständig weiter. Veränderte Lebensrealitäten, digitale Transformation und neue soziale Bedarfe stellen uns vor die Frage: Wie kann ehrenamtliches Engagement attraktiver, flexibler und innovativer gestaltet werden?

Das Positionspapier „Ehrenamt für alle und mit allen – Zugangschancen erhöhen!“ bildet die gemeinsame Grundlage für die Förderung von Chancengerechtigkeit im ehrenamtlichen Engagement. Es zielt darauf ab, bislang unterrepräsentierten Gruppen den Zugang zu ehrenamtlichen Tätigkeiten besser zu eröffnen und so zusätzliche Mitwirkende für das DRK zu gewinnen.

Der demografische Wandel und prekäre Finanzierungssituationen im Bereich der Versorgung, Unterstützung und Begleitung älterer Menschen und anderer vulnerabler Personengruppen führen bereits heute zu Versorgungslücken, Einsamkeit und Überlastung.
In diesem Kontext wird das ehrenamtliche Engagement immer bedeutender. Damit dieses Engagement nachhaltig und verantwortungsvoll wirkt, sind klare Aufgabenabgrenzungen genauso von Bedeutung wie Schulungsangebote und entsprechende An- und Begleitung. Das DRK setzt sich dafür ein, dass Ehrenamtliche in der Sorge-Arbeit nicht allein gelassen werden, sondern wertgeschätzt, vorbereitet und begleitet ihren wichtigen Beitrag leisten können. Denn nur so gelingt es, Lücken zu schließen – ohne neue zu reißen.

Viele Menschen möchten sich engagieren, wissen aber nicht genau, wo sie das passende Engagement für sich finden. Um den Zugang zum DRK-Engagement zu erleichtern, wurde dieDRK-Engagementplattform entwickelt. Sie ist aus dem Projekt „EAsi – Ehrenamt sichtbar“ hervorgegangen und bietet seit 2024 eine zentrale Anlaufstelle für alle, die sich beim DRK engagieren möchten – ob kurzfristig, langfristig oder projektbezogen.
Mehr Informationen und Unterstützungsmaterialien zur Nutzung und zu den Möglichkeiten der Plattform finden Sie auf der Projektseite der DRK-Engagementplattform.

Ehrenamtskoordinatorinnen und -koordinatoren sind unverzichtbar, weil sie Menschen und Aufgaben zusammenbringen, Fähigkeiten erkennen und passende Einsatzmöglichkeiten vermitteln, sodass Engagement sinnstiftend und wirksam wird. Sie hören zu, sind Ansprechpersonen für Fragen, Herausforderungen und Ideen und schaffen so Verlässlichkeit und Vertrauen. Das DRK setzt sich deshalb für eine nachhaltige und auskömmliche Finanzierung der Ehrenamtskoordination ein.

Das DRK eröffnet mit dem Konzept der Zeitspende eine moderne und flexible Form des Ehrenamts, die sich besonders an Menschen richtet, die sich trotz beruflicher oder privater Verpflichtungen sozial engagieren möchten. Eine Zeitspende ermöglicht es, sich zeitlich begrenzt oder projektbezogen einzubringen – sei es für wenige Stunden, an einem bestimmten Tag oder im Rahmen eines konkreten Vorhabens.
Um diese Form des Engagements wertschätzend und effektiv zu gestalten, steht den DRK-Gliederungen der „Zeitspende-Leitfaden“ zur Verfügung.

Die sieben Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – bilden seit jeher das Fundament des DRK. Sie schaffen ein weltweit gültiges Werte- und Regelsystem.
Innerhalb des DRK wirken diese Grundsätze verbindlich und verbindend: Sie geben allen Engagierten – ob im Haupt- oder Ehrenamt – ein gemeinsames Selbstverständnis und fördern so die Integrität der Bewegung. Um ihre Bedeutung für die ehrenamtliche Arbeit greifbar zu machen und ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung, Auslegung und Anwendung der Grundsätze im ehrenamtlichen Wirken zu schaffen, hat das DRK unterstützende Materialen entwickelt. Diese bestehen aus…
… den Wertekarten Ehrenamt mit Rotkreuz-Grundsatzbotschaften
Wertekarten-Version 1Wertekarten-Version 2
… und dem Kartenspiel “DRK-Wertereflexion für Zusammenarbeit im Team” für Ehrenamt und Hauptamt: Kann in Gruppen oder allein genutzt werden, um die Grundsätze im Alltag zu reflektieren und ihre Anwendung zu diskutieren.
Link zum Kartenspiel





Bettina Strelau ist Referentin für das Soziale Ehrenamt im DRK. Sie kümmert sich um die Belange der DRK-Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit und damit um die Förderung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements innerhalb und außerhalb des DRK-Verbandes.

Nadja Saborowski ist Teamleiterin des Teams Soziale Hilfen und Soziales Ehrenamt im Generalsekretariat des DRK. Sie verantwortet die konzeptionelle Weiterentwicklung und verbandsstrategische Ausrichtung der Migrationsarbeit.