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Evaluation der Freiwilligendienste – eine Bewertung des DRK

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

die Freiwilligendienste im Inland haben im DRK eine lange Tradition: Was 1964 bescheiden mit 12 Freiwilligen in Hamburg begann, hat sich in den letzten 50 Jahren zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte entwickelt. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist für das Deutsche Rote Kreuz ein "Publikumsrenner" geworden. Über 100.000 junge Menschen haben seit 1964 ein FSJ beim DRK absolviert. Diese Erfolgsgeschichte, die mit dem FSJ begann, fand mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes im Jahre 2011, mit dem die Freiwilligendienste im Inland auch für lebensältere Menschen geöffnet wurden, ihre Fortsetzung. Rund 11.500 junge Menschen im FSJ und rund 2.800 jüngere und lebensältere Menschen im BFD engagieren sich im DRK heute freiwillig in der Kranken- und Altenpflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, im Rettungsdienst und in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Freiwilligendienste sind Bildungs- und Orientierungsdienste. Um den Interessen und Bedürfnissen der Freiwilligen gerecht zu werden, müssen sie vor und während ihres Dienstes sowie im Übergang an die sich anschließende Phase ihrer Erwerbs-, Bildungs- und Lebensbiografie gut begleitet werden. Vor diesem Hintergrund kommt der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Qualitätssicherungsverfahren in den Freiwilligendiensten eine besondere Bedeutung zu.

In diesem Zusammenhang wurde im Dezember 2015 der Abschlussbericht der gemeinsamen Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) vorgelegt. Diese war vom BMFSFJ 2012 in Auftrag gegeben worden.

Die Evaluatoren ziehen darin eine positive Bilanz. So werden z.B. die meisten Erwartungen der Freiwilligen in FSJ und BFD erfüllt bzw. übertroffen. Es wird gezeigt, dass Freiwilligendienste einen wichtigen Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung, den Kompetenzerwerb sowie die persönliche und berufliche Orientierung der Teilnehmenden leisten. Weil sich viele Teilnehmende auch nach ihrem Freiwilligendienst weiterhin ehrenamtlich engagieren, sind die Freiwilligendienste eine wichtige Sozialisationsinstanz für das Bürgerschaftliche Engagement in Deutschland.

Dennoch bleiben die Ergebnisse dieser Evaluation hinter den Erwartungen vieler zivilgesellschaftlicher Akteure zurück.

In einem Kommentar in der Zeitschrift "Voluntaris" bewerten die Autor_innen, Vertreter_innen verbandlicher Zentralstellen, unter ihnen Thomas Bibisidis, Referent für Freiwilligendienste des DRK, die Evaluation und ziehen eigene Rückschlüsse, die für die Weiterentwicklung der Freiwilligendienste im Inland als wichtig erachtet werden. Sie stellen fest, dass die inklusive Ausgestaltung der Inlandsfreiwilligendienste auch zukünftig eine wichtige Aufgabe bleibt. Der erste Schritt sei die Sensibilisierung für strukturelle Barrieren. An zweiter Stelle müsse eruiert werden, was Träger, Einsatzstellen und Zentralstellen zum Abbau beitragen könnten.

Den gesamten Kommentar finden Sie hier.

Der Bundesarbeitskreis FSJ wird an den Verbesserungspotenzialen, insbesondere an der Verbesserung der Zugänge zu den Freiwilligendiensten und an der nachhaltigen Engagementförderung weiterarbeiten. Hier wird sich das DRK aktiv einbringen und bedankt sich bei allen Freiwilligen für Ihr großes Engagement.

Ihr

Dr. Joß Steinke

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege