Mit Hauptschulabschluss erfolgreich zur Altenpflegefachkraft mit der modularen integrierten Ausbildung

Bild: Gemeinsame Projektarbeit der Schülerinnen und Schüler der DRK-Altenpflegeschule Heide | DRK-Altenpflegeschule Heide
Kategorie:
Altenpflege
Projektbeginn:
04.2011

Der Fachkräftemangel in der Altenhilfe nimmt vor dem Hintergrund des demographischen und sozialen Wandels gravierend zu. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die einen Einstieg in den Berufsbereich suchen, sich aber gegebenenfalls zunächst die dreijährige Fachausbildung zur Altenpflegerin/zum Altenpfleger noch nicht zutrauen oder hierfür nicht direkt die Voraussetzungen erfüllen.

Hier bietet sich das Konzept der modularen integrierten Altenpflege- und Altenpflegehilfeausbildung an, nach dem Schüler_innen der einjährigen Altenpflegehilfeausbildung gemeinsam mit Schüler_innen der dreijährigen Altenpflegeausbildung lernen.

Im Rahmen dieses Konzeptes ist der Anteil derjenigen erheblich gestiegen, die mit einer Altenpflegehilfeausbildung direkt in die Altenpflegeausbildung wechseln und diese Fachausbildung erfolgreich abschließen.

Das Konzept der modularen integrierten Altenpflege- und Altenpflegehilfeausbildung wurde von den DRK-Altenpflegeschulen in Schleswig-Holstein entwickelt und wird auch mit dem Begriff des „Tandem-Lernens“ beschrieben. Das Konzept ging in den DRK-Altenpflegeschulen an den Standorten Eutin, Heide und Kiel im April 2011 parallel an den Start.

Mittlerweile wenden es auch zahlreiche andere Träger in Schleswig-Holstein an, wobei das modulare Prinzip unterschiedlich ausgestaltet ist.

Beispielhaft werden hier die Erfahrungen der DRK-Fachschule für Altenpflege Heide angeführt.
Jeweils im Frühjahr jeden Jahres startet ein Kurs mit bis zu 30 Schüler*innen und im Herbst beginnen i.d.R. zwei Kurse mit je durchschnittlich 25 Schüler*innen. In den Fachrichtungen der dreijährigen Altenpflege- und der einjährigen Altenpflegehilfeausbildung sollten die Ausbildungsplätze jeweils hälftig besetzt werden.

Nach dem ersten Ausbildungsjahr treten etwa 40% der Schüler_innen der Fachrichtung Altenpflegehilfeausbildung nach bestandener Abschlussprüfung in das Berufsleben ein. Die verbleibenden Altenpflegehelfer_innen lernen mit den Schüler_innen der Fachrichtung Altenpflegeausbildung zusammen zwei Jahre weiter.

Das heißt, dass ca. 60 Prozent (mit steigender Tendenz) dieser Schüler_innen - die meisten von ihnen haben einen Hauptschulabschluss - direkt in die dann bis zu einem Jahr verkürzte Fachausbildung wechseln. Sie bleiben somit i.d.R. im selben Klassenverband und können in einer vertrauten Lernatmosphäre weiter lernen. Dieser hohe Anteil konnte durch die modulare integrierte Ausbildung erreicht werden. Vor Einführung des Konzeptes lag der Anteil der Altenpflegehelfer_innen, die im Anschluss direkt in die Fachausbildung wechselten, bei durchschnittlich 25 Prozent.

Die Erklärung für den Erfolg ist das gemeinsame Lernen. Die Leitungsanforderungen an beide Fachrichtungen sind identisch. Das gemeinsame Lernen stärkt und motiviert die Schüler_innen und baut eventuelle Vorurteile der beiden Gruppen ab. Leistungsschwächere Schüler_innen aus beiden Fachrichtungen werden durch Lerngruppen unterstützt, das Leistungsniveau steigt. Zudem erfahren die Schüler_innen durch das erste gemeinsame Ausbildungsjahr, was in der weiteren Fachausbildung vermittelt wird. So können mögliche Sorgen, dass die geforderten Leistungen zu hoch sein könnten, abgebaut werden.

Insgesamt schließen im Durchschnitt 50% bis 65% der Schüler_innen mit einem Hauptschulabschluss die dreijährige Altenpflegeausbildung erfolgreich ab. Bei den übrigen Schüler_innen, die die Ausbildung zunächst nicht abschließen, handelt es sich zumeist um eine Unterbrechung aus persönlichen bzw. familiären Gründen (in etwa 80% aufgrund von Mutterschutz/Elternzeit, nur in etwa 20% aufgrund von Kündigungen).

Bisher haben an der DRK-Altenpflegeschule Heide seit Oktober 2008 insgesamt 68 Schüler*innen mit einem Altenpflegehilfeabschluss eine Altenpflegeausbildung begonnen. Bereits 24 von ihnen haben die Abschlussprüfung bestanden, 34 Schüler*innen sind noch in der Ausbildung und nur 10 von ihnen sind zwischenzeitlich ausgeschieden (davon drei wegen Elternzeit).

Der hohe Anteil der Übergänge in die Fachausbildung zeigt deutlich, dass die Altenpflegehilfeausbildung für viele Menschen einen guten und relativ einfachen (Wieder-)Einstieg in den Berufsbereich darstellt und auch als unterstützenden Übergang in die Fachausbildung dient.

Insbesondere Hauptschüler_innen, die sich eventuell eine dreijährige Fachausbildung ohne den Zwischenschritt der Helferausbildung nicht zugetraut hätten, finden so einen Weg in den Fachberuf.

Projektziele

• Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Altenhilfe
• Unterstützung von Übergängen von Altenpflegehilfeabsolventen in die Altenpflegefachausbildung

Kontakt

DRK Landesverband Schleswig-Holstein

Schulleitung Fr. Waltraut Bonkowski
Klaus-Grothplatz 1
24105 Kiel

Telefon:
0431 5707-420
E-Mail:
waltraut.bonkowski[at]drk-sh[dot]de
Website:
Weiterer Webauftritt:
http://www.drk-altenpflege.de/einrichtungen/fsfa/kontakt.html

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