Sollte dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.

Übersicht Newsletter der DRK-Wohlfahrt.

Newsletter
Flucht und Migration
Nr. 11-2018 vom 10.12.2018
DRK-Generalsekretariat
Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege
Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

am 10. Dezember 1948 wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verabschiedet. In der Präambel heißt es, dass

»die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit,Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet«

Die Erklärung mit insgesamt 30 Artikeln stellt keinen völkerrechtlich bindenden Vertrag dar. Dennoch kann mit Blick auf den Zeitpunkt der Erklärung von einem wichtigen Schritt in Bezug auf die Auslegung menschlicher Rechte gesprochen werden. Doch auch 70 Jahre später erscheinen die Artikel sehr aktuell. Wir zitieren drei Artikel in diesem Newsletter.

Heute - also 70 Jahre später - haben 164 Staaten in Marrakesch den UN-Migrationspakt "Global Compact on Migration" unterzeichnet: Ein Zeichen der Hoffnung!? Zu den Inhalten werden wir im nächsten Newsletter berichten.

Mit herzlichen Grüßen von den Mitarbeitenden im Themenfeld Flucht und Migration!

 Neues aus dem DRK

Stellungnahme des DRK zum Entwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat am 27.11.2018 einen Entwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorgelegt, der mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eng vorabgestimmt worden ist.

Im Mittelpunkt des Entwurfs stehen entsprechend des wirtschaftlichen Bedarfs qualifizierte Fachkräfte mit berufsausbildung bzw. akademischer Ausbildung. Zudem werden in die Ausbildungsduldung staatlich anerkannte Helferausbildungen einbezogen, soweit darauf eine qualifizierte Ausbildung in einem Mangelberuf folgt. Auch werden Kriterien für einen verlässlichen Status Geduldeter definiert, die durch ihre Erwerbstätigkeit ihren Unterhalt sichern und gut integriert sind.

Das DRK begrüßt das Vorhaben des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und nutzt die Gelegenheit hierzu Stellung zu nehmen. Das DRK nimmt hierbei nicht umfassend zum Gesetzesentwurf Stellung sondern beschränkt sich auf die Punkte, die aus der Praxiserfahrung des DRK von herausgehobener Bedeutung sind. Dies betrifft den Bereich der Fachkräftezuwanderung in die Pflege und das Themenfeld Zugang zu Ausbildung, Arbeit und aufenthaltsrechtlicher Perspektive für Asylsuchende und Geduldete.

Die Stellungnahme finden Sie in den Veröffentlichungen auf unser Website.
Den Referentenentwurf und weitere Informationen finden Sie auf der Website des BMI.

 Informationen und Materialien für die Praxis

Broschüre mit Länderinfos aus dem DRK Landesverband Sachsen

Die Broschüre »Länderinfos – Asyl & Flucht in Zahlen und Fakten«, die im Projekt !MitMischen des DRK Landesverbandes Sachsen entstanden ist, bündelt Informationen zu den 10 Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden in Deutschland. Die Broschüre ist als Begleitmaterial zu Workshops und Veranstaltungen sowie zur Information und Aufklärung für haupt- und ehrenamtlich engagierte Menschen gedacht.

Die Ländertexte gliedern sich in allgemeine Angaben zur Größe und Bevölkerungsstruktur, gefolgt von den Beschreibungen der sozioökonomischen Situation, der historischen Entwicklung und dem politischen System sowie der Erläuterung der jeweiligen Konflikt- und Fluchtsituation. Den Abschluss bildet ein Text über sogenannte "Staatenlose" bzw. "Geflüchtete mit ungeklärter Herkunft".

Die pdf-Version können Sie hier herunterladen.

Informationsportal für Ehrenamtliche zu Zuwanderung und Integration

An Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe richtet sich das Webangebot www.vhs-ehrenamtsportal.de des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e. V. (DVV). Interessierte finden in dem Internetportal hilfreiche Tipps und Materialien für die Flüchtlingsarbeit, unter anderem zu den Themen "Deutsch lernen", "Asylrecht", "Interkulturelle Kommunikation" und "Herkunftsländer". Unter "Meine Rolle im Ehrenamt" finden sich Anregungen zur Reflexion. Kostenlose Deutsch-Lernmaterialien zum Download, Video-Interviews mit Expertinnen und Experten sowie Erfahrungsberichte und Tipps von ehrenamtlich Engagierten runden das Angebot ab.

Neue Broschüre: Trauma bei Kindern und Jugendlichen

Das Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) hat eine inhaltliche Weiterentwicklung und umfassende Ergänzung der Broschüre "Trauma – Was tun?" aus 2006 veröffentlicht.

Der Ratgeber eignet sich als Informationsmaterial zum Auslegen in Beratungsstellen, Arztpraxen, therapeutischen und sozialen Einrichtungen, Jugend- und Gesundheitsämtern. Er kann Angehörigen in Beratungsgesprächen als zusätzliche Information ausgehändigt werden. Aber auch Lehrkräfte, Erzieher/innen und Interessierte erhalten mit der Broschüre eine wichtige Unterstützung, um einen adäquaten Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ein Verständnis für ihre Reaktionen und Belastungen zu entwickeln.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Website des ZTK.

 Weitere Fachinformationen

Richtlinien für EHAP-Projekte

Die Bundesregierung hat die Neufassung der Förderrichtlinie für EHAP-Projekte (EHAP: Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen) verteidigt. In ihrer Antwort (19/5867) auf eine Kleine Anfrage (19/5380) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schreibt sie, dass Personalausgaben des Zuwendungsempfängers bei Projektförderungen bereits nach den allgemeinen Regelungen des Zuwendungsrechts förderfähig seien. Ebenso könnten Ausgaben für im Projekt beschäftigtes Personal als Eigenmittel anerkannt werden. Da eine allgemeine Regelung vorliege, sei eine gesonderte Aufnahme dieser Aspekte in die Förderrichtlinie nicht nötig. Unabhängig davon könnten auch Geldleistungen Dritter als Ersatz für die Eigenmittel der Träger anerkannt werden, schreibt die Regierung. Um eine Förderung als EHAP-Projekt zu erhalten, müssen die Projektträger fünf Prozent der Fördersumme als Eigenmittel vorweisen. (Quelle: Parlamentsnachrichten, Deutscher Bundestag vom 28.11.2018)

Ideenwettbewerb der bpb für Akteure im ländlichen Raum

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ruft mit MITEINANDER REDEN zu einem Ideenwettbewerb auf, zu dem sich Akteure im ländlichen Raum bewerben können. "Von einem runden Tisch gegen die Schließung der Ortsbibliothek, über den Arbeitskreis zur Verbesserung der Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn, das Theaterstück zum Thema Integration bis hin zum Vorhaben für eine bessere Vernetzung und Stärkung der ehrenamtlich engagierten Menschen vor Ort u.v.m."

Gefördert werden können Sach-, Reise- und Honorarkosten für den Zeitraum 01.03.2019 bis Ende 31.12.2020 in Höhe von 5.000 bis 12.000 Euro. Gleichzeitig sollen über Regionalkonferenzen die Weiterbildung, Vernetzung und Qualifizierung der Akteure vor Ort unterstützt werden.

Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig. Für die erste Stufe können bis zum 20. Januar 2019 die Ideen über ein kurzes Online-Formular eingereicht werden. Kommt Ihr Vorhaben eine Runde weiter, werden Sie per E-Mail eingeladen bis zum 15. Februar 2019 Kurzkonzept und Kostenplan online einzureichen. Die Projektauswahl erfolgt bis Ende Februar 2019.

Weitere Informationen auf der Projektseite von MITEINANDER REDEN

Informationen zu IOM FAP Büros (Familienunterstützungsprogramm)

Die IOM (Internationale Organisation für Migration) hat für das Family Assistance Program (FAP) Mitte November Büros in Kenia und Äthiopien eröffnet. Die IOM FAP Büros helfen bei der Antragsstellung auf Familienzusammenführung nach Deutschland durch unterstützende Vorbereitung der Visumsanträge sowie mit Integrationskursen im Vorfeld der Ausreise nach Deutschland.

Das IOM FAP Büro in Kairo ist bereits seit Ende September aktiv. Alle drei Zentren befinden sich jeweils im lokalen IOM-Büro und sind daher einfach für die Antragstellerinnen und Antragsteller zu erreichen.
Die Mailadressen lauten:
 
info.fap.eg@iom.int (Ägypten)
info.fap.ke@iom.int (Kenia)
info.fap.et@iom.int (Äthiopien)
 
Seit Anfang November 2018 arbeitet ein afghanischer Mitarbeiter im Berliner IOM FAP Büro mit, der Anfragen auf Dari und Paschtu beantwortet. Zudem ist das IOM FAP Büro in Berlin jüngst durch Mitarbeitende verstärkt worden, die Anfragen auf Somali und Tigrinja beantworten können. Beratung und Auskünfte beziehen sich insbesondere auf die Möglichkeiten der Unterstützung durch IOM generell und die IOM FAP Büros in den Herkunftsregionen.

Eine detaillierte und fundierte Rechtsberatung zur Vorgehensweise und den Voraussetzungen der Familienzusammenführung von und zu Flüchtlingen durch die DRK-Suchdienst- Beratungsstellen wird hierdurch nicht ersetzt.

In der Region um Syrien wurden seit Anfang August ca. 5.500 Antragstellerinnen und Antragsteller, die zu subsidiär Schutzberechtigten nachziehen möchten, durch IOM FAP Büros unterstützt und deren humanitäre Gründe erfasst.

Weitere Informationen im Infoblatt der IOM

 Veranstaltungen

BumF-Frühjahrstagung vom 25.-27.2.2019

Ab sofort kann sich für die Frühjahrstagung 2019 des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) angemeldet werden. Die Frühjahrstagung richtet sich an Mitarbeitende von Jugendämtern, Trägern der Jugendhilfe, Beratungsstellen, Vormünder und andere Personen die mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten arbeiten. Neben den aktuellen rechtlichen und tatsächlichen Entwicklungen – von AnkER-Zentren über Alterseinschätzung bis zum Einwanderungsgesetz – steht die pädagogische Praxis der Jugendhilfe für umF und die Schnittstellenarbeit mit anderen Rechtskreisen im Fokus der Tagung.

Zur Anmeldung auf der Seite des BumF

Erasmus+ für die Jugend- und Wohlfahrtsarbeit

Das Erasmus-Programm ist eines der bekanntesten Programme der Europäischen Union. Es wird jedoch häufig auf ein Programm für Studierende reduziert, was die vielfältigen Möglichkeiten ausblendet, die dieses Programm auch für andere Bildungsbereiche bietet. Die Veranstaltung bietet einen Einstieg in das Europäische Jugend- und Bildungsprogramm und seine verschiedenen Aktionen und Maßnahmen. Die Anwendungsbereiche des Programms werden dabei für folgende Bildungsbereiche näher betrachtet: Non-formale Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Berufliche Aus- und Weiterbildung und Erwachsenenbildung.

Die Veranstaltung wird insbesondere die Leitaktionen "Mobilitätsprojekte" und "Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und Austausch (Strategische Partnerschaften)" in den Fokus nehmen und anhand von Beispielprojekten deren Anwendung in der Wohlfahrts- und Jugendarbeit veranschaulichen. In einer Antragswerkstatt sollen dann konkrete Ideen zur Antragstellung entwickelt und besprochen werden.

Programm und Anmeldung finden Sie unter Veranstaltungen auf unserer Website.

 Aus der Allegemeinen Erklärung der Menschenrechte

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 14

1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.

Artikel 26

1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Online-Dossier der Heinrich Böll Stiftung

Die Heinrich Böll Stiftung hat ein Dossier mit Interviews, Texten und Videos zu unterschiedlichen Aspekten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zusammen gestellt. Die durchaus kritischen Beiträge laden ein, sich mit den Ideen der Erklärung auseinanderzusetzen und sie in Bezug auf die aktuelle Situation in der Welt hin zu setzen.https://www.boell.de/de/menschenrechte

Hier gelangen Sie zum Dossier.

  Kontakt

Rüdiger Fritz
Referent Koordination Integration von Flüchtlingen
Team 42 Leistungsfragen und Soziales Ehrenamt
Tel.: 030/ 85404-237
r.fritz@drk.de


Alle angegebenen Informationen über externe Veranstaltungen, Wettbewerbe, Kampagnen, Links etc. haben wir gründlich recherchiert. Für dennoch enthaltene Fehler übernehmen wir keine Gewähr.

Wenn Sie den Newsletter abbestellen möchten, klicken Sie bitte einfach hier.

Deutsches Rotes Kreuz e.V. • DRK-Generalsekretariat • Carstennstraße 58 • 12205 Berlin
Telefon: 030 8 54 04 - 0 • Telefax: 030 8 54 04 - 450 • drk@drk.de • www.drk.de
Gesetzliche Vertreter: Christian Reuter (Vorsitzender des Vorstands) 
Registergericht: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Registernummer: 95VR590Nz
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 122123471
Steuernummer für Körperschaften: 27/630/50727