Yes we care - gute Rahmenbedingungen für Menschen mit Sorgeverantwortung, 27.11.-28.11.2018, Berlin

Gute Unterstützung für Familien mit jungen Kindern, pflegende Angehörige, Nachbarn oder Freunde, Sensibilisierung zum Thema Pflege schon in jungen Jahre, Unterstützung bei besonderen Herausforderungen wie Alleinerziehende und Vereinbarkeit von Familie und Beruf - vom 27.11. bis 28.11.2018 wurden in der Fachveranstaltung unterschiedliche Facetten vor allem der informellen Sorgearbeit thematisiert.

Fürsorge für Kinder, ältere oder kranke Angehörige, Nachbarn und Freunde ist neben Beruf, Regeneration und Freizeit für viele gelebter Alltag. Sie ist eine wertvolle Aufgabe, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gewährleistet.

Die gerechte Aufteilung der Fürsorge und Erwerbsarbeit unter den Geschlechtern ist eine wichtige politische Aufgabe der Zukunft, denn sie bildet das Fundament einer modernen und humanen Gesellschaft. Das unterstreicht auch der Titel des zweite Gleichstellungsberichts der Bundesregierung „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“ Frauen sind sowohl als pflegende Angehörige als auch als Mütter von jungen Kindern vom sog. Gender Care Gap betroffen. Gender Care Gap bezeichnet den Unterschied beim täglichen Zeitaufwand für unbezahlte Sorgearbeit zwischen Männer und Frauen. Danach leisten Frauen täglich eine Stunde und 27 Minuten mehr unbezahlten Sorgearbeit als Männer.

Ob die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gemeinsam entwickelte Aktivitäten in der Nachbarschaft oder eine sinnstiftende Tätigkeit im Alter: Familienunterstützende Strukturen im sozialen Nahraum entlasten Familien, bieten Möglichkeiten des Austausches, der Partizipation und der Integration für Generationen.

Altern und Pflege werden in Zukunft stärker als bisher die Gesellschaft beschäftigen. Die heutigen und zukünftigen Kinder und Jugendliche werden in ihrem Alltag öfter von Alter und Pflege in ihrem nahen Umfeld betroffen sein. Nach Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung geht der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 2011 und 2060 von 18,2 auf 15,7 Prozent zurück, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird in dieser Zeit von 26,6 auf 39,2 Prozent anwachsen. Jugendliche sollten deshalb zu diesen Themen sensibilisiert werden. Kinder und Jugendliche, die schon jetzt Pflegeaufgaben in der Familie übernehmen müssen andererseits vor Überforderung geschützt werden.

Erwartungen der Teilnehmenden an die Veranstaltung

 

Pfade aus der gesellschaftlichen (Fehl-)bewertung von bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit

Trotz ihrer gesellschaftlich großen Bedeutung hat die Sorgearbeit ein schlechtes Image, erfährt geringe Wertschätzung – und ist in den meisten Fällen Frauensache. Professorin Meier-Gräwe benennt in ihrem Vortrag auch die gesellschaftlichen Stellschrauben, an denen gedreht werden müsste um dies zu ändern: u.a. die Höherbewertung der professionellen und informellen Sorgearbeit, die stärkere, legale und staatlich begünstigte Inanspruchnahme von Haushaltsnahen Dienstleistungen und die gesellschaftliche Neudefinition des Produktivitätsbegriffs.

Vortrag

Bei insgesamt knappen öffentlichen Mitteln auf der einen Seite und steigenden Ausgaben andererseits sind gerade Angebote der Prävention, die nicht zu den Pflichtaufgaben zählen, von Kürzungen betroffen. Hier bieten Kosten-Nutzen-Analysen die Möglichkeit den Entscheidungsträgern aufzuzeigen, welcher Nutzen durch diese Angebote zu erwarten ist, denn  Leistungen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit werden in den gängigen Wirtschaftsrechnungen nur über ihre Ausgaben dargestellt. 

Kosten-Nutzen-Anayse 1. Teil

Kosten-Nutzen-Analyse 2. Teil

Vereinbarkeit Beruf und Sorgeverantwortung Perspektiven für Mitarbeiter + Unternehmen

Der DRK KV Kronach hat seine Möglichkeiten als wichtiger Akteur nah bei den Familien vor Ort genutzt und durch Vernetzung und Kooperation mit allen anderen Akteuren ein solides Unterstützungsnetzwerk für Familien mit Sorgeverantwortung und Beruf verwirklicht. Herr Roland Beierwaltes, der Geschäftsführer und Mitinitiator des Netzwerkes stellt das Netzwerk Lebensqualität für Generationen vor. Er nennt als eine Voraussetzung des Netzwerks den unbedingten Wunsch aller Akteuere in der Kommune die Abwanderung von Familien (und Fachkräften) umzukehren. Nur so ist ein ökonomisches Überleben des Gewerbes im ländlichen Raum möglich.

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppen zu den Fragestellungen

  • Was ist Ihnen vom bisher gehörten neu?
  • Welche Fragen stellen sich aus Ihrer Perspektive zum Thema Sorgearbeit
  • Was sind die Knackpunkte der Vereinbarkeitsproblematik aus Ihrer Sicht?

Arbeitsgruppe A

Arbeitsgruppe B

Unterstützende Nachbarschaft heute und morgen

Anne Gottwald stellt Nebenan.de vor, ein digitales Nachbarschaftsnetzwerk. In der Diskusssion werden die Vorteile dieser Plattform deutlich: selbst ein toter Fuchs im Garten einer Netzwerkteilnehmerin fand jemanden, der ihn gerne mitnahm: eine benachbarte Biologin. Neben Privatpersonen sollen auch wichtige Akteuere im Kiez stärker vernetzt werden wie die Kommune und Wohlfahrtsverbände.

Miteinander leben – miteinander gestalten

Frau Ute Fischer stellt die partizipative Arbeit des DRK Stadteilbüro Baesweiler (der Städteregion Aachen) vor als ein gelungenes Beispiele für die Ausrichtung der Angebote an den Bedarfen der Menschen Vor-Ort.

Junge Menschen auf Pflege aufmerksam machen, Überforderung entgegenwirken

Jugendliche und Kinder werden in den nächsten Jahren sehr viel stärker von Pflege in ihrer nächsten Umgebung betroffen sein als bisher. Das Österreichische Rote Kreuz hat Programme entwickelt, um einerseits Jugendliche an die Themen Pflege und Sorgearbeit heranzuführen und andererseits sog. Young Carer, Jugendliche und Kinder, die ihre Angehörigen pflegen, vor Überforderungen zu schützen und ihnen Entlastung anzubieten. Brigitte Blüthl vom ÖRK stellt diese Programme vor.

Zum Vortrag

Modellprojekte belegen: Ergänzende Kinderbetreuung holt Alleinerziehende aus der Armut

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Alleinerziehende eine besondere Herausforderung; für sie ist es besonders schwer, Berufstätigkeit, Wegezeiten und die Betreuung der Kinder unter einen Hut zu bringen. Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin des Verbandes für alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) stellt die Ergebnissen einer Evaluation eines Modellprojekts für Randzeitenbetreuung vor, die aufzeigen, was diesen Familien hilft.

Zum Vortrag

Pflegende Angehörige als elementare Stütze des Pflegesystems – wie steht es aber um Unterstützung und Wertschätzung für ihre Leistung?

Benjamin Salzmann und Frank Schumann berichten von den Herausforderungen, vor denen pflegende Angehörige stehen und benennen als Interessenvertreter von pflegenden Angehörige entlastende Faktoren.

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Ausblick

Wir werden im Jahr 2019 zum Thema "Infromelle Sorgearbeit" ein Printmedium entwickeln.

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Veranstaltungsdokumentationen

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