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Ein Verband - viele Chancen! Inklusion und Teilhabe in der DRK-Wohlfahrtspflege

Foto von Tobias Nowoczyn, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: DRK e.V., Tobias Nowoczyn

Liebe Leserinnen und Leser,

am 16.04.2015 hat das Präsidium des DRK das Positionspapier "Ein Verband - viele Chancen! Inklusion und Teilhabe in der DRK-Wohlfahrtspflege" beschlossen und es beim 80. Deutschen Fürsorgetag vom 16.06.2015 bis 18.06.2015 in Leipzig erstmals öffentlich vorgestellt. Dort haben wir viele zustimmende Rückmeldungen erhalten.

Als Querschnittsthemen betreffen Inklusion und Teilhabe alle Arbeitsfelder der DRK-Wohlfahrtpflege. Wir gehen von einem weiten Inklusionsverständnis aus, das über die Behindertenhilfe hinausgeht. Nach unserem Inklusionsverständnis soll jeder Mensch ein selbstbestimmtes Leben in seinem gewählten gesellschaftlichen Umfeld führen können; nicht der einzelne Mensch muss sich anpassen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Barrieren zu beseitigen, die Menschen ausschließen oder behindern. Jeder Mensch muss darin unterstützt werden, seine Teilhabe wahrnehmen zu können, die nach dem Verständnis des DRK die umfassende Wahrnehmung aller Menschenrechte ist.

Das Positionspapier ist so aufgebaut, dass im Anschluss an eine Einleitung alle relevanten Begriffe und Strategien erklärt werden: Inklusion, Exklusion, Diskriminierung, Separation (Segregation), Integration, Beteiligung und Teilhabe, Partizipation, Interkulturelle Öffnung, Diversity- Ansatz und Diversity (-Management), Vielfalt, Gender Mainstreaming und Disability Mainstreaming. Im dritten Kapitel werden anhand einiger Arbeitsbereiche der DRK-Wohlfahrtspflege, die für Inklusion und Teilhabe von Relevanz sind (Ehrenamtliches Engagement, Bildung von Kindern und Jugendlichen, Zusammenleben in einem inklusiven Sozialraum und Arbeitsleben) exemplarisch und keinesfalls abschließend gesellschaftliche Barrieren und Wege zum Abbau dieser Barrieren beschrieben, um die Leser_innen zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, Barrieren in ihren jeweiligen Gliederungen und Arbeitsfeldern zu analysieren und die entsprechenden Maßnahmen zum Abbau in die Wege zu leiten. Anschließend werden auf übergeordneter Ebene die wichtigsten Handlungsempfehlungen und Ideen für eine inklusivere DRK-Wohlfahrtspflege dargestellt. Außerdem wird exemplarisch gute verbandliche Praxis beschrieben.

Inklusion und Teilhabe sind Prozesse, bei denen wir - ebenso wie die gesamte Gesellschaft - noch am Anfang stehen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und wertvolle Anregungen beim Lesen und möchte Sie einladen, sich mit uns auf diesen Weg zu begeben.

Weitere Informationen:

Tobias Nowoczyn

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege