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Schutz vor sexualisierter Gewalt

Sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern, Jugendlichen oder Menschen mit Behinderungen ist ein Thema, das uns betroffen macht und das uns betrifft. Unser Verband verpflichtet sich, Kinder und Jugendliche und Menschen mit Behinderungen zu stärken, präventiv zu arbeiten und vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch auch in den eigenen Institutionen und Angeboten zu schützen.

Mascha Angrick / DRK
DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Im Juni 2012 haben das DRK-Präsidium und der DRK-Präsidialrat die für alle Verbandsgliederungen verbindlichen „DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen in den Gemeinschaften, Einrichtungen, Angeboten und Diensten des DRK“ verabschiedet.

Seit dem wurde das Thema und die Standards in den Landesverbänden stetig weiter bearbeitet, eigene Handlungsempfehlungen geschrieben, Fortbildungen konzipiert und verschiedenste Arbeitsmaterialien entwickelt. Unsere Ansprechperson zum Schutz vor sexualisierter Gewalt auf Bundesebene unterstützt unsere Mitgliedsverbände bei ihrer Arbeit, organisiert dazu bundesweite Netzwerktreffen zum Austausch und zur Fortbildung und ist in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen auf Bundesebene vertreten.

Ziel als Bundesverband ist es, die gute Praxis aus den Landesverbänden in die Breite zu tragen, sich auszutauschen, von einander zu lernen und die eigenen Arbeit stetig weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen die Prävention und der Schutz von allen Kindern und Jugendlichen und alle uns anvertrauten Menschen in unseren Diensten, Angeboten und Einrichtungen.

  • DRK Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

    Mit den in unserem Verband abgestimmten und durch unsere Entscheidungsgremien verabschiedeten, für alle Gliederungen verbindlichen Standards tragen wir dafür Sorge, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie ehrenamtlich engagierte Menschen in unserem Verband Handlungsfähigkeit und Handlungssicherheit erlangen. Im Folgenden finden Sie unsere 8 DRK Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zusammen mit Handlungsempfehlungen und weiteren informativen Links.

  • DRK Standard 1 - Konzeption

    In allen Gliederungen (Landesverband, Bezirksverband, Kreisverband, Ortsverein, Schwesternschaften) des DRK, in den Einrichtungen und in den Diensten, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten, soll eine Konzeption zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt durch hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtlich Aktive vorliegen.

    DRK Empfehlung zur Erarbeitung einer Konzeption bei sexualisierter Gewalt 

  • DRK Standard 2 - Kenntnisse und Wissenserwerb

    Alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitende, alle ehrenamtlich Aktive sowie alle in verantwortlicher Funktion, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten, wissen, was sie tun müssen, um jederzeit eine wirkungsvolle Intervention bzw. langfristig eine wirkungsvolle Prävention einzuleiten. Das Wissen darum ist zu Beginn der Beschäftigung bzw. Tätigkeit nahe zubringen und in regelmäßigen Fortbildungen aktuell zu halten.

  • DRK Standard 3 - Verhaltenskodex und Selbstverpflichtung

    Alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitende, alle ehrenamtlich Aktive sowie jedes Mitglied in verantwortlicher Funktion, die jeweils Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen haben beziehungsweise haben werden, unterschreiben eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung des Verhaltenskodexes zum Schutz vor und Intervention bei sexualisierter Gewalt.

    DRK Vorlage Muster Verhaltenskodex und Selbstverpflichtung

    Rechtlicher Hinweis zu Standard 3 - Verhaltenskodex und Selbstverpflichtung

  • DRK Standard 4 - Erweitertes Führungszeugnis

    Alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitende, die im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, legen zu Beginn ihrer Tätigkeit und mindestens alle 5 Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vor. Die Regelungen für ehrenamtliche Mitglieder sind in einer gesonderten Form bundeseinheitlich zu regeln.

    Ehrenamtliche Mitarbeitende der Rotkreuz-Gemeinschaften Bereitschaften, Bergwacht, Wasserwacht und Wohlfahrts- und Sozialarbeit legen zu Beginn ihrer Tätigkeit und mindestens alle 5 Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vor, sofern sie regelmäßig Kinder und Jugendliche betreuen, beaufsichtigen, pädagogisch bilden und ausbilden oder eine klare Funktion und Aufgabe haben, die in vergleichbarer Weise geeignet ist, Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen. Auf örtlicher Ebene erfolgt eine Prüfung gemäß den Kriterien des Deutschen Vereins, ob aufgrund der Art, der Intensität und der Dauer des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen die Einsicht in das erweiterte Führungszeugnis erforderlich ist.

    In Wahrnehmung von ehrenamtlichen Tätigkeiten bei Trägern der freien Jugendhilfe (Jugendrotkreuz) erfolgt gemäß Bundeskinderschutzgesetz (unter Verweis auf §72a Abs. 4 SGB VIII) die Regelung (vor Ort) zur Vorlage erweiterter Führungszeugnisse durch Vereinbarungen mit den öffentlichen Jugendhilfeträgern. Dabei sollten bei den entsprechenden Verhandlungen und Gesprächen die Empfehlungen des Deutschen Vereins sowie die Arbeitshilfe des Deutschen Bundesjugendrings als Argumentationshilfen genutzt und in die Jugendhilfeausschüsse eingebracht werden.

    Prüfschema Deutscher Verein

    Empfehlung Deutscher Verein

    Arbeitshilfe des Deutschen Bundesjugendrings

    DRK Arbeitshilfe zum Bundeskinderschutzgesetz

  • DRK Standard 5 - Beteiligung

    Für alle Kontakte mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen ist verbindlich festgelegt, wie diese in geeigneter Weise bei allen sie betreffenden Entscheidungen gehört und ihre Meinungen berücksichtigt werden. Die Beteiligungsrechte und wie sie eingefordert werden können, werden zu Beginn des Kontaktes und im weiteren Verlauf zielgruppengerecht kommuniziert.

  • DRK Standard 6 - Beschwerdemanagement und Vertrauenspersonen

    Jede Gliederung des DRK benennt eine angemessene Anzahl an Vertrauenspersonen für ihre Adressatinnen und Adressaten sowie deren Angehörige, mindestens jedoch eine Frau und einen Mann je Mitgliedsverband sowie eine qualifizierte Institution außerhalb des Verbands als externe Beratung und kommuniziert diese Personen und den Zugangsweg zu ihnen in geeigneter Weise.

  • DRK Standard 7 - Verbandsinterne Strukturen und Ansprechperson

    Jeder Landesverband bzw. der Verband der Schwesternschaften und der Bundesverband benennt eine hauptamtliche Person als Ansprechperson, die auf dem Gebiet der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt über nachweisliche Kenntnisse verfügt. Diese Person implementiert in den eigenen Gliederungen ein Netzwerk von Vertrauenspersonen im haupt- und ehrenamtlichen Bereich und steht als Ansprechperson bei allen Belangen rund um das Thema zu Verfügung.

    Ansprechperson auf Bundesebene ist Mascha Angrick, Referentin für Jugendsozialarbeit, Kinder- und Jugendschutz sowie Kinderrechte.

  • DRK Standard 8 - Verfahrensweise bei Vorfällen

    Alle Gliederungen, Einrichtungen und Dienste, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten, haben eine verbindliche Verfahrensweise festgelegt, wie sie eine Beschwerde, eine Vermutung oder einen begründeten Verdacht auf sexualisierte Gewalt abklären und darauf oder auf einen Übergriff fachlich angemessen reagieren.

Weiterführende Links zur Arbeit in unseren Mitgliedsverbänden

Die Umsetzung der DRK Standards erfolgt in den Landes- und Mitgliedsverbänden. Viele Landesverbände haben eigene Handreichungen, Materialien und Fortbildungen aufbauend auf den DRK Standards entwickelt. Diese gute Praxis gilt es in die Breite zu tragen, um von einander zu lernen und insgesamt das Thema Prävention und Schutz für den Verband weiterzuentwickeln.

Über die vielfältige Arbeit der Landes- und Mitgliedsverbände können Sie sich auf den folgenden Seiten informieren:

Landesverband Badisches Rotes Kreuz e.V.

DRK Landesverband Hessen e.V.

DRK Landesverband Nordrhein e.V.

DRK Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

DRK Landesverband Westfalen-Lippe e.V.

Bundesverband Jugendrotkreuz

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