
Wenn der Herbstwind über den Chiemsee zieht oder im Kultur- und Kongresssaal Rosenheim die Musik erklingt, dann wissen wir: Es ist wieder Zeit für zwei absolute Highlights im Jahreslauf unseres BRK-Kreisverbands Rosenheim – die BRK‑Chiemsee-Schifffahrt und den BRK‑Faschingsball. Beide Veranstaltungen stehen wie kaum etwas anderes für Gemeinschaft, Inklusion und das unvergleichliche Engagement unserer Ehrenamtlichen.

Die traditionelle Schifffahrt auf dem Chiemsee der BRK-Kreisverbände Altötting, Ebersberg, Mühldorf, Traunstein und Rosenheim bringt Menschen zusammen, die im Alltag oft mit Barrieren konfrontiert sind. Begleitet von engagierten Ehrenamtlichen aus unseren Gemeinschaften und den Wasserwachten erleben ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen einen Tag auf dem Wasser, an dem sie einfach genießen, lachen und Leichtigkeit spüren können – 2026 jährte sich diese Fahrt bereits zum 53.Mal! Die Rückmeldungen unserer Gäste zeigen immer wieder, dass genau dieses Miteinander die Fahrt so besonders macht – eine warme Atmosphäre, viel Unterstützung und ein Team, das niemanden allein lässt.

Unser BRK-Faschingsball ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Inklusion im Alltag gelebt wird. Menschen mit und ohne Behinderung feiern gemeinsam, tanzen gemeinsam und erleben einen Nachmittag, an dem eben nur diese Gemeinsamkeiten eine Rolle spielen. Livemusik, Garden, Rollstuhltanz und viele helfende Hände sorgen dafür, dass sich alle willkommen fühlen.
Die hohe Beteiligung mit durchschnittlich 700 Gästen in den vergangenen Jahren zeigt, wie sehr dieses Format verbindet. 2026 wurde unser Ball bereits zum 46. Mal ehrenamtlich durchgeführt.
Dass sowohl die Chiemsee-Schifffahrt als auch der Faschingsball Jahr für Jahr zu solchen Höhepunkten werden, ist kein Zufall. Hinter den Kulissen steckt ein Zusammenspiel aus guter Planung, verlässlichen Strukturen und einem starken Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Partnern und Unterstützern. Viele Menschen sehen das fertige Ergebnis – aber nicht die Herausforderungen, die auf dem Weg dorthin gemeistert werden müssen.
Organisation und Logistik: Gerade bei der Chiemsee-Schifffahrt ist die Logistik anspruchsvoll: barrierefreie Zugänge, genügend Helfende für Mobilitätshilfen, medizinische Betreuung an Bord und ein Zeitplan, der für alle gut machbar ist. Damit das gelingt, arbeiten die Kreisverbände eng zusammen, stimmen Abläufe ab und planen frühzeitig. Die Wasserwachten sorgen zusätzlich für Sicherheit auf dem See – ein wichtiger Baustein, der Vertrauen schafft.
Barrierefreiheit in der Praxis: Ob Schiff oder Kongresssaal - Rampen, ausreichend Platz für Rollstühle, Ruhezonen, gut sichtbare Beschilderung und geschulte Helferinnen und Helfer gehören zu den Grundlagen. Oft müssen kreative Lösungen gefunden werden – etwa, wenn spontane Bedürfnisse auftreten oder technische Hilfsmittel nicht wie geplant funktionieren.
Barrierefreiheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess.
Ehrenamtliches Engagement koordinieren: Beide Veranstaltungen wären ohne die vielen helfenden Hände nicht denkbar. Die Herausforderung besteht darin, Teams so zusammenzustellen, dass Erfahrung, Empathie und Fachwissen gut verteilt sind. Viele Ehrenamtliche übernehmen Aufgaben, die weit über das Offensichtliche hinausgehen: Begleitung einzelner Gäste, emotionale Unterstützung, kleine Handgriffe im Hintergrund, die niemand bemerkt – aber erst alles möglich machen.
Finanzierung und Partnerschaften: Auch die finanzielle Seite spielt eine Rolle. Förderer, Spenden, Kooperationen mit Gemeinden oder regionalen Partnern tragen dazu bei, die Teilnahme für alle zugänglich zu halten. Die Herausforderung besteht darin, diese Unterstützung langfristig zu sichern und gleichzeitig die Qualität der Veranstaltungen zu erhalten.
Atmosphäre schaffen: Was beide Traditionen so besonders macht, ist die Atmosphäre – und die entsteht nicht von selbst. Sie entsteht durch Menschen, die aufmerksam sind, durch Musik, die verbindet, durch Humor, durch das Gefühl, willkommen zu sein. Das Team achtet bewusst darauf, Räume zu schaffen, in denen niemand sich ausgeschlossen fühlt.
Diese Haltung ist vielleicht der wichtigste Erfolgsfaktor.
Ob auf dem Deck eines Schiffes oder mitten auf der Tanzfläche: Beide Veranstaltungen stehen für eine Haltung, die bei uns tief verankert ist. Inklusion entsteht, wenn Räume geschaffen werden, in denen Menschen sich sicher, gesehen und wertgeschätzt fühlen – ohne Sonderrollen, sondern als Teil der Gemeinschaft.
Diese Momente zeigen jedes Jahr aufs Neue, was unser Verband bewegen kann: Gemeinschaft, die trägt. Engagement, das verbindet. Und Freude, die alle einschließt.
Margit Heger und Birgit Knobloch, ehrenamtliche Beauftragte der Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit und Amelie Guggenberger, Abteilungsleitung Soziale Arbeit für den BRK-Kreisverband Rosenheim
Inklusion, Ehrenamt und Vernetzung sind zentrale Profilthemen der DRK-Kindertagesbetreuung. Der BRK-Kreisverband Rosenheim lebt diese Haltung konsequent – in seinen Kitas und darüber hinaus wie in den beschriebenen Veranstaltungen, die Begegnung, Teilhabe und Gemeinschaft fördern.
Infos zum Qualitäts- und Rotkreuz-Profil aller DRK-Kitas https://drk-wohlfahrt.de/unsere-themen/kinder-jugend-familienhilfe/kinderhilfe/profil.html
Podcast-Folge “Von Erster Hilfe bis Hospiz - Vernetzung in DRK-Kindertageseinrichtungen”: https://podcast-kita-mit-profil.podigee.io/8-neue-episode
Podcast-Folge “Ein Gewinn für alle - Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt in DRK-Kindertageseinrichtungen”: https://podcast-kita-mit-profil.podigee.io/4-neue-episode