Integration von Flüchtlingen in eine Altenpflegehelfer-Ausbildung

Schulleiterin Fr. Schnittger, Fachseminar für Altenpflege | DRK Kreisverband Dortmund
Kategorie:
Altenpflege
Projektbeginn:
10.2015

Eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer/zur Altenpflegehelferin kann für Flüchtlinge einen relativ niedrigschwelligen Einstieg in den Pflegebereich darstellen. Altenpflegeschulen und Fachseminare für Altenpflege verfügen häufig über langjährige Erfahrungen mit heterogenen Schülergruppen und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und können entsprechend Einstiege unterstützen.

Das DRK-Fachseminar für Altenpflege in Dortmund ist hierfür ein gutes Beispiel, da es seit vielen Jahren Menschen mit Migrationshintergrund in die Altenpflege- und Altenpflegehelferausbildung integriert.

In 2015 haben erstmals zwei Flüchtlinge in dem Fachseminar eine einjährige Altenpflegehelferausbildung begonnen. Die beiden Jugendlichen aus Ghana und Mali kamen vor gut zwei Jahren als unbegleitete Flüchtlinge nach Dortmund, wo derzeit (November 2015) Schätzungen zufolge etwa 1.100 unbegleitete Flüchtlinge leben. Einer der beiden jungen Männer hat einen Aufenthaltsstatus, der andere einen Duldungsstatus (Seit kurzem ist die Absolvierung einer Ausbildung auch im Duldungsstatus möglich).

Zunächst haben sie innerhalb von zwei Jahren die Hauptschule nach der 9. Klasse mit einem Hauptschulabschluss erfolgreich beendet. Vor dem regulären Beginn der Altenpflegehelferausbildung haben sie ein Praktikum in einer städtischen stationären Einrichtung der Altenpflege absolviert.

Das Praktikum wird als wichtiges Instrument des gegenseitigen Kennenlernens beschrieben, das der Einrichtung die Möglichkeit gibt, einzuschätzen, ob eine Person geeignet und motiviert für eine Ausbildung ist. Zudem können die Praktikanten die Altenpflegearbeit genauer kennenlernen, was insbesondere für Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund besonders wichtig ist.

Nach dem Praktikum haben die beiden Flüchtlinge die einjährige Altenpflegehelferausbildung in der Altenpflegeschule begonnen. Nach dem ersten Theorieblock absolvieren sie derzeit den ersten praktischen Einsatz in einer Einrichtung.

Nach Auskunft der Schulleiterin sind die beiden Schüler hochmotiviert; sie wollen sich mit der Ausbildung eine Perspektive schaffen und verfügen bereits über Deutschkenntnisse infolge ihres zweijährigen Schulbesuchs. Die Bereitstellung eines Führungszeugnisses in Deutschland für die Ausbildung stellte kein Problem dar.

Als sehr förderliche Rahmenbedingungen für die Integration von Flüchtlingen in eine Ausbildung in die Altenpflege hat die DRK-Schulleiterin das Vorhandensein eines (Bildungs-)Netzwerkes angeführt.

Der DRK Kreisverband Dortmund ist Mitglied beim ISB e.V. (Interessengemeinschaft sozialgewerblicher Beschäftigungsinitiativen). Über dieses Netzwerk verfügt die Schule über zahlreiche hilfreiche Kontakte mit verschiedenen Trägern mit unterschiedlichen Kompetenzen, die sich auch um unbegleitete Flüchtlinge kümmern. Bei praktischen Fragen kann auf diese Kontakte zurückgegriffen werden. Bei fehlenden Sprachkenntnissen der Flüchtlinge könnten zum Beispiel auch Träger dieses Netzwerkes angesprochen werden, die entsprechende Kurse anbieten.

In Rahmen eines solchen Netzwerkes können Altenpflegeschulen aufgrund ihrer hohen Kompetenzen im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft eine wichtige Rolle spielen und durch eine niedrigschwellige Ausbildung die Integration von Flüchtlingen unterstützen und über den Zugang in den Pflegebereich längerfristig den Fachkräftemangel in der Altenpflege begegnen.

Projektziele

• Integration von Flüchtlingen in eine Ausbildung
• Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Altenhilfe

Kontakt

DRK KV Dortmund Fachseminar für Altenpflege

Cornelia Schnittger
Niergartenstr. 15
44269 Dortmund

Telefon:
02 31 / 4 59 90 -34
E-Mail:
Cornelia.Schnittger[at]DRK-Dortmund[dot]de
Website:
https://www.drk-dortmund.de/ausbildungen-altenpflege.html

Zurück zur Übersicht