ARCI-SAG-Gruppenbild.JPG Projektkonferenz in Berlin, DRK e.V.

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„Action of Red Cross for integration of reallocated and resettled persons“ (ARCI)

Im Rahmen des Projekts „Action of Red Cross for integration of reallocated and resettled persons“ (ARCI) werden die Rahmenbedingungen für die Aufnahme von Geflüchteten untersucht, die über Resettlement- und Relocation-Programme nach Deutschland umgesiedelt wurden. Wir haben unter anderem Geflüchtete und Experten befragt, um Vorschläge zur Ausgestaltung humanitärer Aufnahmeprogramme in Deutschland zu erarbeiten. Dabei werden auch die Erfahrungen aus pre-departure Befragungen berücksichtigt. Ziel des Projektes ist es, die Rahmenbedingungen für die Integration von Geflüchteten zu verbessern und die Vernetzung der beteiligten Akteure zu fördern.

Das DRK beteiligt sich seit Januar 2018 an dem auf zwei Jahre ausgelegten Projekt der Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) mit den Projektpartnern Bulgarisches Rotes Kreuz und Kroatisches Rotes Kreuz. Die transnationale Komponente des Projektes bietet die Möglichkeit eines Erfahrungsaustauschs und Perspektivenwechsels. Gefördert wird das Projekt durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union.

Was ist Relocation und Resettlement?

Bei dem EU-Relocation Programm handelt es sich um die Umsiedlung von schutzberechtigten Personen aus Italien und Griechenland in andere EU-Mitgliedstaaten, um die besonders stark beanspruchten Staaten an den EU-Außengrenzen zu entlasten. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich im September 2015 auf dieses zweijährige Umsiedlungsprogramm von insgesamt 106.000 Personen aus Griechenland und Italien geeinigt (EU-Beschlüsse 2015/1523 und 2015/1601). Voraussetzung für diese Umverteilung ist, dass die Schutzsuchenden aus Herkunftsländern stammen, aus denen europaweit im Durchschnitt mindestens 75 Prozent als schutzberechtigt anerkannt werden. Sprachkenntnisse sowie Familienbezüge werden auch berücksichtigt. Die letzten Menschen kamen im Rahmen des Relocation-Programms im März 2018 nach Deutschland, inzwischen ist das Programm abgeschlossen.
Weitere Informationen finden sie im Projektflyer (Stand: Juni 2018)

Nur ein geringer Teil der Geflüchteten fliehen in die EU, die meisten suchen zunächst in ihren Nachbarstaaten Schutz. Dort ist jedoch eine sichere Versorgung nicht immer möglich. Resettlement richtet sich an besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen, die sich bereits in einem solchen Erstaufnahmeland befinden, in welchem die Integration aber nicht gewährleistet ist. Das Programm ermöglicht die Umsiedlung dieser Menschen in einen Drittstaat, in welchem sie einen Flüchtlingsschutz erhalten.

UNHCR hat bestimmte Kriterien festgelegt, welche die Schutzbedürftigkeit von Geflüchteten definieren. Lediglich Menschen, bei welchen mindestens einer der genannten Punkte zutrifft, können im Rahmen des Resettlement-Verfahrens umgesiedelt werden:
1. Personen mit besonderen rechtlichen und physischen Schutzbedürfnissen
2. Personen mit besonderem medizinischem Behandlungsbedarf
3. Überlebende Opfer von Gewalt und Folter
4. Frauen mit besonderer Risikoexposition
5. Flüchtlingskinder und heranwachsende Flüchtlinge
6. Ältere Flüchtlinge
7. Personen, die aus anderen Gründen keinerlei Perspektive auf eine Eingliederung im derzeitigen Aufenthaltsstaat haben
8. Personen, deren Familienangehörige sich bereits in einem Drittstaat befinden

Ergebnisse der Erhebung

Im Rahmen des ARCI-Projektes wurden drei Gruppen Geflüchteter befragt. Zum einen Menschen, die mit dem Relocation-Programm aus Italien oder Griechenland nach Deutschland gekommen sind. Syrische Geflüchtete, die aus der Türkei mit dem Resettlement-Programm nach Deutschland kamen. Weiter wurden eritreische Geflüchtete, die auch mit dem Resettlement-Programm nach Deutschland kamen befragt. Sie waren vorher in Libyen in Haftlagern und wurden von dort vom UNHCR evakuiert und nach Niger gebracht. Von dort wurden sie schließlich nach Europa verteilt.

Zusätzlich wurde mit unterschiedlichen ExpertInnen zum Thema Umsiedlung und Integration geflüchteter Menschen gesprochen und Begehungen einer Aufnahmeeinrichtung von Relocation-Geflüchteten in Bayern und einer Einrichtung in Friedland durchgeführt.

Um auch die Perspektive vor der Umsiedlung mit einzubeziehen wurde eine Erhebung in der Türkei durchgeführt. Da das Relocation-Programm mit Italien und Griechenland bereits abgeschlossen ist und derzeit die meisten Resettlement-Geflüchteten aus der Türkei nach Deutschland kommen, haben wir uns für dieses Ziel entschieden. Dort haben wir mit dem UNHCR, der IOM sowie dem Directorate General of the Migration Management (DGMM), welches in der Türkei für die Auswahl der Resettlement-Gefüchteten zuständig ist, gesprochen.

Weitere Informationen im Bericht zur Erhebung in der Türkei

Transnationaler Austausch

Während der Umsetzung des Projekts finden so genannte study visits in allen drei beteiligten Ländern statt. Dort werden sowohl die spezifischen Bedingungen für Geflüchtete diskutiert, die über Relocation oder Resettlement aufgenommen wurden, als auch die Aktivitäten des Roten Kreuzes.

Zusätzlich organisiert die Internationale Föderation gemeinsame Workshops mit dem Projekt AVAIL – "Amplifying the voices of asylum seekers and refugees for integration and lifeskills", das durch das Britische-, Irische-, Italienische und das Lettische Rote Kreuz umgesetzt wird. Erkenntnisse aus einer Konferenz mit study visit aus dem AVAIL-Projekt in Riga/Lettland im März 2019 mit einer Einschätzung der Integrationssituation finden Sie hier zum Download (in englischer Sprache).

Kontakt: Salome Gunsch

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in Zusammenarbeit mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften
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