Niedrigschwelliger Einstieg in die Altenpflege auch ohne Berufsabschluss

Klasse mit angehenden Alltagsbetreuenden der Mannheimer Akademie für soziale Berufe | Mannheimer Akademie für soziale Berufe
Kategorie:
Altenpflege
Projektbeginn:
01.2007

Die Ausbildung zum Alltagsbetreuer an der Mannheimer Akademie für Sozialberufe

Die Mannheimer Akademie für Sozialberufe, dessen Träger der DRK Kreisverband Mannheim ist, bietet verschiedene Zugangswege in dem Berufsbereich Altenpflege. Ein besonders niedrigschwelliger Zugang ist die Ausbildung zum/zur Alltagsbetreuer_in. Denn für diese Ausbildung wird kein Schulabschluss vorausgesetzt. Mit dem erfolgreichem Abschluss kann nicht nur - sofern nicht vorhanden – der Hauptschulabschluss erworben werden. Gegebenenfalls kann mit ihm auch die dreijährige Fachausbildung zur Altenpfleger/in begonnen werden.

Die Ausbildung zum/zur Alltagsbetreuer_in führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. Sie dauert zwei Jahre und kann bei einschlägigen beruflichen Vorerfahrungen um ein Jahr verkürzt werden. Der Unterrichtet findet geblockt im wochenweisen Wechsel mit den Praxiseinsätzen in Einrichtungen der Alten- oder Behindertenpflege statt.

Pro Jahr absolvieren etwa 20 Schüler_innen die Ausbildung. Von den Schüler_innen im Jahr 2014/2015 :
• hatten 7 Schüler_innen einen Migrationshintergrund
• begannen 2 Schüler_innen begannen Wieder- oder Quereinsteiger_innen die Ausbildung
• erwarben 8 Schüler_innen, die die Ausbildung zum/zur Alltagsbetreuer/in absolviert haben, einen Hauptschulabschluss
• begannen 5 Absolvent_innen der Ausbildung zum/zur Alltagsbetreuer_in eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin, von ihnen setzen zwei erfolgreich die Fachausbildung zur Altenpflegerin fort.

Als entscheidende Faktoren für den Erfolg haben sich eine sehr enge sozialpädagogische Betreuung während der gesamten Ausbildung, sehr intensive Auswahlgespräche und Hilfe bei der Suche von Praktikumsplätzen, eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der praktischen Ausbildung während der Ausbildung und eine persönliche Bindung durch Klassenlehrerprinzip erwiesen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Ausbildung zur/zum Alltagsbetreuer_in einen niedrigschwelligen Einstieg in den Pflegebereich bietet und Menschen gewinnen kann, die zwar auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, wie zum Beispiel Menschen ohne Schulabschluss, Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen, die aber für die Altenpflege wichtige und wertvolle Zielgruppen darstellen. Die Ausbildung ist jedoch nicht nur aus pflege- und arbeitsmarktpolitischen Gründen erfolgreich, sondern auch aus bildungspolitischen Gründen. Denn sie mündet nicht in einer beruflichen Sackgasse, sondern kann als Sprungbrett in eine Fachausbildung genutzt werden beim Vorliegen entsprechender Voraussetzungen. Zudem bietet sie die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu erwerben.

Problematisch bleibt dabei, dass es oft keine Ausbildungsvergütung gibt und kein BaföG-Anspruch besteht. Die Schüler_innen erhalten häufig eine Praktikumsvergütung von €400, oft weniger.

Projektziele

• Linderung des Fachkräftemangels in der Altenpflege durch eine niedrigschwellige Qualifizierung für den Berufsereich
• arbeitsmarkt- und bildungspolitische Integration von Menschen ohne Hauptschulabschluss, auch besonders für Menschen mit Migrationshintergrund geeignet

Kontakt

DRK Kreisverband Mannheim

Schulleiter Hr. Wolfgang Hahl
Mannheimer Akademie für soziale Berufe E1, 16
68159 Mannheim

Telefon:
0621 833 70 40
E-Mail:
info[at]mannheimer-akademie[dot]de
Website:
http://www.mannheimer-akademie.de/ma/home.php

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