Die neue Struktur des Bereichs Jugend und Wohlfahrtspflege

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten acht Monaten haben wir unter Beteiligung der Kolleg*innen im Bereich mit der Schaffung einer neuen Bereichsstruktur (siehe Schaubild) wichtige Voraussetzungen für eine neue Arbeitskultur geschaffen. Wir haben uns vorgenommen, künftig weniger in Säulen zu arbeiten und zu denken und stattdessen Vernetzung über Teams hinweg zu organisieren. Gleichzeitig erschließen wir neue Arbeitsfelder, verbessern die  Dienstleistungsqualität und stärken gerade die DRK-spezifischen Schwerpunktthemen.

Uns hat der Gedanke und die Erfahrung geleitet, dass eine Konzentration auf einzelne Felder sozialer Leistungen nicht mehr ausreicht. Die Herausforderungen durch den Zuzug der vielen Flüchtlinge haben dies klar gezeigt. Als Verband mit einer Vielzahl von Aufgabenfeldern in Wohlfahrtspflege und Hilfsorganisation sind wir in der Lage, ganzheitlich zu denken und zu handeln. Diese Fähigkeit zu stärken und gegenüber Politik, Verwaltung, anderen Verbänden und der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, macht uns zu einem starken Spitzenverband.

Organigramm Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege
Organigramm Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege

Unsere Überzeugung ist, dass wir mit der Wohlfahrtsarbeit des Verbands alle gemeinsam die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land stärken. Das werden wir in unserer politischen Lobbyarbeit ganz deutlich sagen und dabei die Notwendigkeit der kontinuierlichen Unterstützung ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements für die Wohlfahrtsarbeit des DRK herausstellen. In der Kommunikation mit Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit wollen wir zudem die Bedeutung unserer Träger hervorheben. In einem harten Wettbewerb sind sie in der Pflicht, die Angebote für den Sozialstaat zu bewahren und als Arbeitgeber trotz hohen Kostendrucks möglichst gute Arbeit anzubieten. Als Spitzenverband können und wollen wir sie mit Information, durch Beratung, durch Qualitätsempfehlungen und durch die Verbreitung von innovativen Ansätzen im Verband unterstützen.

Zum anderen machen wir der Politik und Verwaltung auf Bundesebene Folgendes immer wieder klar: Wer möchte, dass soziale Dienste auch morgen noch mit Fachkräften ausgestattet sind, darf nicht allein auf die Kostenseite schauen. Wer unseren Sozialstaat erhalten und sich auch künftig auf stabile Partner verlassen will, muss dafür sorgen, dass die Wohlfahrtsverbände erhalten bleiben, Rücklagen bilden und Überschüsse in wichtige Angebote stecken können, die sich finanziell nicht durch Leistungsentgelte tragen. Wenn wir als ganzheitlich agierender, innovativer und moderner Spitzenverband wahrgenommen werden, dann werden wir mit dieser Botschaft gehört.

Die neue Struktur bringt Fachreferent*innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Dabei ist hervorzuheben, dass die teamübergreifende Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung ist. Gefragt ist ganzheitliches und vernetztes Denken und Handeln. Im Team Gesellschaftliche Trends und Innovationen aus Sicht des DRK haben wir diesen Gedanken konsequent umgesetzt. Beispielhaft sei hier jedoch das Themenfeld Wirkungsorientierung genannt, das im Team Finanzen und Wirkungsorientierung angesiedelt ist. Mit diesem Themenfeld soll eine Diskussion in den Verband getragen werden, die bislang erst ansatzweise geführt wird. Wie lassen sich Wirkungen sozialer Leistungen adäquat abbilden? Dazu gibt es mittlerweile unterschiedliche Visionen, Angebote und Konzepte sowie auch einige kritische Stimmen. Wir wollen hier mitreden, aber auch Unterstützung für den Verband bieten. Dafür ist ebenso eine enge Verzahnung mit den Expert*innen für die einzelnen Fachgebiete eine zentrale Voraussetzung. Neue Konzepte, Projekte und Ideen werden quer über die Teams hinweg entwickelt. Und so wollen wir künftig auch in den anderen – neuen und alten – Themenfeldern arbeiten. Dies schließt selbstverständlich das JRK-Team ein, dessen innere Struktur nicht verändert wurde.

Uns ist selbstverständlich bewusst, dass auch künftig ganz spezifische leistungsrechtliche Fragen auftauchen und Gesetzesfolgenabschätzungen nötig sind. Im neuen Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte (HELP) finden Sie Ihre Ansprechpartner*innen für ganz konkrete fachliche Fragen zur Altenhilfe, zur Kinder- und Jugendhilfe, zur Behindertenhilfe und zu den Freiwilligendiensten.

Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten auf allen Ebenen die Gelegenheit nutzen, über die neue Organisationsstruktur zu informieren und dazu ins Gespräch zu kommen. Die Leser*innen des Rotkreuzmagazins finden in der Dezemberausgabe einen etwas längeren Beitrag. Rückmeldungen sind herzlich willkommen.

Ich freue mich auf spannende Diskussionen und auf die weitere Zusammenarbeit im Bereich und im Verband.

Ihr

Dr. Joß Steinke

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege