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Übersicht Newsletter der DRK-Wohlfahrt.

Newsletter
Flucht und Migration
Nr. 7-2018 vom 26.07.2018
DRK-Generalsekretariat
Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege
Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

zum 01. Juli diesen Jahres hat Österreich für sechs Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Mit Bezug auf die europäische Asyl- und Migrationspolitik kann die aktuelle Regierung Österreichs wohl eher zu den Hardlinern gezählt werden. Vor diesem Hintergrund wollen wir in diesem sommerlichen Newsletter in der Rubrik "Ein Blick über den Tellerrand" besonders auf Äußerungen europäischer Rotkreuzgesellschaften und insbesondere des Österreichischen Roten Kreuzes hinweisen.

Wie bisher auch können Sie sich für den Newsletter über folgenden Link an- oder abmelden: Newsletter DRK-Wohlfahrt Flucht & Migration und natürlich können Sie den Newsletter auch gerne weiterleiten.

Mit herzlichen Grüßen von den Mitarbeitenden im Themenfeld Flucht und Migration!

 Informationen und Materialien für die Beratung

Warnung des BAMF!

Auf den Websites des BAMF finden Sie zur Zeit folgenden Hinweis, der in den Beratungsstellen bekannt sein sollte:

"In der jüngsten Vergangenheit haben sich mehrfach Personen als Mitarbeitende des Bundesamtes ausgegeben und zu einem Gespräch gebeten, in dem sie Asylantragstellende intensiv befragt haben. Teilweise geschah dies unter dem Vorwand, es gehe um eine zweite Anhörung. Wichtig: Das Bundesamt führt keine Hausbesuche durch! Es handelt sich nicht um Mitarbeitende des Bundesamtes. Das Bundesamt hat deshalb Strafanzeige gestellt. Sollte Ihnen ähnliches passieren oder sollten Sie als Betreuerin oder Betreuer ähnliches beobachten, melden Sie dies Ihrer örtlichen Polizeistelle."

Beratungshandbuch zu Sozialleistungsansprüchen

In der Reihe „Kompendien der Sozialen Arbeit“ des Nomos-Verlags ist ein neuer Beratungsleitfaden erschienen mit dem Titel: „Sozialleistungsansprüche für Flüchtlinge und Unionsbürger“. Die Autorin Gabriele Kuhn-Zuber, die an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin lehrt, hat in diesem Buch die wichtigsten Grundlagen für die Beratungspraxis in diesem Arbeitsfeld sehr gut leserlich zusammengefasst. Auch wenn Bücher im Handlungsfeld Flucht & Migration aufgrund der teilweise rasanten rechtlichen Entwicklungen nicht immer erste Wahl sind, erscheint uns diese Handreichung besonders für neue Beratungskräfte sehr hilfreich.

Weitere Informationen auf der Website des Nomos-Verlags

Broschüre „Jeder Abschied ist schwer“

Irmgard Weishaupt beschreibt in ihrer neuen Broschüre die Motivationen für ein Engagement in der Flüchtlingshilfe und geht auf Warnsignale und Selbstfürsorge ein. Sie benennt Bedingungen, die zu einer Beendigung des Engagements führen können und wie Bindungen aufgelöst werden können, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ein psychologischer Methodenkoffer und zahlreiche themenbezogene Tipps runden die Broschüre ab.

Sie können die Broschüre über diesen Link herunterladen.

 Veranstaltungen

Fortbildung zur Familienzusammenführung

die Forschungsstelle Migrationsrecht an der Universität Halle-Wittenberg veranstaltet am 31. August 2018 in Kooperation mit der Diakonie Deutschland eine Fortbildung zum Thema „Familienzusammenführungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung und Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten“. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet in der Zeit von 9.00-16.00 Uhr im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale) statt.

Die Fortbildung befasst sich im Schwerpunkt mit den Voraussetzungen und Verfahrensabläufen der Familienzusammenführungen nach der Dublin-III-Verordnung. Referent ist Robert Nestler vom Refugee law clinic abroad e.V. Er hat gemeinsam mit Vinzent Vogt die Handreichung „Familienzusammenführungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung nach Deutschland, Anspruch-Verfahren-Praxistipps“ verfasst, die bei der Diakonie erschienen ist. Aufgrund der jüngsten Änderungen im AufenthG wird in der Fortbildung auch die Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten von Rechtsanwältin Dr. Hannah Tewocht von der Forschungsstelle Migrationsrecht erörtert.

Veranstaltungsflyer zum Download

 Tipps und Links

Weiterbildung Digitale Medien für Flüchtlinge

Die Hamburg Media School bietet Medienschaffenden mit Fluchtgeschichte - unabhängig von ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus - ein halbjähriges modulares Kursprogramm mit anschließendem Praktikum in einem Hamburger Medienunternehmen bzw. einer Filmproduktion. Das Programm ist ein Angebot an Menschen mit Fluchtgeschichte, die in ihren Herkunftsländern bereits im Bereich Film, Journalismus, Medienmanagement gearbeitet oder hierzu studiert haben. 

Der nächste Durchgang startet im Oktober2018 - Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Weitere Informationen und Kontaktadressen finden Sie aud der Website der Hamburg Media School

BAMF-Kurzanalyse zu Beratungsstellen

Die Kurzanalyse 05/2018 basiert auf Daten der "IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016", bei der in der zweiten Jahreshälfte 2016 etwa 4.500 Geflüchtete befragt wurden, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind und einen Asylantrag gestellt haben. Eines der Ergebnisse lautet:

Die Bekanntheit der Angebote von Asyl- und Migrationsberatung waren zum Befragungszeitpunkt noch steigerungsfähig - knapp ein Drittel kannte eines der Angebote oder hatte bereits eines davon genutzt.

Link zur Website des BAMF

UNICEF zum Masterplan Migration: Kein Kind darf zusätzlich Schaden nehmen

UNICEF Deutschland ruft anlässlich der Veröffentlichung des „Masterplans Migration" dazu auf, bei allen geplanten Entscheidungen und Maßnahmen das Wohl und den Schutz von Kindern jederzeit vorrangig zu behandeln. Insbesondere müssten Flüchtlingsunterkünfte verbindliche familien- und kindgerechte Standards erfüllen. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollten weiterhin von der Kinder- und Jugendhilfe in Obhut genommen und nicht in den geplanten AnkER-Einrichtungen untergebracht werden.

Mehr auf der Website von UNICEF Deutschland

 Ein Blick über den Tellerrand

Barrieren zu grundlegender Hilfe verursachen humanitäre Krisen

»New Walled Order – How barriers to basic services turn migration into a humanitarian crisis«

In diesem Report der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) werden Barrieren identifiziert, die vulnerable Migrantinnen und Migranten davon abhalten notwendige Hilfeleistungen in Anspruch nehmen zu können. Zu diesen Barrieren gehören insbesondere die Angst vor Bedrohungen, Inhaftierung oder Abschiebung aber auch hohe Kosten sowie kulturelle und sprachliche Hürden.

Vor diesem Hintergrund werden in dem Report wesentliche Forderungen an die Staaten zum Abbau dieser Barrieren gestellt.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Download finden Sie auf der Website der Internationalen Föderation. Der Report ist aktuell nur auf Englisch verfügbar.

Aufruf von europäischen Rotkreuz-Gesellschaften zur EU-Flüchtlingspolitik

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20.06.2018 haben mehrere europäische Rotkreuz-Gesellschaften zu einer tiefgreifenden Reform des europäischen Asylsystems aufgerufen, um die Migrationspolitik der EU-Staaten nachhaltig und verantwortungsvoll zu gestalten. Die Rotkreuzgesellschaften erinnern darin an die kollektive Verpflichtung, jeden Menschen mit Respekt zu empfangen und wirksamen Zugang zu würdevollen Asylverfahren zu gewähren.

Mehr auf der der Website des Redcross EU-Office

Österreichisches Rotes Kreuz richtet Appell an die Regierung

Das Rote Kreuz in Österreich hat gemeinsam mit anderen Organisationen einen Appell an die Regierung gerichtet, sich für den Schutz von Flüchtlingen in Österreich und Europa verantwortlich zu zeigen.

Die unterzeichnenden Organisationen sind in großer Sorge, dass die aktuelle österreichische wie europäische Asylpolitik nicht mehr primär dem Schutz von Flüchtlingen dient, sondern dem Schutz von Grenzen. Die Zahl von Flüchtlingen nimmt weltweit zwar zu, die Zahlen derer, die in Europa und Österreich ankommen, sinken aber deutlich. Die meisten Menschen fliehen aus Syrien, Afghanistan, dem Südsudan, Myanmar und Somalia – Konfliktgebiete, für die keine Lösung in Sicht ist.

Mehr auf der Website des Österreichischen Roten Kreuzes

Kommentar von Dr. Werner Kerschbaum

Menschenrechte sind nicht verhandelbar!

Dr. Werner Kerschbaum ist seit 2012 Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes und in dieser Funktion auch für die Bereiche Recht und Migration verantwortlich.Sein Appell an die europäische Politik richtet sich darauf, das Menschenrecht des Asyls ernstzunehmen - ein Zitat:

Schiffen, die im Mittelmeer Menschen aus Seenot retten, wird tagelang das Einlaufen in einen Hafen verwehrt. Stattdessen diskutieren Politiker, wie man Flüchtlinge am besten davon abhält, nach Europa zu kommen. Die Regierung schlägt sogar vor, dass diese in „Anlandezentren“ außerhalb der EU keine Asylanträge mehr stellen dürfen. „Wir müssen unsere Grenzen schützen“, rechtfertigen sich Politiker in solchen Fällen. Wer wirklich Schutz braucht, kommt in der öffentlichen Debatte nicht vor.

Den gesamten Kommentar finden Sie auf der Website des Österreichischen Roten Kreuz

 Schlussnote

Das wird man doch mal sagen dürfen...

Die Sprache ist ein manchmal unterschätztes Konstrukt! Gesellschaftliche Gruppierungen grenzen sich darüber gerne zu anderen ab, das ist im linken wie im rechten Spektrum zu sehen - oder besser gesagt zu hören. Wenn jedoch gewählte Volksvertreter die Sprache nutzen, um die Gesellschaft politisch in die eine oder andere Richtung zu lavieren, sollte man nachdenklich werden. Leider zeigt sich aber auch, dass die Neigung zu "Kraftausdrücken" eher zunimmt als nachlässt - und das längst nicht erst seit den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA.

Nun hat sich mit Andreas Voßkuhle der Präsident des Bundesverfassungsgerichts zur "Asyl-Rhetorik" geäußert. Er bezeichnete in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zum Beispiel den Begriff "Herrschaft des Unrechts" als "inakzeptabel" - Recht so! Um den Gedanken etwas zu vertiefen empfehlen wir einen Kolumnenbeitrag mit dem Titel "Monsterworte" auf Spiegel-online.

Nun müssen wir natürlich darauf hinweisen, dass die zitierten Beiträge nicht unbedingt die Meinung des DRK wiedergeben.

Wir wünschen einen weiterhin schönen Sommer!

  Kontakt

Rüdiger Fritz
Referent Koordination Integration von Flüchtlingen
Team 42 "Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt,
Leistungsfragen und Projekte"
Tel.: 030/ 85404-237
r.fritz@drk.de

Nadja Saborowski
Referentin Asyl- und Migrationsrecht / Legal Advisor Asylum and Migration
Inklusive Gesellschaft / Inclusive Society
Team 41 Gesellschaftliche Trends und Innovationen aus Sicht des DRK / Trends in Society and Innovations from the Perspective of GRC
Tel.: 030/ 85404-248
n.saborowski@drk.de


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