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Koalitionsvereinbarung

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

nun ist er da, der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Wir haben - natürlich aus DRK-Sicht - eine erste Einschätzung vorgenommen, auch wenn die Regierungsbildung noch nicht vollzogen ist.

In der Gesamtschau begrüßen wir vor allem die Vorhaben, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gleichwertigen Lebensverhältnisse in allen Regionen stärken. Mit Blick auf die rasante weltweite kulturelle Veränderung, die wir "Digitalisierung" nennen, vermissen wir jedoch wirksame und konkrete Maßnahmen, die den Anspruch der Koalitionsvereinbarung: "aus technischem sozialen Fortschritt machen", umsetzen.

Viele unserer einzelnen Anliegen werden aufgegriffen - das freut uns natürlich:

So fordern wir als DRK z.B. seit langem einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder, immerhin für Kinder im Grundschulalter soll der nun kommen. Die nun vereinbarte Verankerung ausdrücklicher Kinderrechte im Grundgesetz lässt uns hoffen, dass das Kindeswohl in unserer Gesellschaft mehr Gewicht bekommt. Auch die Unterstützung von Ländern und Kommunen beim Ausbau des Angebots und bei der Steigerung der Qualität von Kinderbetreuungseinrichtungen und dem Angebot an Kindertagespflege ist für uns ein wichtiges Anliegen. Wir wissen aber bereits jetzt, dass die jährlich laufenden Mittel, die der Bund dafür und zur Entlastung von Eltern bei den Gebühren bis hin zur Gebührenfreiheit zur Verfügung stellen wird, nicht reichen werden (2019 0,5 Milliarden, 2020 eine Milliarde, 2021 zwei Milliarden Euro). Deshalb plädieren wir dafür, sich zunächst auf den Ausbau und die Qualität der Kindertagesbetreuung zu fokussieren und die beabsichtigte Gebührenfreiheit später umzusetzen.

Ebenso begrüßen wir die Absicht, "die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in der Alten- und Krankenpflege sofort und spürbar zu verbessern", was insbesondere für den Bereich der Altenpflege dringend erforderlich ist. Die beabsichtige Anzahl von 8.000 neuen Fachkraftstellen ist jedoch bei 13.596 Pflegeeinrichtungen nicht einmal ansatzweise ausreichend. Pro Einrichtung würden etwa nur 0,6 Stellen geschaffen werden können. Die Bedingungen in der Pflege müssen aber schnell verbessert werden. Hier hätten wir ein deutlicheres Signal erwartet.

Wir vermissen ferner die Verankerung der Anschubfinanzierung für die Pflegeschulen, insbesondere für die Altenpflegeschulen. Die Umstellung auf die neue Ausbildung ab 2020 - und die stufenweise Umsetzung der Mindestanforderungen bis 2029 - stellt gerade Letztere vor große Herausforderungen. So sind im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung bereits in den Jahren vor 2020 zusätzliche Ressourcen der Pflegeschulen notwendig. Deshalb werden wir uns in den kommenden Monaten weiter für dieses Anliegen einsetzen.

Aus unserer Sicht sehr positiv sind die angestrebte Stärkung und der Ausbau der Freiwilligendienste. Wir werden uns nach wie vor dafür stark dafür machen, das 2018 auslaufende Sonderprogramm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" in die FSJ- und BFD-Regeldienste zu überführen. Es ist erfreulich, dass das FSJdigital auf den Bundesfreiwilligendienst ausgedehnt werden soll. Hier haben wir mit unserem Modellprojekt FSJdigital in Sachsen-Anhalt wichtige Impulse gesetzt, die wir bereits jetzt bundesweit im FSJ verbreiten.

Die Digitalisierung hat einen hohen Stellenwert für die zu erwartende Bundesregierung. Wir bedauern, dass ein Innovationsprogramm zur Digitalisierung in der Freien Wohlfahrtspflege, das wir in dieser Legislaturperiode als unabdingbar einschätzen, keinen Eingang in die Vereinbarung gefunden hat.

