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Newsletter
Flucht und Migration
Nr. 8-2018 vom 30.08.2018
DRK-Generalsekretariat
Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege
Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Anfang August 2018 sind in Bayern die ersten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren ("Anker-Zentren") in Betrieb gegangen. Was sich hinter den Toren abspielt ist mehr als ungewiss. Der Mediendienst Integration hat eine Kurzstudie veröffentlicht, in der (mutmaßliche) Auswirkungen thematisiert werden. Auch sonst gab es trotz der allgemeinen Ferienzeit einige Dinge, die wir für Sie zusammengetragen haben.

Wie bisher auch können Sie sich für den Newsletter über folgenden Link an- oder abmelden: Newsletter DRK-Wohlfahrt Flucht & Migration und natürlich können Sie den Newsletter auch gerne weiterleiten.

Mit herzlichen Grüßen von den Mitarbeitenden im Themenfeld Flucht und Migration!

 Neues aus dem DRK

mbeon-App steht zur Verfügung

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderinnen und Zuwanderer (MBE) in den insgesamt über 700 Beratungsstellen bundesweit wird seit kurzem durch die Möglichkeit der Online-Beratung ergänzt. Das Projekt "MBE online – mbeon" umfasst die Informationsplattform www.mbeon.de mit Informationen zu Themen wie Arbeit und Beruf, Deutsch lernen, Gesundheit und Wohnen, sowie die kostenlose App für den direkten Kontakt mit Beraterinnen und Beratern. Zur Zeit ist die App noch auf die Pilot-Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen beschränkt, eine Ausweitung auf das gesamte Bundesgebiet wird für 2019 angestrebt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage sowie unter www.mbeon.de

DRK Kunstprojekt KV Wesermarsch im Ministerium in Hannover ausgestellt

Der Kreisverband Wesermarsch des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützt seit 2016 in Elsfleth geflüchtete Frauen beim Ankommen in Deutschland. Während eines Kunstprojekts sind viele Bilder entstanden. Zwanzig dieser Bilder, die die Jugendlichen und Frauen im Zuge dieser regelmäßigen Treffen gemalt hatten, sind nun für mindestens vier Wochen im Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover zu sehen. Das Projekt wird durch die Bundesbeauftragte für Migration, Integration und Flucht gefördert.

Hier geht es zum Artikel der Nordwest-Zeitung auf der Seite des DRK-Kreisverbands Wesermarsch.

Qualifizierungsreihe im Landesverband Westfalen-Lippe

Der Fachbereich Migration des DRK-Landesverbandes Westfalen Lippe e.V. führt in der Zeit vom 12.09. bis zum 12.12.2018 eine sechs Veranstaltungen umfassende Fortbildungs- und Themenreihe „Migrationsarbeit im DRK“ durch. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, fach- und programmübergreifend einen genaueren Blick auf wichtige Themen in der Migrationsarbeit zu werfen und die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Roten Kreuz zu erreichen, die direkt oder indirekt mit den Themen Migration, Flucht, Integration und Interkulturelle Öffnung in ihrer Arbeit zu tun haben.

Die Reihe umfasst folgende Veranstaltungen zu folgenden Themen:

- Besonders schutzbedürftige Geflüchtete – Herausforderungen und Handlungsperspektiven
- Interkulturelle Öffentlichkeitsarbeit im DRK
- Dreamteam?! Interkulturelle Teamentwicklung und interne Kommunikation
- Menschlichkeit in der Migrationsarbeit – Blickwinkel und Handlungsperspektiven
- Compliance – Ein passendes Werkzeug für einen diskriminierungsfreien Verband?
- Mein Auftrag - meine Rolle - meine Haltung. Drei wichtige Säulen in der Beratungsarbeit

Das Programm sowie die Kontaktadresse können Sie hier herunterladen.

 Informationen und Materialien für die Beratung

Gericht entscheidet für umfassende Gesundheitsleistungen

Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht nur eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung für Menschen im Asylverfahren und bestimmte weitere Personengruppen vor. In der Praxis erhalten Erkrankte daher häufig keine umfassende Gesundheitsversorgung. Verbände kritisieren dies schon lange.

Das Landessozialgericht Hessen hat nunmehr erfreulicherweise in einem Beschluss entschieden, dass § 6 AsylbLG verfassungskonform weit auszulegen sei, so dass sich die Gesundheitsversorgung nach §§ 47 ff SGB XII bzw. dem SGB V richtet, auch wenn die Personen Leistungen nach dem AsylbLG beziehen.

Den Beschluss können Sie hier nachlesen.  

Bundesverfassungsgericht zu Rechten weitergewanderter anerkannter Flüchtlinge

Im Beschluss vom 31. Juli 2018 hat das Bundesverfassungsgericht – 2 BvR 714/18 – eine wichtige Entscheidung getroffen. Im vorliegenden Fall machte der Beschwerdeführer ein Abschiebehindernis in Bezug auf Griechenland geltend – konkret geht es um die Frage des Zugangs zu Unterkunft, Leistungen und Integrationsangeboten für anerkannte Flüchtlinge in Griechenland. Diese Frage ist schon seit langem in der Diskussion und auch in Hinblick auf andere EU-Staaten von hoher Relevanz (bspw. Bulgarien).   

Das BVerfG entschied: „Zudem bedarf es einer Auseinandersetzung mit der Einschätzung, bei anerkannt Schutzberechtigten ebenso wie bei Asylbewerbern treffe die Annahme des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu, dass es sich hierbei um eine besonders verletzliche Gruppe handelt, die zumindest in der Übergangszeit auf staatliche Hilfe bei der Integration in den Aufnahmestaat angewiesen ist.“   

Im konkreten Fall liege folglich ein Abschiebeverbot vor, da die Versorgung des Beschwerdeführers in Griechenland bei einer Rückführung nicht gewährleistet ist.

Den Beschluss können Sie hier herunterladen

Hinweis des BMAS zu Leistungen nach SGB II für neugeborene Kinder

Der Zugang zu Sozialleistungen für neugeborene Kinder von Drittstaatsangehörigen führt in der Beratungspraxis häufig zu vielen Fragen. Nunmehr hat das BMAS ein Schreiben veröffentlicht, welches mit dem BMI, der Integrationsbeauftragten und dem Bundekanzleramt abgestimmt ist. Demnach haben Kinder anerkannter Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigter einen Anspruch auf SGB II Leistungen von Anfang an. 

Das Schreiben des BMAS können Sie hier herunterladen

Lage Geflüchteter in Polen

Das Raphaelswerk hat in seiner regelmäßig erscheinenden Information zur Situation Geflüchteter in anderen EU-Staaten nunmehr die Lage in Polen für rücküberstellte Geflüchtete aufgearbeitet.

Das Heft richtet sich an Beraterinnen und Berater, die Geflüchtete in Fragen der Dublin-Rücküberstellung nach Polen unterstützen.

Das Heft können Sie auf der Website des Raphaelswerk herunterladen. 

Praxistipps rund um die Ausbildungsduldung

Die Handreichung zur Ausbildungsduldung nach § 60a Abs. 2 S. 4 ff. AufenthG ist in 2. aktualisierter Auflage erschienen. Neu finden Sie nun auch Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen wie die Bleiberechtsnetzwerke oder auch Projekte vor Ort, die für die Vermittlung interessierter Personen und damit auch der Anwendung der Ausbildungsduldung wichtig sind.

Auf der Website des Paritätischen Gesamtverbandes können Sie die Arbeitshilfe kostenlos herunterladen.

Webinar: Menschenhandel, am 06.09.2018, 11-12:30 Uhr

Nach einem erfolgreichen ersten Durchlauf bietet der bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK) nunmehr zum zweiten Mal das Webinar "Einführung in das Phänomen Menschenhandel und Handlungsmöglichkeiten für Mitarbeiter*innen in der Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Geflüchtete" an.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Koordinierungskreises.

 Veranstaltungen

Asylverfahrensworkshop, 19.-20.11.2018, Fulda

Der diesjährige verbandsübergreifende Asylverfahrensworkshop wird vom Deutschen Caritasverbandes ausgerichtet. Der Workshop richtet sich an Asylverfahrensberaterinnen und -berater von Wohlfahrtsverbände und Flüchtlingsorganisationen bundesweit, insbesondere an die Kolleginnen und Kollegen, die in der Erstaufnahme arbeiten.

Da der Workshop erfahrungsgemäß schnell ausgebucht ist, lohnt sich eine rasche Anmeldung. Das Programm mit allen weiteren Informationen finden Sie hier.

Deutsch-Amerikanische Fachkonferenz für Integrationspraktikerinnen

12. bis 14. November in Berlin, veranstaltet von cultural vistas

The Future of Welcoming Communities ist eine transatlantische Fachkonferenz, die sich auf Integrationsansätze für Migrant*innen und geflüchtete Menschen in Deutschland und den USA fokussiert. Die Konferenz-Sessions richten sich an Integrationspraktiker*innen, die mit Migrant*innen und geflüchteten Menschen auf lokaler Ebene arbeiten. Die Sessions sind praktisch angelegt und werden von Integrationspraktiker*innen, primär von Alumni des Welcoming Communities Transatlantic Exchange (WCTE), geführt. Die Konferenz ist offen für alle Integrationspraktiker*innen, die daran interessiert sind, Erfolge und Herausforderungen miteinander zu teilen, während sie den Weg für aufgeschlossenere Communities weltweit ebnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website zur Veranstaltung

Interkulturelle Woche 2018: Bundesweite Auftaktveranstaltung

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt. Der Tag des Flüchtlings ist Bestandteil der IKW.

Die diesjährige Auftaktveranstaltung findet am 23. September 2018 in Hannover statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website Interkulturelle Woche.

Konferenz "(Re)Integration zusammendenken" 18.-19.September in Berlin

Der Berliner Verein interkular e.V. veranstaltet eine Konferenz zum Thema (Re)Integration. Im Fokus stehen Rückkehr-Ansätze, die migrierende Menschen emanzipativ und würdevoll in ihrer Perspektivplanung unterstützen. Es wird sich mit aktuellen Programmen auseinandergesetzt, die Rolle deutscher und europäischer Organisationen beleuchtet und Beratungsmöglichkeiten diskutiert. Insbesondere Stimmen aus dem globalen Süden sowie von Migrant*innenorganisationen spielen hierbei eine hervorgehobene Rolle.

Es diskutieren mit: Alassane Dicko (Gründer von ame - Assoziation der Abgeschobenen Malis, Mitglied von Afrique-Europe-Interact), Inge Missmahl (Gründerin der Ipso), Maryam Gardisi, Kerstin Becker (Referentin für Flüchtlingspolitik, Paritätischer Gesamtverband) und viele mehr.

Anmeldung und nähere Infos auf der Website von interkular

 Tipps und Links

Kinderrechte in Unterkünften

Mit der vorliegenden Publikation hat Save the Children das aktuelle Thema der kindgerechten Standards in Unterbringungseinrichtungen aufgegriffen. Nachdem die Organisation zuvor in einer Studie den Stand der Umsetzung von Kinderrechten im Bereich Schutz, Bildung, Gesundheit und Partizipation überprüft hat, liefert der Unterbindungs-TÜV nun konkrete Instrumente, um Missstände zu erkennen und zu beheben. Ziel ist es, mittel- bis langfristig einheitliche Standards auf Bundesebene zu etablieren. Der Unterbringungs-TÜV liefert hierzu einen praxisnahen Beitrag.

Link zum Herunterladen der Broschüre von der Website von Save the children.

Digital Streetwork – Soziale Medien in der Asyl- und Migrationsberatung

Der Informationsverbund Asyl & Migration hat im Juli die Ausgabe 7-8/2018 des Asyl-Magazin veröffentlicht. Beilage der aktuellen Ausgabe ist die Broschüre »Digital Streetwork« in der Asyl- und Migrationsberatung – Wie Geflüchtete soziale Medien nutzen und was daraus für Beratungsstellen folgt«, in der auch das DRK-Projekt "mbeon" vorgestellt wird.

Die Broschüre gibt es als pdf-Datei zum Download auf der Website des Informationsverbunds.

Neu anfangen - Tipps für geflüchtete Jugendliche

Gemeinsam mit 12 Jugendlichen haben der Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und die Initiative Jugendliche ohne Grenzen eine Broschüre mit Informationen zum Ankommen in Deutschland in jugendgerechter Sprache erarbeitet.

Die Broschüre können Sie auf der Website des BumF kostenlos herunterladen.

Toolkit für partizipativ ausgerichtete Projekte mit Geflüchteten

Das Projekt "Refugee Open Cities (ROC)" hat in einer großen Notunterkunft in Berlin-Neukölln eine ehemals leerstehende Kaufhaus-Etage in ein inklusives Dorf umgebaut. Ziel war die Entwicklung und der Testlauf eines alternativen “Betriebssystems” für Geflüchteten-Unterkünfte. Das toolkit (Download über die Website von Refugee Open Cities) dokumentiert Prinzipien und Methoden des durchgeführten Projekts und schlägt partizipative Lösungsansätze zur Erfüllung grundlegender Bedürfnisse von Menschen vor. Das toolkit richtet sich an Betreiber von Unterkünften, Projekt- und Eventmanager in der Inklusionsarbeit und Behörden.

Nähere Infos zum Projekt gibt es auf der Website des Projekts

Mediendienst Integration: Kurzstudie zu Ankerzentren

Anfang August 2018 sind in Bayern die ersten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren („Anker-Zentren“) in Betrieb gegangen. Zahlreiche Fragen zu den Anker-Zentren sind noch offen: Beschleunigen sie die Asylverfahren? Werden die betroffenen Kommunen entlastet? Welche Folgen haben die Anker-Zentren für die Geflüchteten? Diesen Fragen geht die vorliegende Kurzstudie nach.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Download der Kurzstudie finden Sie auf der Website des Mediendienst Integration

Aktuelle Fakten zur Asylpolitik

Die Asylpolitik steht nach wie vor oben auf der Agenda der Bundesregierung und der Europäischen Union. Zunehmend rückt zudem die Integration der Schutzbedürftigen und die damit verbundene Herausforderung für Bund, Länder und Kommunen sowie für die Gesellschaft insgesamt in den Fokus.

Um zur Sachorientierung der Debatte beizutragen, hat der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration die wichtigsten Informationen in einem Faktenpapier zusammengestellt. Eine Übersicht der wichtigsten Zahlen für das erste Halbjahr 2018 – u. a. zu Asylanträgen, Herkunftsländern, Schutzquoten oder der Aufenthaltsbeendigung – können Sie dem Kurz und bündig „Fakten zur Asylpolitik. 1. Halbjahr 2018“ entnehmen. Es erläutert auch das Asylverfahren sowie die Regelungen für den Zugang zu Bildung und Arbeit für Flüchtlinge in Deutschland. Darüber hinaus fasst das Papier aktuelle EU-weite Asylstatistiken und die Grundlagen europäischer Asylpolitik zusammen. 

Das Faktenpapier können Sie über die Website des Sachverständigenrats abrufen. 

  Kontakt

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

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