Positionen

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

Deutschland hat gewählt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Jetzt werden Gespräche zwischen den Parteien stattfinden, es werden Koalitionsverhandlungen geführt und es wird viel diskutiert werden.

Auch wir haben in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten viel diskutiert. Mit den Landesverbänden und untereinander im Bereich Wohlfahrtspflege.

Es ging uns im Ergebnis darum, die wichtigsten Positionen der Wohlfahrtspflege zur Orientierung auf unserem Fachportal darzustellen.

Das Ergebnis dieses Diskussionsprozesses finden Sie hier.

Beim Lesen werden Sie bemerken, dass unser Engagement für Geflüchtete sehr umfangreich dargestellt ist. Dies war eine bewusste Entscheidung, eine Herzensangelegenheit. Wir wissen, dass wir in der Öffentlichkeit bei diesem Thema sehr präsent sind. Zudem ist die Zuwanderung von Menschen derzeit eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Ähnliches gilt für die Themen Pflege, Familien- und Fürsorgefreundlichkeit und den Abbau der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, um nur einige Beispiele zu nennen. In all diesen Feldern werden mehr und gut qualifizierte Fachkräfte benötigt. Als DRK fordern wir hierzu auf bundespolitischer Ebene eine konzertierte Strategie - ein Nationaler Aktionsplan Fachkräfte in der Sozialen Arbeit. Daran werden wir uns mit aller Kraft beteiligen.

Auch die neuen Themen wie Wirkungsorientierung, soziale Innovationen und Digitalisierung die uns stark beschäftigen, haben ihren Platz gefunden.

Das Thema Wirkungen ist ja in der sozialen Arbeit nicht neu. Hier erarbeiten wir momentan ein Rahmenkonzept, einen Praxisleitfaden und ein Qualifizierungsangebot für Einsteiger sowie ein Assessment-Tool. Außerdem beschäftigen wir uns vertieft mit den Wirkungen unserer eigenen Arbeit als Bundesverband in der Wohlfahrtsarbeit. Die Erkenntnisse, die aus diesem Prozess gewonnen werden können, werden selbstverständlich für unseren Verband nutzbar gemacht.

Auch Soziale Innovationen und Digitalisierung sind Top-Themen, mit denen das DRK viel für die eigenen Angebote gewinnen kann. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die digitale Transformation der Gesellschaft mit zu gestalten, die Chancen, die mit der Digitalisierung verbunden sind, zu nutzen und die Herausforderungen anzugehen. Insgesamt handelt es sich um sehr breites Themenfeld: es geht um soziale Medien, die neue Sozial- und Kommunikationsräume schaffen, um neuartige Angebote und Produkte, um die Qualifizierung von Menschen, die möglicherweise abgehängt werden, um neue Kooperationsformen, um neue Berufsprofile und Ausbildungswege, um neue Formen der Arbeit usw. Hier muss auch für das DRK als Wohlfahrtsverband gelten, was für Industrie 4.0 und Mittelstand 4.0 schon längst Wirklichkeit ist: Wir benötigen Unterstützung, langfristig angelegte Programme zur sektorspezifischen Bearbeitung der zentralen Chancen und Fragen der Digitalisierung.

Derzeit erproben wir Wege der systematischen Förderung von sozialer Innovation und ihrer Verstetigung über die Projektphase hinaus. Auch daraus haben wir schon erste politische Anregungen abgeleitet. Wir werden diese Hinweise in den kommenden Monaten sicher noch ergänzen und konkretisieren.

Selbstverständlich bildet die Darstellung unserer Positionen nicht alle Positionen in allen unseren Arbeitsbereichen ab. Diese finden Sie hier.

Liebe Leserinnen und Leser, sprechen Sie uns an, schreiben Sie uns, streiten Sie mit uns über unsere politischen Forderungen - wir freuen uns auf Sie!

Ihr

Dr. Joß Steinke

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege