Frühe Bildung qualitativ und quantitativ weiterentwickeln

Junger Erzieher liest Kindergartenkindern aus einem Bilderbuch vor
Foto: Falko Siewert, DRK e. V.

Unsere Forderungen

  • Qualitative und quantitative Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung
  • Anstrengungen zur Gewinnung und Ausbildung von pädagogischen Fachkräften intensivieren
  • Verbindliche Regelung schaffen zum dauerhaften Einsatz von Bundesmitteln für die Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung (Qualitätsentwicklungsgesetz). Aufnahme dieses Vorhabens in einen möglichen Koalitionsvertrag
  • Befreiung der Eltern von Beiträgen für Kindertageseinrichtungen

Eine qualitativ hochstehende frühkindliche Bildung ist entscheidend für die Kinder und wichtig für die Gesellschaft, weil sie unterschiedliche Startbedingungen und Zukunftschancen ausgleichen kann.

Die frühkindliche Bildung trägt dazu bei,

  • Bildungsnachteile abzubauen
  • Armut zu überwinden und
  • Lebensverläufe wirtschaftlich und sozial zu stabilisieren.

Um die so wichtige Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung weiter zu steigern, müssen mehr Fachkräfte ausgebildet und qualifiziert werden. Diese Aufgabe sollten Träger, Kommunen, Länder und der Bund gemeinsam bewältigen.

Das gilt auch für den quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung, der in den letzten Jahren mit hohem Engagement der Träger, Kommunen, Länder und des Bundes vorangeschritten ist. Der Ausbau ist noch keineswegs abgeschlossen, auch wenn 2015 bundesweit fast 80 Prozent mehr Beschäftigte (rund 640.000) in der Kindertagesbetreuung tätig waren als noch 1990/91.

Auch im Prozess der Qualitätsentwicklung bleibt noch viel zu tun. Im Communiqué „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sicherstellen“ haben Bund und Länder 2014 die Handlungsfelder für die Qualitätsentwicklung identifiziert. Im November 2016 stellte die Bund-Länder-AG „Frühe Bildung“ ihren Zwischenbericht der Öffentlichkeit vor. Sie sieht Entwicklungsbedarfe in neun Handlungsfeldern, formuliert konkrete Handlungsziele und schätzt die damit verbundenen zusätzlichen Kosten ab.

Das DRK begrüßt den angestoßenen Aushandlungsprozess zur qualitativen Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung. Bund und Länder sollten den Prozess transparent und partizipativ fortsetzen, um Rechtssicherheit und eine gesicherte Finanzierung für die Qualitätsentwicklung zu erreichen und so dem Ziel näherzukommen, bundesweit vergleichbarere Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen in Einrichtungen und Angeboten der Kindertagesbetreuung zu schaffen.

Die Kostenbeiträge der Eltern für die Kindertagesbetreuung fallen in den einzelnen Bundesländern und Kommunen unterschiedlich aus, sie sind intransparent und gefährden eine gleichmäßige Entwicklung in der Daseinsvorsorge. Für das DRK ist eine vollständige Befreiung der Eltern von Kita-Beiträgen daher langfristig ein wichtiges Ziel. Voraussetzung hierfür ist aber eine quantitativ und qualitativ gesicherte Basis der Angebote.