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Digitalstrategie und digitale Personalentwicklung


Die Kompetenzzentren Digitalisierung im DRK setzen diverse Projekte zur Entwicklung und Implementierung von Digitalstrategien und Personalentwicklungsstrategien und -maßnahmen um. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt unseres Handelns. Gemeinsam mit DRK Gliederungen entwickeln wir eine passende und nutzbare Digitalstrategie und unterstützen dabei, das Potential digitaler Anwendungen für die bedarsfgerechte und effektive Förderung der Beschäftigten zu nutzen.

Bettina Stuffer steht Ihnen als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

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Vernetzung & Digitales Mentoring im Bayerischen Roten Kreuz

Warum setzen wir dieses Projekt um?

Ned Cooperation of America / flickr
© Ned Cooperation of America / flickr

In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Süd identifizierte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) verschiedene Chancen, die durch den Einsatz digitaler Personalentwicklungsmaßnahmen genutzt werden können: Aktuell werden digitale Weiterbildungsformate überwiegend zur Fachkräftequalifizierung eingesetzt, Führungskräfte werden derzeit hingegen ausschließlich in klassischen Fortbildungsveranstaltungen gefördert.

Der Einsatz digitaler Lösungen birgt also erhebliches, noch nicht genutztes Potential für die Personalentwicklung. Durch digitale Formate können ressourcengünstige Personalentwicklungsmaßnahmen geschaffen werden, die die ortsunabhängige Einbindung von Beschäftigten ermöglichen. Dadurch sparen sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Maßnahmen als auch die Anbieter Zeit und Kosten (z.B. für An- und Abreise). Digitale Personalentwicklungsmaßnahmen sind also eine niedrigschwellige und kostengünstige Alternative zu klassischen Fortbildungsveranstaltungen.

Weiteres Potential wurde in der spezifischen Förderung von Frauen als Führungskräfte identifiziert. Wenn auch die Wohlfahrtspflege ein Arbeitsfeld mit einem hohen Frauenanteil darstellt, sind weibliche Beschäftigte in Führungspositionen wiederum stark unterrepräsentiert. Aus diesem Grund sollten insbesondere junge Frauen vom Mentoring-Programm als zielgerichtete Personalentwicklungsmaßnahme profitieren, um weibliche Nachwuchskräfte gezielt auf Führungsrollen vorzubereiten.

Welche Ziele möchte dieses Projekt erreichen?

Das BRK und die Kompetenzzentren Digitalisierung fokussieren in diesem Projekt drei zentrale Hauptanliegen:

  1. Die Nutzung digitaler Lösungen in der Personalentwicklung
  2. Die Förderung von Frauen als Führungskräfte
  3. Die stärkere Vernetzung innerhalb des Verbands

Im Fokus des Projekts steht die berufliche Weiterentwicklung sowie die Stärkung der (Führungs-)Kompetenzen der Mentees sowie Mentorinnen und Mentoren.

Für dieses Projekt werden als Mentees insbesondere junge Frauen angesprochen, um strukturell und verbandsweit den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Diversität und die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen birgt viele Chancen für die Organisationsentwicklung (PDF).

Gleichzeitig werden Mentorinnen und Mentoren durch ihre Rolle im Programm in ihren Führungskompetenzen gefördert. U.a. werden dabei Fähigkeiten wie eine gesteigerte Selbstreflexion, Coaching-Kompetenzen und effektive Kommunikation trainiert. Mentees werden in ihren Rollen gestärkt und gefördert und arbeiten an ihren Kommunikations-, Verhandlungs- und Führungskompetenzen.

Neben der individuellen Förderung zielt das Programm auf eine stärke Vernetzung innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes – über Einrichtungen und Kreisverbände hinweg – ab. Dadurch wird Wissenstransfer über Einrichtungen und Standorte hinweg ermöglicht.

Zudem kann sich das BRK als attraktiver und innovativer Arbeitgeber platzieren. Personalentwicklungsmaßnahmen werden um ein digitales Format sowie zielgruppenspezifisches Angebot ergänzt. Dies wiederum wirkt sich positiv auf potenziell Interessierte auf dem Arbeitsmarkt aus.

Wie haben wir dieses Projekt umgesetzt?

Das Mentoring-Programm wurde als Pilotprogramm zur digitalen Nachwuchskräfteförderung konzipiert, das im Zeitraum von Oktober 2019 bis Januar 2020 umgesetzt wird. Über einen mehrmonatigen Zeitraum hinweg werden in diesem Piloten 40 Beschäftigte beim BRK und dessen Tochtergesellschaften jeweils zu zweit als Mentorin bzw. Mentor und Mentee vernetzt. Mit einer digitalen Plattform arbeiten sie dabei gezielt und strukturiert an der Weiterentwicklung und den beruflichen Zielen der jungen Mitarbeitenden.

Die Umsetzung des Programms erfolgt durch die Zusammenarbeit mit dem Tech-for-Good Start-Up Volunteer Vision. Volunteer Vision ist ein digitaler Mentoring-Anbieter mit Sitz in München.

Eine Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung bringt Beschäftigte in Mentoring-Paaren zusammen und ermöglicht ihnen über einen Zeitraum von mehreren Monaten, an individuellen Fragestellungen rund um das Thema Beruf und Weiterentwicklung zu arbeiten. 

Die Mentoring-Plattform enthält folgende Bestandteile:

  • Kommunikationstools wie Live-Chat, (Video-) Anrufe und virtuelle Meetingräume mit Präsentationsmodus
  • Self-Service Support: Automatisierte Erinnerungen bzw. Benachrichtigungen sowie einen FAQ-Bereich
  • Matching-Funktion: Basierend auf persönlichen und beruflichen Interessen und dem Profil werden Mentees und Mentorinnen und Mentoren vernetzt.
  • Fünf verfügbare E-Learning Materialien zu unterschiedlichen Themen wie Kommunikation, Führungsstile, Netzwerk.
  • Community-Portal: Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Teilnehmenden
  • Unterstützender Mentoring-Leitfaden für Mentorinnen und Mentoren

Vor Programmstart fand ein Einführungstraining über E-Learning statt, in dem die Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer über den Umgang mit der Plattform informiert wurden. Außerdem bot das Training Anhaltspunkte und Tipps zu Mentoring und den verfügbaren Programminhalten.

Nach Abschluss wird das Programm durch den Kooperationspartner basierend auf der Evaluation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer evaluiert. Dabei wird Feedback zu den Programminhalten sowie zur digitalen Plattform eingeholt.

Wie setzen sich die Kosten zusammen? Gibt es Fördermittel?

© Frieder Unselt / DRK

Die Kosten des Mentoring-Programms belaufen sich auf Lizenzgebühren für die Nutzung der Mentoring-Plattform.

Um diese Kosten zu decken, wird von allen Mentees ein Teilnahmebeitrag von 300,- € pro Person erhoben. Die Teilnahme für Mentorinnen und Mentoren ist kostenlos. Die Teilnahmegebühren werden den jeweiligen Dienststellen der Mentees in Rechnung gestellt.

Im Rahmen der Pilotphase wird das Projekt zu 50 % aus Projektmitteln der Kompetenzzentren über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezuschusst.

Weitere Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Welche Erfahrungen und Erlebnisse möchten wir mit Ihnen teilen?

Unsere Ideen und Erfahrungen für Sie

Das Programm stieß nach der Ausschreibung auf großes Interesse, und es wurden fast alle verfügbaren Plätze gefüllt. In der Startphase gab es soweit keine schwerwiegenden technischen Probleme, kleinere Startschwierigkeiten konnten durch den technischen Support-Service des Kooperationspartners unmittelbar behoben werden.

Alle Programmteilnehmenden kommen sehr gut mit der digitalen Plattform zurecht, die digitalen Einführungstrainings und bisher absolvierten Mentoring-Sitzungen wurden als sehr positiv bewertet.

Lernerfolge und Feedback über das Mentoring-Programm werden nach Abschluss des Projektes hier veröffentlicht.

Sehr empfehlenswert dazu auch der Blog-Beitrag der Projektleitung: Bettina Stuffer

 

Wer sind Ihre Ansprechpersonen für Nachfragen und Anfragen?

Susanne Bruch / DRK
Ihre Ansprechpartnerin aus dem Kompetenzzentrum Süd: Bettina Stuffer

Haben Sie Fragen, Feedback oder Interesse an mehr Details über das Programm? Wenden Sie sich gerne an: 

Bettina Stuffer, Beraterin Digitale Wohlfahrt, Kompetenzzentrum Wandel.Wohlfahrt.Digitalisierung, Standort Süd

Petra Dietz, Leiterin Stabsstelle Personalentwicklung, Beauftragte für Vielfalt, Bayerisches Rotes Kreuz


Interviews mit Ansprechpartnerinnen und -partnern (Porträts)

  • Interview mit Petra Dietz (Stabsstelle Personalentwicklung im BRK)
    Zu sehen ist ein Foto von Frau Petra Dietz in Schwarz-Weiß. Petra Dietz / BRK
    Interviewpartnerin ist Petra Dietz vom BRK

    Wie lautet ihr Name, ihre Position? Wie lange sind Sie beim DRK?

    Hallo, ich bin Petra Dietz und leite seit Anfang 2018 die Stabsstelle Personalentwicklung im Bayerischen Roten Kreuz. Beim BRK arbeite ich aber bereits seit 2003, vor meinen Elternzeiten war ich erst als Bildungsreferentin und später als Geschäftsführerin im Bayerischen Jugendrotkreuz tätig.

    Beschreiben Sie kurz ein digitales Projekt, das Sie in Ihrem Bereich durchgeführt oder mitbegleitet haben bzw. aktuell begleiten.

    Wir haben letztes Jahr ein Pilotprojekt zur Nachwuchs- und Führungskräfteförderung durch digitales Mentoring gestartet, mit dem wir insbesondere junge Frauen in Führungspositionen unterstützen wollen oder auch solche, die gern zukünftig Führungsverantwortung übernehmen möchten. Die Idee entstand gemeinsam mit Bettina Stuffer vom DRK-Kompetenzzentrum Süd des Projekts Wandel.Wohlfahrt.Digitalisierung. Wir arbeiten zusammen mit einem Münchener „Tech-for-good-Startup“, das die Mentoring-Plattform entwickelt hat.

    BRK-intern werden Mentorships aus erfahrenen und zukünftigen bzw. neuen jungen Führungskräften gebildet, der gesamte Mentoring-Prozess findet komplett digital statt und ist somit ortsunabhängig, zeit- und kostensparend. Aufgrund persönlicher Merkmale werden Mentor*in und Mentee gematcht und per Video mit der Mentoring-Plattform vertraut gemacht. Dort vereinbaren sie Termine für ihre gemeinsamen Sitzungen, die per Video stattfinden. In der Mentoring-Plattform sind Materialien (z.B. zu Kommunikation, Verhandeln, Netzwerken etc.) in Form von Präsentationen hinterlegt, mit denen gearbeitet werden kann, die Mentorin bzw. der Mentor wird per Gesprächsleitfaden durch die Sitzungen geführt. Die Inhalte der Sitzungen können auch individuell angepasst werden, die Bedürfnisse und beruflichen Ziele des Mentees stehen im Mittelpunkt.

    Auch wenn der Fokus auf der persönlichen Weiterentwicklung der*des Mentees liegt, so erweitern auch die Mentorinnen und Mentoren ihre Kompetenzen, entwickeln ihre Führungsqualitäten weiter und reflektieren Ihr Handeln als Führungskraft: Beide Seiten profitieren von der Teilnahme.

    Wenn alles gut läuft, werden wir noch im ersten Halbjahr 2020 die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation bekommen, sodass wir auf Grundlage dieser und anderer Feedbacks entscheiden können, wie wir das Programm möglicherweise ausweiten können. Ideen haben wir schon einige…

    Abgesehen davon habe ich seit zwei Jahren ein nahezu digitales Büro, was äußerst praktisch ist, wenn man sowohl in der Geschäftsstelle, als auch im HomeOffice arbeitet. In unserem kleinen Team werden wir auf digital unterstützte Arbeitsformen setzen: Wir arbeiten alle in Teilzeit und haben teils unterschiedliche Büro-Präsenztage, arbeiten aber dennoch in Projekten eng zusammen.

    Bei welchen Fragen können sich Interessierte gern an Sie wenden? Worin liegt Ihre Expertise?

    Ich kenne mich mit Personal- und Organisationsentwicklung aus, mit Führung, Führungskräfteentwicklung, Diversity und Netzwerken, mit Gremienarbeit und der Herbeiführung von Entscheidungen. Aber ich bin überzeugt, dass ich in diesen Themenfeldern (und in anderen noch viel mehr) noch ganz viel von allen möglichen Menschen innerhalb und außerhalb des Roten Kreuzes lernen kann und bin immer offen für Neues.

    Welche Idee oder welches Digitalisierungsvorhaben würden Sie am liebsten umsetzten, wenn Geld, Zeit und Know-How keine Rolle spielen würde?

    Dann wünsche ich mir doch die eierlegende Wollmilchsau in Form einer alleskönnenden digitalen Rotkreuz-Plattform: Informations- und Wissensmanagement, Veranstaltungsmanagement, Lernplattform, Kommunikationsplattform mit Video, Chat, Telefonie, digitale Besprechungsräume, Zeiterfassung, ein soziales Rotkreuz-Netzwerk, Dienstplangestaltung, Projektmanagement-Tools, Urlaubs- und Dienstreiseplanung, Gremienbereiche, zielgruppenspezifische Kommunikationskanäle (von „alle Führungskräfte im BRK“ bis zu „Eltern der Nilpferdgruppe in der Kita Hintertupfingen“), Mitglieder- und Kundenverwaltung, Fuhrparkmanagement, Designtool für Styleguide-konforme Materialien, Bewerbermanagement, Personalverwaltung, Talent- und Kompetenzmanagement, Shop für Materialien aus Rahmenverträgen, Mentoring- Supervisions- und Beratungskanäle, dauerbesetzter Expertenchat usw. Da würde mir sicher noch mehr einfallen…
    Diese Plattform muss natürlich supereinfach und intuitiv zu bedienen sein und das nicht nur von digital-affinen Menschen, sondern auch von solchen, denen Digitalisierung möglicherweise etwas Angst macht und die bisher wenig mit digitalen Tools zu tun hatten… Selbstverständlich auch unabhängig vom Gerät, also nutzbar am Computerbildschirm und per Handy-App… Manchmal befürchte ich, dass wir Menschen mit x verschiedenen Tools, Anwendungen und Plattformen überfordern und irgendwann niemand mehr durchblickt, welche Angebote es wo gibt.

    Wie kann man Sie erreichen?

    Am einfachsten per E-Mail dietz(at)lgst.brk.de, XING, LinkedIn oder Teams – digital eben. Ich freue mich über Ideen, Anregungen und Austausch!

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