
Als ich die E-Mail vom Generalsekretariat mit der Ankündigung dieses Projektes gelesen hatte, musste ich nicht lange überlegen, ob ich dabei mitwirken möchte. Unsere Grundsätze begleiten mich seit Jahren im Arbeitsalltag – aber sie einmal so zu erklären, dass andere Menschen einen echten Zugang dazu finden, ist eine ganz neue Herausforderung. Und genau das hat mich gereizt.
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Funktionen im Bereich der Kindertagesbetreuung und aus unterschiedlichen DRK Landes- und Kreisverbänden daran mitarbeiten. Allein diese Vielfalt an Perspektiven ist überaus gewinnbringend.
Besonders spannend finde ich auch die Mischung aus Online und Präsenztreffen. Während wir in den digitalen Treffen viel Struktur, Planung und Detailarbeit schaffen, entwickeln die persönlichen Begegnungen eine eigene Dynamik. Gerade diese Präsenztreffen empfinde ich als besonders konstruktiv – hier entstehen Ideen, die online so nicht möglich wären.
Ein starker Impuls kam direkt zu Beginn beim Auftakttreffen. Dort wurde nicht nur der Grundstein für das Projekt gelegt, sondern auch eine Atmosphäre geschaffen, die getragen war von Offenheit, Kreativität und echtem Teamgeist. Dieser Start hat mich sehr motiviert, mich weiterhin aktiv einzubringen.
Für mich war sehr überraschend, wie viel Klarheit entsteht, wenn man Dinge so formulieren muss, dass sie in ein Video passen.
Die sieben Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sind uns geläufig; sie gehören zu unserem „Rüstzeug“. Daher spricht man im Alltag oft selbstverständlich über Begriffe wie Partizipation, Wertschätzung oder Schutzauftrag. Doch wenn man sie erklären möchte, merkt man schnell:
Durch diese Reflexionsarbeit habe ich viel über meine eigene Haltung gelernt. Mir ist noch bewusster geworden, warum bestimmte Situationen im Alltag mir besonders wichtig sind – etwa Kinder dabei zu unterstützen, ihre Meinung zu äußern, oder Konflikte als Lernchance zu betrachten.
Und ich habe auch gelernt, wie viel Arbeit hinter einem gut strukturierten Drehbuch steckt. Jede Formulierung wird hinterfragt: Ist sie verständlich? Ist sie barrierefrei? Transportiert sie das, wofür wir stehen? Das ist manchmal anstrengend, aber unglaublich wertvoll.
Für mich ist dieses Projekt mehr als die Produktion eines Videos. Es ist eine kleine Reise zurück zu den Wurzeln unserer Arbeit, zu unserer gemeinsamen Grundhaltung.
Eine Kollegin aus unserem Kreisverband ist ebenfalls an der Projektgruppe beteiligt. Im persönlichen Austausch stellen wir immer wieder fest, dass der „Spirit der DRK-Familie“ bei der Mitwirkung an diesem Projekt in besonderer Weise spürbar wird. Er durchdringt die Arbeit und schafft ein besonders intensives Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Ich fühle mich durch die Mitarbeit an diesem Projekt nicht nur fachlich bereichert, sondern auch stärker eingebunden in das, was unseren Träger ausmacht und unsere Arbeit langfristig prägen soll. Dass die Kindertagesbetreuung im Gesamtverband als Hauptaufgabenfeld festgeschrieben ist, und dazu ein spezifisches Rotkreuz-Profil aller DRK-Kindertageseinrichtungen gehört, wurde mir durch die Projektarbeit noch einmal besonders bewusst. Hier wird deutlich, wie viel Bedeutung der frühkindlichen Bildung und Erziehung beim DRK beigemessen wird.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns bei der Erarbeitung des Erklärvideos besonders darum bemüht, praxisnah zu zeigen, wie die Grundsätze und Werte des DRK im pädagogischen Alltag in den Kitas gelebt und den Kindern nahegebracht werden können. Die ersten Reaktionen in unserem Kreisverband bestätigen, dass uns dies gelungen ist. Kurz nach seiner Fertigstellung wurde das Video auf einer unserer Leitungskonferenzen gezeigt. Die Rückmeldung war eindeutig: „So klar und konkret formuliert und auf den Punkt dargestellt hatten wir das noch nie!“

Was mich besonders freut: Das Video wird nicht für sich alleinstehen. Darüber hinaus erarbeiten wir in der Projektgruppe aktuell einen umfangreichen eLearning-Kurs, der unsere Grundsätze vertieft und die fünf Profilthemen des DRK praxisnah erklärt.
Der Kurs wird u. a. enthalten:
Aus meiner Sicht wird dieser Kurs besonders für neue Mitarbeitende ein wertvolles Werkzeug sein, um schnell ein Teil der DRK-Familie zu werden.
Ich freue mich sehr, Teil dieses Projekts zu sein und bin gespannt, wie das Ergebnis bei Kolleginnen und Kollegen, Familien und neuen Mitarbeitenden ankommen wird.

Julia Weisenhaus
Leiterin DRK Kindertageseinrichtung „Mühlenzwerge“, Blankenheim-Mülheim,
Mitglied der Projektgruppe eLearning Kita
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