Ausschreibung zum DRK-eigenen Förderprogramm für Klimaanpassung & ökologische Nachhaltigkeit

Dem Verband stehen rund 1.000.000 € für Projekte zur Klimaanpassung, zum Klimaschutz und ökologischer Nachhaltigkeit zur Verfügung, die im Rahmen eines Förderprogramms an die Gliederungen verteilt werden sollen. Um die Fördermittel im Verband auszuschütten, wird hiermit eine Ausschreibung gestartet. Um eine zweckmäßige Verwendung der Spendengelder sicherzustellen, legt der DRK e.V. grundsätzliche Bestimmungen für die Verwendung der Mittel vor.

  • Fördermittel

    Es können Projekte mit einer maximalen Fördersumme von 80.000.- € pro Projekt eingereicht werden. Wir begrüßen ausdrücklich die Antragstellung als Netzwerk, in denen die DRK-Gliederungen gemeinsame Projekte mit anderen Organisationen einreichen. Es ist weiterhin möglich, Gemeinschaftsprojekte von Kreisverbänden oder/und mit anderen Kreis- und Landesverbänden einzureichen. Gemeinschaftsprojekte werden vorrangig beachtet. Projekte, die in den durch das Jahrhundert- Hochwasser im Juli 2021 geschädigten Regionen umgesetzt werden sollen, werden in der Auswahl ebenfalls höher bewertet. 

    Es können sowohl ergänzende und klar umrissene Maßnahmen von laufenden Projekten  als auch neue Projekte eingereicht werden. Förderfähig sind Personal-, Honorar-, Investitions- und Sachkosten. Der Beginn und das Ende der beantragten Maßnahme oder des beantragten Projektes müssen eindeutig aus dem Antrag vorgehen. Es handelt sich um eine Vollfinanzierung - das Einbringen von Eigenanteilen ist nicht notwendig. Die Förderung kann aber auch als ergänzende Finanzierung bzw. als Ko-Finanzierung verwendet werden.

    Wenn durch diese Förderung zusätzliche Mitteln in ein bestehendes Projekt eingebracht werden sollen, ist dies durch den Antragstellenden mit den jeweiligen Mittelgebern im Projekt zu klären.   

    Die Förderung ist nachrangig gegenüber öffentlichen Mitteln und anderen Fördermöglichkeiten. 

  • Förderziele

    Mit den Fördermitteln sollen innovative und zielgruppenübergreifende Projekte im Themenfeld Klimaanpassung, Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit gefördert werden. Folgende Ziele ergeben sich aus diesem Förderschwerpunkt: 

    Nachhaltigen Klimaschutz gestalten: 

    • Durch Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekte im Verband einen wirksamen und konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten, z.B. durch das Senken von Treibhausgasemissionen. 
    • Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit in den DRK-Gliederungen dauerhaft etablieren. 

    • Das Thema Nachhaltigkeit auch für zukünftige Einsatzsituationen in den Blick nehmen („green response“). 

    Wissenstransfer und Sensibilisierung fördern: 

    • Ehren- und hauptamtliche Strukturen des DRK in ihrer Arbeit zu ressourcenschonendem und klimafreundlichem Handeln befähigen, bspw. durch Bildungs- und Beratungsangebote. 

    • Das DRK als Akteur im Themenfeld Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärken und nach außen und innen sichtbar zu machen. 

    Vulnerabilität berücksichtigen und Resilienz stärken: 

    • Durch Klimaanpassungs- und Nachhaltigkeitsprojekte im Verband vulnerable Gruppen besser vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen. 

    • Zum Auf- und Umbau einer sozialen Infrastruktur sowie von Netzwerkstrukturen vor Ort beitragen; diese wirken nachhaltig und helfen, die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. 

    • Entwicklung einer gemeinsamen Resilienz- bzw. Vorsorgestrategie z.B. anhand der vorliegenden Pilot-Konzeptionen der DRK-Forschung zum sozialraumorientierten Bevölkerungsschutz gegen potenzielle Auswirkungen des Klimawandels (Hitzewellen, Starkregen, etc.), sowohl mit und für medico-soziale Strukturen der Alltagsversorgung und Strukturen des Katastrophenschutzes. 

    Die Projekte sollen nachhaltig konzipiert und Angebote unter Umständen in die Regelstrukturen überführt werden. Wo eine regelhafte Weiterführung nicht möglich ist, sollte ein nachhaltiger Effekt über das Projekt hinaus abgebildet werden. 

    Alle Projekte sollen durch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden, um die Arbeit des DRK in Sachen Klimaanpassung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit bekannt zu machen.

  • Konkretisierung der Förderziele

    Über die Verteilung der Mittel wird basierend auf den Förderzielen entschieden: 

    • Klimaschutz: Werden mit dem Projekt Treibhausgasemissionen eingespart? 
    • Wirksamkeit: Ist die Wirksamkeit über die Projektlaufzeit hinaus gegeben? 
    • Gemeinschaftliches Arbeiten: Handelt es sich um ein regional übergreifendes Projekt über die Grenzen eines Kreisverbands hinaus? Werden Organisationen über das DRK hinaus einbezogen? 
    • Bewusstseinsbildung: Sensibilisiert das Projekt für die Themen Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit? 
    • Reichweite: Wie hoch ist die Reichweite des Projekts? Wie viele Menschen werden mit dem Projekt ungefähr erreicht? 
    • Adressaten: Werden vulnerable Gruppen adressiert? 
    • Resilienz: Findet eine Stärkung der Resilienz gegenüber Auswirkungen des Klimawandels statt? 
    • Green Response: Trägt zur Nachhaltigkeit zukünftiger Einsatzsituationen bei? 
    • Örtliche Ansiedelung: Wird das Projekt in hochwassergeschädigten Regionen umgesetzt? 
  • Projektbeispiele und -ideen

    Projekte können konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung beinhalten, Bildungs- und Beratungsangebote für die Bevölkerung und den Verband zu Klimaschutz, Klimaanpassung und/oder Resilienzstärkung entwickeln sowie zur Ressourcenschonung beitragen. Natürlich sind auch themenübergreifende Projekte denkbar. Hier einige Beispiele:

    • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Auswirkungen des Klimawandels
    • Ermittlung einer Treibhausgasbilanz für Einrichtungen, Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zur Reduktion von Emissionen, Umsetzung (ausgewählter) Maßnahmen
    • Energieberatung für Einrichtungen, ggf. Umrüsten auf energiesparende Alternativen
    • Einführung eines Umweltmanagement-Systems (z.B. ISO14001)
    • Entwicklung und Umsetzung eines Nachhaltigkeitskonzeptes für Einrichtungen
    • Anschaffung von Dienst-Lastenrädern oder E-Bikes für Einrichtungen und Gemeinschaften
    • Personelle und organisationale Krisenfestigkeit durch Eigenvorsorge und Krisenprävention von z.B. Pflegeeinrichtungen
    • Aus- und Fortbildung zur nachhaltigen Ressourcenverwendung in den ehrenamtlichen Gemeinschaften
    • Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung in Pflegeheimen, Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen auf regional, fleischarm und biologisch: Finanzierung der Beratung und Prozessbegleitung
    • Begrünung und/oder Aufwerten von Flächen (inkl. Entsiegelung) zur Schaffung grüner Oasen, als Luftfilter, zur Beschattung und zur Erholungsnutzung
    • Maßnahmen zur Dach- oder Fassadenbegrünung
    • Beratung zum energiesparenden/ressourcenschonenden Alltag für verschiedene Zielgruppen
    • Projekt zur strukturierten und nachhaltigen Vernetzung der eigenen Strukturen (Gemeinschaften und Hauptamt) sowie mit allen relevanten Partnerinnen und Partnern zur Unterstützung von vulnerablen Gruppen in Krisen.
  • Antragsberechtigung & Verwendung der Mittel

    Alle DRK-Gliederungen sind antragsberechtigt. Die Antragstellenden verpflichten sich zu einem zweckmäßigen Einsatz der Mittel sowie zu einer ordnungsgemäßen Dokumentation über die Verwendung der Mittel, wenn sie den Förderzuschlag erhalten. Die mit der Förderung verbundenen Pflichten und Rechte werden in einem Weiterleitungsvertrag zwischen dem DRK-Generalsekretariat und der das Projekt durchführenden Gliederung(en) festgelegt.  

    Mittelnehmer sind u. a. dazu verpflichtet, den DRK e.V. über den Wegfall von Fördervoraussetzungen und über wesentliche Störungen oder bereits aufgetretene Mängel bei der Bewirtschaftung der Zuwendungsmittel unaufgefordert, unverzüglich und vollständig zu unterrichten. Der Mittelnehmer hat bis spätestens drei Monate nach Projektlaufzeit einen Gesamtverwendungsnachweis zu erbringen. Der Verwendungsnachweis besteht aus einem narrativen Sachbericht im Rahmen von 2-3 Seiten mit 3-5 Bildern inkl. Nutzungsrechten und einem zahlenmäßigen Nachweis. Näheres regelt der Weiterleitungsvertrag. Der DRK e.V. ist berechtigt, die zur Verfügung gestellten Mittel zurückzufordern, wenn die Fördergelder nicht vollständig durch die Antragsteller ausgegeben werden oder eine unzweckmäßige / nicht ordnungsgemäße Verwendung der Fördergelder festgestellt wird.
    Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Förderung.  

  • Antragsstellung

    Die Antragstellung erfolgt über ein Onlinesystem, welches durch den DRK e.V. zur Verfügung gestellt wird.

    Link zum Antragsformular

    Antragsstart ist der 15.06.2022; Antragsfrist ist der 31.08.2022; Projektbeginn ist frühestens der 17.10.2022 und Projektende ist spätestens 31.12.2024 

    Abgefragt werden unter anderem folgende Daten: 

    • Allgemeine Angaben zum Antragssteller 
    • Name, Anschrift und Rechtsform 
      • zuständiger gemeinnütziger Träger 
      • zuständiger gemeinnütziger Verband (inkl. E-Mail-Adresse und Internetseite) 
    • Angaben zum eingereichten Projekt 
    • Name des Projektes 
      • Angaben zur Projektleitung (Name, Funktion, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) 
      • Adresse und Internetseite des Projektes (soweit vom Antragssteller abweichend und vorhanden) 
    • Projektbeschreibung 
      • Laufzeit des Projektes (max. Dauer 2 Jahre) 
      • Projektbeschreibung 
        • Projektziele und Wirkung 
        • Projektinhalt (kurze Übersicht) 
        • Zielgruppe(n) 
        • Geplante Maßnahmen 
        • Geplanter Personaleinsatz 
        • Projektstruktur und -verlauf (Organisation, Struktur, Durchführung und Arbeitsweise, Umsetzung, Meilensteine, Herausforderungen) 
        • Öffentlichkeitsarbeit 
      • Kosten- und Finanzierungsplan (Vorlage)

    Die Teilnahmeangaben sind vollständig und verbindlich auszufüllen. 

    Die Antragsstellenden erhalten voraussichtlich im Oktober 2022 eine verbindliche Rück-meldung aus dem DRK-Generalsekretariat. Das Projekt startet frühstens mit der Förderzusage.  

    Die Antragsunterlagen verbleiben im Besitz des DRK-Generalsekretariates. Das DRK-Generalsekretariat erwirbt außerdem mit der Förderzusage an ein Projekt das Recht, im Rahmen seiner Dokumentation über die Projekte inhaltlich oder in Auszügen in Medien und anderen Publikationen zu berichten. Eine Haftung für eingereichte Dokumente wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bei einer Förderbewilligung ist der projektspezifische Vertrag über die Weiterleitung von DRK-GS-Eigenmitteln  Bestandteil des Bewilligungsschreiben. Rückfragen zur Bewerbung können per E-Mail an klimaprogramm(at)drk.de gestellt werden. 

Kontakt

Wenn Sie weitere Fragen zu dem DRK-eigenen Förderprogramm für Klimaanpassung & ökologische Nachhaltigkeit haben, wenden Sie sich gerne an unser entsprechendes digitales Postfach:

klimaprogramm(at)drk.de

Deutsches Rotes Kreuz e.V.  
Generalsekretariat
Ansprechpartnerin:
Katja Plume

Die Antragsstellung erfolgt für alle DRK-Gliederungen über dieses Antragsformular.

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