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Unterbringung von Flüchtlingen rasch verbessern

Foto von Tobias Nowoczyn, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: DRK e.V., Tobias Nowoczyn

Liebe Leserinnen und Leser,

in seiner Presseinformation vom 17. September 2014 drängt das DRK darauf, die Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland rasch und im Sinne einer humanen Aufnahme zu verbessern. Dies tut es ganz bewusst - auch und gerade in einer Zeit, in der Landkreise und Kommunen viel zu tun haben, um den damit verbundenen Anforderungen gerecht zu werden. Das DRK hilft bereits jetzt vielerorts mit zahlreichen ehrenamtlich Aktiven und wird dies im Rahmen seiner Rotkreuz-Grundsätze auch weiterhin tun.

Flüchtlinge müssen sich im Aufnahmeland Deutschland vom ersten Tag an willkommen fühlen können. Dazu gehören eine menschenwürdige Unterbringung und eine gelebte Willkommenskultur. Dies mag angesichts drängender organisatorischer Probleme derzeit mancherorts als realitätsfern wahrgenommen werden. Doch gebietet es vor allem der Grundsatz der Menschlichkeit, Flüchtlinge vom ersten Tag ihrer Ankunft in Deutschland an als Menschen zu behandeln.

Wer die Berichterstattung in den Medien verfolgt, wird den Eindruck gewinnen, dass die Krisenherde weltweit eher zu- als abnehmen. Dies zumindest spricht für die Annahme, dass es immer Krisen, denen Menschen entfliehen wollen und müssen, geben wird. Wenn dies so ist, macht es Sinn, sich für geeignete Soforthilfemaßnahmen ebenso einzusetzen wie für eine dauerhafte und belastbare Infrastruktur zur Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland.

So ist aus Sicht des DRK eine Unterbringung in Wohnungen besser als in Gemeinschaftsunterkünften, wo u.a. mangelnde Ausstattung, Überbelegung, Zusammensetzung der BewohnerInnen und Isolierung von der aufnehmenden Bevölkerung immer wieder zu Konflikten führen. Erfahrungen auch aus DRK-Beratungsstellen zeigen, dass Menschen erst dann wirklich in der Gesellschaft ankommen, wenn sie eine eigene Wohnung haben, die sie nach ihren Vorstellungen gestalten können. Auch verläuft die Aufnahme durch die Bevölkerung bei einzelnen / wenigen Flüchtlingen und ihren Familien in der Regel reibungsloser als bei großen Zahlen von Flüchtlingen in Sammelunterkünften.

Geeigneter Wohnraum - vorzugsweise Privatwohnungen - sollte vorgehalten werden. Wo dies nicht in ausreichender Zahl möglich ist, können vorübergehend auch größere Wohnobjekte in der Nähe lokaler Informations-, Bildungs- und anderer Versorgungsangebote (Beratung in Rechtsfragen, medizinische Versorgung, Zugang zu Kinderbetreuung, zu Sprachförderung, Ausbildung und Arbeitsmarkt) in Frage kommen. Einer Unterbringung von Flüchtlingen in Gewerbegebieten und Außenbezirken erteilt das DRK eine klare Absage: die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften darf stets nur kurzfristig erfolgen und muss auch dann menschenwürdigen Standards entsprechen.

Dokumente:

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Dank an Sie für Ihr Interesse!

Ihr

Tobias Nowoczyn

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege