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Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

die Unterstützung von Geflüchteten ist eine der originären Aufgaben des DRK. Die weltweite Flüchtlingssituation und die vielen Menschen, die in Deutschland und Europa Zuflucht und eine neue Lebensperspektive suchen, stellen auch aus unserer Sicht enorme Herausforderungen dar - mit kaum zu unterschätzenden Aufgabenstellungen für die nationale, die europäische und die internationale Ebene.

2015 war das DRK Träger von mehr als 490 Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in diesen Einrichtungen stellten und stellen für die Geflüchteten häufig den ersten Kontakt zur deutschen Gesellschaft, jenseits von staatlichen Behörden, dar und legen damit bereits den Grundstein für die Integration und Teilhabe der Geflüchteten.

Unterstützung bedeutet in erster Linie Schutz. Zu den besonders schutzbedürftigen Personen, denen sich das DRK verpflichtet fühlt, gehören Frauen und Kinder. Deshalb engagieren wir uns aktiv in der Bundesinitiative "Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften".

Am 27.07.2016 wurden die im Rahmen dieser Initiative erarbeiteten "Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen" veröffentlicht. Das DRK war an der Erarbeitung aktiv beteiligt. Sie bilden erstmals eine bundesweit einheitliche Grundlage, um den Schutz von Kindern, Jugendlichen, Frauen und anderen besonders schutzbedürftigen Personen vor Gewalt sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern. Die von einem breiten Netzwerk von Partnern unter der Leitung des BMFSFJ und in Kooperation mit UNICEF erarbeiteten Mindeststandards können als Leitlinien für die Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten in jeder Form von Flüchtlingsunterkunft gelten.

Das DRK beteiligt sich mit sechs der insgesamt 25 Konsultationseinrichtungen an der Bundesinitiative "Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften" und hat mit zwei Pilotunterkünften, in denen die im Rahmen der Initiative erarbeiteten Materialien und Schulungen modellhaft getestet werden, in enger Zusammenarbeit mit UNICEF eine besondere Verantwortung übernommen.

Am 21.06.2016 hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg und Kirsten Di Martino, UNICEF-Flüchtlingskoordinatorin in Deutschland, das Pilotprojekt in der DRK-Notunterkunft in der Marburger Straße in Berlin besucht.

Im Rahmen der Initiative schulen UNICEF-Mitarbeiter*innen das Personal und die freiwilligen Helfer in den Einrichtungen und unterstützen sie bei der Entwicklung von Schutzkonzepten und strukturierten Spiel- und Lernangeboten für die Kinder. Auch das DRK bringt sich mit seiner Expertise u.a. zu den Themen Gewaltschutz und Gestaltung von kinderfreundlichen Räumen und Angeboten, sogenannten Child Friendly Spaces, im Rahmen der Initiative fachlich und konzeptionell ein.

Die "Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen" finden Sie hier.

Ihr

Dr. Joß Steinke

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege