Organisationelle Ebene
Unterstützungsangebote sichtbar machen und bündeln
- Vorhandene Unterstützungsangebote wie Leitfäden, Beratungsangebote, Kommunikations- und Rechtsunterstützung sollten sichtbar gemacht werden und regelmäßig an (neue) Mitarbeitende und Leitungen kommuniziert werden.
Schutzkonzepte aufsetzen und einführen
- Schutz- und Handlungskonzepte sollten träger- und einrichtungsspezifisch aufgesetzt bzw. konkretisiert werden, unter anderem durch die Entwicklung von Notfallleitfäden sowie der Festlegung von internen Melde- und Entscheidungswegen.
Regionale Netzwerke und Kooperationsstrukturen aufbauen
- Nicht alle Bedarfe müssen organisationsintern bearbeitet werden. Daher empfiehlt es sich Kooperationen bspw. zu externen Fachstellen, psychosozialen Angeboten, Antidiskriminierungsberatungen gezielt zu nutzen. Je nach Handlungsfeld kann es zudem sinnvoll sein regionale Netzwerke mit Kommunen, Beratungsstellen, Präventionsakteuren sowie ggfs. den Sicherheitsbehörden zu stärken.
Qualifizierung und psychosoziale Unterstützung
- Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote sollten an typischen Belastungslagen ausgerichtet werden. Es benötigt kompakte, praxisnahe, zielgruppenspezifische Formate für typische Eskalationslagen. Supervision, Fallbesprechungen und psychosoziale Unterstützung sollten regelmäßig angeboten werden.
Kultur der sichtbaren Rückendeckung durch Leitungsverantwortung
- Mitarbeitenden benötigen die Erfahrung von Rückhalt durch Leitung und Organisation. Bei Angriffen auf Mitarbeitenden sind klare interne und öffentliche Positionierungen sicherzustellen.
Individuelle Ebene
Handlungssicherheit durch Training
- Mitarbeitende sollten konkrete Werkzeuge für den Umgang mit Bedrohungssituatinen erhalten, einschließlich Deeskalation, Dokumentation von Vorfällen und digitaler Selbstschutzstrategien.
Digitale Schutzkompetenzen
- Schulungen zu Privatsphäre-Einstellungen, Umgang mit Doxing, Meldewegen und Community-Management stärken die Handlungsfähigkeit im digitalen Raum.
Resilienzförderung und Peer-Support
- Niedrigschwellige kollegiale Austauschformate, Peer-Beratungsmodelle und Zugang zu professioneller Unterstützung tragen zur langfristigen Belastungsreduktion bei.
Klarheit über Rechte und Schutzmöglichkeiten
- Individuelle Handlungssicherheit entsteht nur, wenn Mitarbeitende wissen, welche rechtlichen und organisationalen Ressourcen ihnen im Ernstfall zur Verfügung stehen und diese Informationen regelmäßig aktualisiert und kommuniziert werden.





