Internationaler Tag der Migration – Menschlichkeit anmahnen

Am heutigen 18. Dezember feiern wir weltweit den Internationalen Tag der Migration, der im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um die Wahrung von Menschlichkeit im Migrationsprozess anzumahnen und Migration als ein mit der Menschheitsgeschichte verbundenes, konstantes Phänomen zu würdigen.

Der Begriff Migration umfasst verschiedene Formen der Wanderung von Menschen. Dabei sind insbesondere die Arbeitsmigration und die Fluchtmigration beherrschende Themen in den Debatten, aber auch die Bedeutung von klimabedingter Migration nimmt weiter zu.

Migration geht alle an

Im Jahr 2020 gab es weltweit mehr als 280 Millionen internationale Migrantinnen und Migranten (Quelle de statista). Damit hat sich die Zahl in den letzten 30 Jahren global fast verdoppelt. Die Welt steht vor komplexen Herausforderungen, wenn es um Migration geht. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur Migrantinnen und Migranten selbst, sondern auch die Aufnahmegesellschaften und internationale Organisationen.

In einem aktuellen Brennpunkt geht das Deutsche Rote Kreuz auf Herausforderungen in der aktuellen Debatte um Migration in Deutschland ein und appelliert an alle Beteiligten, die Debatte sachlich und konstruktiv zu führen.

Unabhängig von der aktuell polarisierten öffentlichen und politischen Debatte lassen sich zentrale Punkte herausstellen, die zur Wahrung von Menschlichkeit im Migrationsprozess beachtet werden sollten:

1. Achtung von Menschenrechten und Schutzbedürfnissen

Eine der drängendsten Herausforderungen besteht darin, die Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten zu schützen. Viele Menschen verlassen ihre Heimatländer aufgrund von Konflikten, Verfolgung oder Naturkatastrophen. Hierbei ist entscheidend, dass ihre Grundrechte respektiert und geschützt werden, unabhängig von ihrem rechtlichen Status im Aufnahmeland. In Deutschland unterstützt das DRK Zugewanderte durch Beratungsangebote wie Migrationsberatung oder Asylverfahrensberatung oder führt Untersuchungen durch, beispielsweise zur Identifikation von besonderen Schutzbedarfen geflüchteter Menschen mit Behinderungen.

2. Inklusion und Teilhabe

Die gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in ihren neuen gesellschaftlichen Kontexten ist Voraussetzung von gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz. Die Förderung von Teilhabe und Inklusion liegt sowohl in der Verantwortung der Aufnahmegesellschaften und erfordert gleichwohl eine aktive Beteiligung der Zugwanderten selbst. Durch das Engagement u.a. im staatlich-zivilgesellschaftlichen Aufnahmeprogramm NesT vernetzt das DRK Zivilgesellschaft mit neu eingereisten, besonders schutzbedürftigen Geflüchteten, um Inklusion und Teilhabe ganzheitlich aufzustellen.

3. Bekämpfung von Vorurteilen und Stereotypen

Migrationsdebatten sind oft von Vorurteilen und Stereotypen geprägt. Es ist wichtig, gesellschaftlich-politische Debatten und Diskurse auf der Basis von Fakten und Erfahrungen zu führen, um eine konstruktive Diskussion zu fördern und ein unterstützendes Umfeld für Zugewanderte zu schaffen.

4. Globale Zusammenarbeit und Solidarität

Die Komplexität des Migrationsgeschehens erfordert eine verstärkte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Solidarität und gemeinsame Anstrengungen sind notwendig, um nachhaltige Lösungen zu finden und den Schutz und das Wohlergehen von Migrantinnen und Migranten weltweit zu gewährleisten. Das DRK ist durch die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in den internationalen Diskurs eingebunden und gestaltet diesen mit, bspw. bei der Erarbeitung der IFRC Strategy on Migration 2018–2022 oder bei der Migration Strategy for the International Red Cross and Red Crescent Movement 2024-2030.

 

Migration braucht Engagement

Herausforderungen im Kontext von Migration sind vielschichtig und erfordern einen umfassenden Ansatz. Das Deutsche Rote Kreuz setzt sich weltweit dafür ein, Migrantinnen und Migranten zu unterstützen, ihre Rechte zu schützen und einen Beitrag zu einer inklusiveren und solidarischen Gesellschaft zu leisten.

Der Internationale Tag der Migration erinnert uns daran, dass wir auf diesem Weg alle gemeinsam unterwegs sind. Arbeitet mit an unserer Vision von einer Welt, in der Migration als „normal“ angesehen wird und Gesellschaften durch sie gestärkt und bereichert werden.