Workshop 17

Innovation in der gemeinschaftsübergreifenden Leitungskräfte-Schulung des DRK

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung hat Christoph Müller die Ergebnisse der Online-Befragung von Ehrenamtlichen und Führungs-/Leitungskräften von 2016, durchgeführt von Prof. Dr. Christian Ernst von der Technischen Hochschule Köln, mithile einer Powerpoint Präsentation vorgestellt. Die wesentlichen Erkenntnisse und Einsichten der Studie lassen sich in den folgenden Highlights zusammenfassen:

  • Das persönliche Feedback muss unbedingt gestärkt werden, ebenso die öffentliche Anerkennung.
  • Viele Ehrenamtliche wünschen sich mehr Anerkennung vom Hauptamt. Insgesamt wird die fehlende Anerkennung von Helfer/innen bemängelt.
  • Viele ehrenamtliche Helfer/innen und Führungs-/Leitungskräfte artikulieren ungenutzte Potenziale und Kompetenzen. Das „Onboarding“ ist auch in dieser Hinsicht zu stärken.
  • Verbesserungsbedarf: Anerkennungskultur entwickeln, Entbürokratisierung und Verringerung der Regelungsdichte, Ausbildungen „entschlacken“ und effizienter gestalten, Kritik- und Konfliktmanagement verbessern („Menschlichkeit auch nach innen stärken“), Lobbyarbeit gegenüber Arbeitgebern, Denken über Gemeinschaften hinaus, Gemeinschaftsübergreifende Personalplanung und Ausbildung
  • Zahlreiche Befragte berichten von massiven Konflikten bis hin zu Mobbingfällen. Konflikte HA /EA, Spannungen zwischen Vorständen und Bereitschaften, Psychische und physische Gesundheitsrisiken, Belastungsgrenzen, Suchtverhalten
  • Trainingsbedarf: Konfliktmanagement und Teambuilding, Interkulturelle Kompetenz, Umgang mit neuen Medien, Deeskalation und terroristische Bedrohungslagen, moderne Didaktik, Coaching, Mediation, PR und Marketing
  • Anforderungen an Dozenten: Didaktische Reduktion der Inhalte beherrschen, positive Verbandsidentität vorleben, Coaching- Kompetenzen entwickeln.

Danach haben parallel vier Kleingruppen Fragestellungen bearbeitet, die sich aus der Studie ableiten lassen. Dabei wurden die folgenden Ergebnisse sichtbar:

Kleingruppe 1:
Welche Softskills brauchen ehrenamtliche Leitungskräfte und wie werden sie in den KV und in DRK Einrichtungen in der Praxis gefördert?

  • Konflikt und Kommunikationsfähigkeit, Identifikation mit dem Verband
  • Empathie, Wertschätzung, Zuhören, Respekt, Selbstreflexion und Flexibilität,
  • Projekt- und Zeitmanagement, analytische Fähigkeiten und Steuerungsfähigkeit

Kleingruppe 2:
Wie kann die Kritik- und Konfliktkultur in der Leitung von DRK- Gemeinschaften und in den Arbeitsteams thematisiert werden?

  • Klima der Offenheit fördern, Mobbing offensiv ansprechen und damit aus dem Schatten der Verschwiegenheit heraus holen
  • Offene Konflikt- und Kritikkultur beginnt immer bei mir selbst, entsprechendes Rüstzeug muss vermittelt werden

Kleingruppe 3:
Wie erleben Leitungskräfte die Anerkennung und Wertschätzung im DRK? Wie kann sie gestärkt werden?

  • Die Dankeskultur muss in der Strategie verankert werden
  • Auch unkonventionelle Formen der Anerkennung wagen: z.B. einen Segeltörn für Ehrenamtliche
  • Die berufliche Qualifizierung der Ehrenamtlichen kennen und Zugang zu nützlichen Zertifikaten eröffnen

Kleingruppe 4:
Wie kann Personalentwicklung durch haupt- und ehrenamtliche Leitung die Arbeitszufriedenheit im DRK optimieren?

  • Bestehende Führungsleitlinien und Führungskultur einhalten
  • Transparenz und Zuverlässigkeit ist wichtig, muss auch per Evaluation nachweisbar sein
  • Begegnung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen auf Augenhöhe ist wichtig

Zum Abschluss formulierten die Anwesenden folgendes Fazit:

  • Anerkennung und Wertschätzung ist von zentraler Bedeutung
  • Leiten bitte mit Softskills
  • Haupt- und Ehrenamtliche sollten gemeinsam leiten
  • Unbedingt gemeinschaftsübergreifend agieren
  • Personalentwicklung ist ein fortlaufender Prozess
  • Ehrenamtliches Engagement braucht stabile und verlässliche Begleitung