Besonders erfreulich ist, dass die unabhängige und flächendeckende Asylverfahrensberatung Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat. Hierzu hatten wir im letzten Jahr erfolgreich ein Pilotprojekt zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durchgeführt. Die bundesweite Einführung ist für unsere Gliederungen von großer Bedeutung und stärkt die Beratungsstruktur im Verband.

Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen in den nächsten Jahren Politik mitzugestalten. Dazu werden wir das Wissen unseres Verbandes im Kontakt mit den Menschen vor Ort einbringen. Nehmen Sie gern mit uns das Gespräch auf!

Ihr

Soziale Medien verändern unsere Gesellschaft

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser

das Internet und die Sozialen Medien verändern unsere Gesellschaft und damit auch die Wohlfahrtspflege im Deutschen Roten Kreuz. Im Kern geht es darum, sich selbst zu artikulieren und nicht bloß Empfängerin oder Empfänger von Nachrichten zu sein. War dieser „Medien-Prosum“ (eine Mischung aus Medien-Konsum und -Produktion) dereinst vielleicht noch ein Nischenphänomen, ist er mittlerweile im gesellschaftlichen Mainstream angekommen: Rund 31 Millionen Deutsche sind regelmäßig auf Facebook aktiv, 15 Millionen auf Instagram und etwa 12 Millionen auf Twitter.

Die meisten Fachkräfte der DRK-Wohlfahrtspflege – mich eingeschlossen – haben diesen Wandel lange Zeit und mit gebührender Skepsis beobachtet, ohne in den Sozialen Medien selbst aktiv zu werden. Was haben wir schon zu erzählen? Und: Woher sollen wir die Zeit nehmen, auch noch einen Blog, eine Facebook-Seite oder einen Twitter-Kanal zu pflegen? Haben wir nicht schon genug vom täglichen ‚Information Overflow‘?

Ich bin der Überzeugung, dass wir im DRK generell gut daran tun, ansprechbar zu sein, zuzuhören und uns selbst zu artikulieren. Nicht etwa, um große Wellen zu schlagen oder unsere Standpunkte zu denen aller anderen in der Gesellschaft zu machen! Mir geht es vor allem darum, dass die DRK-Wohlfahrtspflege sichtbarer Teil der Gesellschaft ist und bleibt. Und wenn sich diese Gesellschaft nun aber über die Nachbarschaft, das Quartier, die Stadt und das Land hinaus ins Digitale erweitert, müssen wir Wege finden, uns auch hier ansprechbar zu machen und zuhören zu können.

In der DRK-Wohlfahrtspflege haben wir uns 2017 zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Verband auf den Weg gemacht: Wir haben uns für das DRK-Generalsekretariat eine Social Media Policy erarbeitet, die bald veröffentlicht wird, und haben den ersten Cross Media Day auf die Beine gestellt. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen – mich eingeschlossen – haben angefangen zu Twittern und zu erzählen, was wir in der Wohlfahrtspflege vom Deutschen Roten Kreuz eigentlich machen. Und es wirkt! Immer wieder werden wir auf unsere Geschichten, Tweets und Projekte angesprochen – wir stoßen auf offene Ohren und bekommen ehrliches, sehr konstruktives Feedback.

Auf diesem Weg wollen wir weiter gehen! Im Jahr 2018 steht ein großer Relaunch dieser Webseite an, den wir dieses Jahr schon gut vorbereitet haben. Neben Fachinformationen zu den Themen des Bereiches soll es hier dann auch mehr Geschichten und viel gute Praxis aus der DRK-Wohlfahrtspflege geben. Ich lade Sie herzlich ein, mit dabei zu sein. Lassen Sie uns gemeinsam Gesicht im Internet und den Sozialen Medien zeigen. Mehr DRK-Wohlfahrt im Netz, das ist doch ein schöner Vorsatz für das neue Jahr.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr 2018!

Ihr

Bundesweite Fortbildungsreihe FSJdigital

Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege
Foto: Dr. Joß Steinke

Liebe Leserinnen und Leser,

Jugendliche wachsen heute wie selbstverständlich in einer digitalisierten Welt auf und sind mit Smartphone, Tablet und Internet vertraut. Diese Kompetenzen können sie in dem speziellen Freiwilligendienst FSJdigital (Freiwilliges Soziales Jahr digital), der soziales und digitales Engagement verbindet, einbringen. Seit September 2015 führt der DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem DRK-Generalsekretariat das Modellprojekt FSJdigital durch, das vom Bundesfamilienministerium gefördert und von der Deutschen Telekom AG unterstützt wird.

Beim FSJdigital stellen junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren ihr Wissen über neue Medien und ihre technischen Fähigkeiten gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung. Sie unterstützen und helfen in ihren Einsatzstellen, wie z.B. Kindertagesstätten, Schulen oder Senioreneinrichtungen, bei der Umsetzung von digitalen Projekten und vermitteln Medienkompetenz. So werden die "digital natives" mit den digitalen "Neulingen" zusammengebracht und eine generationenübergreifende Brücke gebaut, von der alle Beteiligten profitieren. Die Freiwilligen machen soziale und digitale Erfahrungen und orientieren sich beruflich, die Einrichtungen erweitern ihr Angebot um digitale Inhalte und Projekte und steigern somit ihre Attraktivität, den Klient*innen, wie u.a. Senior*innen, Kindern und Menschen mit Beeinträchtigung, wird eine Tür zur Digitalisierung geöffnet.

Die Freiwilligen bieten zum Beispiel einen Computer- und Internetführerschein an, wobei sie Wissen und Kompetenzen für die Bedienung und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien vermitteln. Beim Digitalen Storytelling werden Geschichten von Freiwilligen oder Klienten mit multimedialer Technik aufbereitet und erzählt. Es umfasst sowohl Geschichten von und für Menschen als auch von sozialen Einrichtungen und ihren Akteuren. Außerdem werden mit Hilfe digitaler Technik und sozialen Medien Menschen mittels niedrigschwelliger Mitmachangebote (Digitale Kampagnen) aktiviert, sich freiwillig für eine "gute Sache" zu engagieren.

Aufgrund der erfolgreichen Erprobung in den ersten beiden Jahrgängen und des überregionalen Interesses liegt der Schwerpunkt im laufenden dritten Jahr auf der bundesweiten Verbreitung. Diese soll durch eine Fortbildungsreihe erreicht werden, die das DRK-Generalsekretariat in Kooperation mit dem DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr 2018 anbietet. Das Fortbildungsangebot richtet sich übergreifend an alle FSJ-Zentralstellen, -Träger und -Einsatzstellen bundesweit, d.h. es ist nicht auf das DRK beschränkt. Ziel ist es, die Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Modellprojekt an interessierte FSJ-Kolleg*innen weiterzugeben. Damit sollen die Teilnehmenden befähigt werden, FSJdigital im Rahmen des "Regel-FSJ" anzubieten.

Die in der Praxis erprobten Erfahrungen wurden aufbereitet und werden von den Kolleg*innen aus Sachsen-Anhalt vorgestellt. Das Angebot richtet sich sowohl an Einsteiger*innen als auch "digitale" Expert*innen. Daher gibt es eine Einführung, die einen Überblick über das FSJdigital bietet, und Vertiefungsseminare, die die einzelnen Projekte vorstellen. Das Angebot ist einzeln und flexibel buchbar, d.h. Interessierte können frei wählen, ob sie nur ein (Einführungs-)Seminar besuchen oder an einem oder mehreren Vertiefungsseminaren teilnehmen.

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie auf der Website www.FSJdigital-Fortbildung.de.

Liebe Leserinnen und Leser, wir würden uns freuen, wenn Sie an dieser attraktiven Fortbildung teilnehmen und damit die Tür zur Digitalisierung im sozialen Bereich weiter öffnen.

Ihr

Dr. Joß Steinke

Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege