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Das Innovationslabor der DRK-Wohlfahrt

Das erste Innovationslabor des DRK war ein drei-jähriges Lern- und Experimentierprojekt der DRK-Wohlfahrt (2017-2019). Das Ziel: herausfinden, wie Innovationen in den sozialen Aufgabenfeldern des DRK entwickelt und verbreitet werden können. Die Learnings: zahlreich ...

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Der Ideenwettbewerb: »Insight DRK«

Tom Maelsa / DRK
»Insight DRK« Ideen zum Hingucken

Am Anfang stand das DRK mit seiner föderalen Struktur, seinen Landes- und Kreisverbänden, seinen Trägern und Einrichtungen. Die Überlegung: Soziale Innovationen, die den Menschen helfen, werden vor Ort entwickelt und wirken dort. Für die Verbreitung neuer Ideen, Lösungen und Erfahrungen aber biteten die Landesverbände und der Bundesverband des DRK großes Transferpotential. Beim verbandsweiten Ideenwettbewerb »Insight DRK« sollten sich dementsprechend nur Tandems aus Gliederungen bewerben, die vor Ort und regional wirken.

Aus allen Einsendungen zum Ideenwettbwerb wählte eine Jury aus hochrangigen DRK-internen und -externen Expertinnen und Experten zehn Projekte aus, die ihre Ideen für soziale Innovation im DRK Ende 2017 in einer Pecha-Kucha-Show vorstellten. 

Die Projekte im Innovationslabor

Aus den zehn Nominierten, wählte die Jury drei Projekte entlang der drei Phasen eines Innovationsprozesses aus: Für die Ideen- und Konzeptphase die SozialWerkstatt der DRK-Schwesternschaften Marburg, die antrat, um die soziale Landschaft vor Ort mit Qualifizierungs- und Netzwerkformaten zu stärken; für die Pilotierungsphase die Social Youth Challenge des DRK in Bremen, die innovatives Engagement junger Menschen in der Hansestadt sichtbar machen und stärken sollte; und für die Skalierungsphase das Sozio-Med-Mobil des DRK in Wolfenbüttel, das Mobilität in strukturschwache Gebiete bringt.

SozialWerkstatt

DRK-Schwesternschaft Marburg

Sozio Med Mobil

DRK-Wolfenbüttel

Die Arbeit im Innovationslabor

Intrapreneurship bewegt

Die drei Projekt-Teams wurden für 2018 mit einer Anschubfinanzierung und begleitendem Coaching ausgestattet. Alle drei Teams haben hart an ihren Projekten gearbeitet: Sie haben ihre Konzepte entwickelt und manchmal auch wieder verworfen, ihre Zielgruppen in unterschiedlichen Formaten eingebunden und Schritt für Schritt getestet, was funktioniert. Die Ergebnisse können sich sehen lassen! Zentral für unser Lern- und Experimentierprojekt aber sind die Erkenntnisse für die Innovationsförderung im DRK.

Als vielversprechender Ansatz wurde als erstes die Förderung von ›Intrapreneurs‹, Moverinnen und Makern im DRK, mit der ersten Intrapreneurship-Tagung des DRK aufgegriffen. Hier galt es, Ansätze und Methoden für die Ideenfindung, die Wirkungsorientierung und den Transfer ganz praktisch auszuprobieren.  

Die Erkenntnisse aus dem Innovationslabor

Quelle: Seelos/Mair 2017

Mit dem ersten Innovationslabor des DRK haben wir sehr gute Erfahrungen für die Förderung sozialer Innovationen in unserem Verband gemacht und zahlreiche Erkenntnisse dazugewonnen; einerseits natürlich im Austausch mit den Projekten im Innovationslabor und anderen Netzwerkpartnerinnen und -partnern, andererseits anhand eigener Innovationsprojekte wie dem »Cross Media Day« und der DRK-Wohlfahrt.de. Wir haben mit der Innovationsförderung im DRK sozusagen mächtig an Expertise zugelegt. 

Und damit nicht genug! Im Rahmen seiner Masterarbeit am Centre for Social Innovation der University of Cambridge nahm René Burfeindt (DRK-Hamburg) die üblichen ›Pahologien‹ in Innovationsprozessen unter die Lupe und gab uns auf dieser Basis noch einige Handlungsempfehlungen mit auf den weiteren Weg:

Die Handlungsempfehlungen aus dem Innovationslabor

  • Die Landesverbände und der Bundesverband des DRK können ›Intrapreneurs‹ in Projekten wie dem Innovationslabor Zugang zu materiellen und immateriellen Ressourcen verschaffen (z.B. Zugang zu Fördermitteln, Räumen, Wissen und Kontakten), um neue Ansätze und Konzepte zu entwickeln. Darüber hinaus können sie Sichtbarkeit und Vernetzungsmöglichkeiten bieten, um Neuerungen bekannt zu machen, im Netzwerk weiter zu entwickeln und funktionierende Lösungen über ihren Entstehungsort hinaus zu transferieren. 
  • Ungebundene Ressourcen sind in Innovations-Projekten für spontane, im Projektplan nicht vorgesehene Aktionen und Experimente von besonderer Bedeutung. Die Unsicherheit, die mit der Entwicklung sozialer Innovationen immer verbunden ist, geht mit einer Vielzahl von nicht abzusehenden Entwicklungspfaden einher, die mithin vielversprechende Alternativwege bieten aber eben auch ins Leere führen können. Die Planung solcher ›Slack Resouces‹ ist in gewissem Umfang (vielleicht 10% des Gesamtbudgets) sehr empfehlenswert.
  • Die methodisch-prozessuale Begleitung bei der Entwicklung und dem Transfer sozialer Innnovationen hat sich im ersten Innovationslabor des DRK als funktional erwiesen, um zunächst unbekannte Entwicklungspfade strukturiert, Schritt für Schritt zu beschreiten. Der Fokus auf den Prozess der (Weiter-) Entwicklung wirksamer Angebote ist bei der Begleitung von Innovations-Projekten entsprechend sinnvoller als die Festlegung auf konkrete Produkte und Dienstleistungen.
  • Die Kommunikation zu Innnovations-Vorhaben ist ein wesentlicher Gelingensfaktor. Sie umfasst einerseits die schriftliche und mündliche Kommunikation zum Vorhaben und den angedachten Prozessen und andererseits Räume und (Austausch-) Formate.
    • Modellhafte Erläuterungen zu Vorhaben und geplanten Prozessen bietenden den Beteiligten eine gewisse Planbarkeit für den Prozess. Als gut geeignet hat sich dafür der Ansatz des ›Storytellings‹ erwiesen, wobei die zu Grunde liegenden Narrative gründlich durchdacht werden müssen.
    • Räume und Formate können dem Projekt – insbesondere zum Auftakt – ein gewisses ›Flair‹ verleihen. Veranstaltungen sollten mit Blick auf das zentrale Ansinnen des Projektes entsprechend sensibel gestaltet werden.
  • Die föderale Struktur des DRK birgt großes Transferpotential. Etablierte Kommunikationswege (z.B. Gremien und Rundbriefe), über die Informationen zu Projekten und Förderangeboten gestreut und potenzielle Transferpartner gewonnen werden können, sollten allerdings um neue, „Dritte Orte“ ergänzt werden, die die Vergemeinschaftung in „Communities of Practice“ begünstigen. BarCamp-Formate wie der „Cross Media Day“ haben sich hierfür als zielführend erwiesen und sollten weitergeführt und -entwickelt werden.

Ihr Ansprechpartner im DRK-Generalekretariat

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