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Staatsangehörigkeitsgesetz – Neuregelung der Optionspflicht

Foto von Tobias Nowoczyn, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: DRK e.V., Tobias Nowoczyn

Liebe Leserinnen und Leser,

in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern (sofern diese nicht EU-Bürger sind oder bereits eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen) müssen sich nach der bisherigen Gesetzeslage bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres zwischen der deutschen und der Staatsangehörigkeit der Eltern entscheiden. Künftig können sie unter bestimmten Voraussetzungen beide Staatsangehörigkeiten behalten. Der Bundestag hat am 3. Juli den Weg für eine Neuregelung der sogenannten Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsrecht (§ 29 Staatsangehörigkeitsgesetz) freigemacht.

Von der Optionspflicht befreit ist zukünftig, wer als Kind ausländischer Eltern in Deutschland geboren wurde, sich bei Vollendung seines 21. Lebensjahres mindestens acht Jahre in Deutschland aufgehalten, sechs Jahre in Deutschland eine Schule besucht und abgeschlossen oder eine Berufsausbildung absolviert hat.

Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, muss sich auch in Zukunft für eine Staatsangehörigkeit entscheiden, für die deutsche - oder die der Eltern.

Erfahrungen aus DRK-Beratungsstellen machen deutlich, dass viele Betroffene mit einer solchen Entscheidung überfordert sind, weil ein Teil ihrer Identität in Frage gestellt wird und erzwungene Entscheidungen Integration verhindern.

Der Bundesrat wird das Gesetz in seiner nächsten Sitzung am 19.09.14 beraten. Hinweise für die Beratungspraxis stellen wir nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Verfügung.

Unsere Website wird stetig um einiges Interessantes und Aktuelles ergänzt. Sollten Sie Anregungen haben, dann sagen Sie uns das bitte hier.

Dank an Sie für Ihr Interesse!

Ihr

Tobias Nowoczyn

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege