Familienpflegezeit mit Lohnersatzleistung

Baby mit Mutter und Großmutter
Foto: vanda lay, photocase.de

Unsere Forderungen

  • Einführung eines Rechtsanspruch für pflegende Familienangehörige auf Familienpflegezeit mit Lohnersatzregelung
  • Prüfung eines Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit für Personen außerhalb des Familienverbundes, die für die Pflege einer Person verantwortlich sind

Die derzeitige Familienpflegezeit ermöglicht es Arbeitnehmer*innen, sich für maximal sechs Monate von ihrer Arbeit freistellen zu lassen. Zusätzlich können sie ein Darlehen in Anspruch nehmen, um den Erwerbsausfall auszugleichen. Dadurch belasten sie sich aber über eine lange Zeit mit der Rückzahlung.

Eine Reduzierung ihres Einkommens während der Freistellung und Rückzahlung können sich vor allem Geringverdienende und Teilzeitbeschäftigte nicht leisten. Familien mit einer doppelten Fürsorgefunktion – sie sorgen gleichzeitig für (kleine) Kinder und ältere Angehörige – sind besonders belastet.

Eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige analog zum Elterngeld könnte diesen Notstand mildern. Das DRK plädiert deshalb dafür, die familiäre Pflege ihrem hohen gesellschaftlichen Wert entsprechend finanziell stärker zu fördern.

Es sollte geprüft werden, ob die Familienpflegezeit auch Nachbarn oder Freunden zugute kommen könnte, die eine Person pflegen, mit der sie nicht unbedingt in einem familienähnlichen Verbund zusammenleben.

Die Leistungen sollten so ausgestaltet sein, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund, die Angehörige in ihren Herkunftsländern pflegen, von ihnen profitieren können.