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Workshop 14

Curriculum für Mitarbeitende in DRK-Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende

Infoshop 14

Einführung zum Curriculum

Zum Einstieg in den Workshop wurde zunächst zusammenfassend erläutert, auf welchen Überlegungen das Curriculum beruht. Im Rahmen der stark gestiegenen Flüchtlingszahlen haben viele Gliederungen die Verantwortung für die Unterbringung von Asylsuchenden übernommen.

2015 war das DRK u. a. Träger von mehr als 490 Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete. 25.000 Menschen waren 2015 ehren- oder hauptamtlich für das DRK in der Flüchtlingsarbeit tätig. Dabei bringt gerade die Arbeit in einer Aufnahmeeinrichtung eine Reihe von Herausforderungen mit sich.

Damit sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche gut für diese Herausforderung gewappnet sind bedarf es nicht nur einer guten Betreuung, sondern auch entsprechende Qualifizierungsangebote.
Die Nachfrage an qualifizierten Referent*innen übersteigt jedoch bei weitem das Angebot, so dass die Gliederungen darauf angewiesen sind, wo möglich die Qualifizierungen selbst durchzuführen. Das Generalsekretariat ist bestrebt, die DRK-Gliederungen dabei zu unterstützen. Ziel ist es, zu Themengebieten, die in Rücksprache mit den Landesreferent*innen als relevant ausgewählt wurden, ein ausgearbeitetes Schulungskonzept inklusive Schulungsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Diese Konzepte und Materialien können über eine Online-Plattform durch die Konzepte und Materialien, die in den Gliederungen selbst erarbeitet werden, ergänzt und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Im Rahmen des Curriculums werden unter anderem die folgenden Module entwickelt: 

  • Konfliktlösung
  • Kommunikation
  • Diversität und Diskriminierung
  • Diversität und Perspektivwechsel - Flucht sowie Empowerment von Geflüchteten

Mit dem Landesverband Brandenburg wurde ein Teil der Module bereits im Rahmen einer einwöchigen Multiplikatoren-Schulung getestet. Unter anderem wurde das Modul Planspiel „Willkommen in Welzhausen?!“ umgesetzt, welches im Rahmen dieses Workshops gemeinsam mit den Teilnehmern durchgeführt wurde. 

Planspiel „Willkommen in Welzhausen?!“

Den Teilnehmenden wurde dazu ein fiktives Szenario im ebenfalls fiktiven Ort Welzhausen beschrieben:
In dem Ort fand ein Fest mit Geflüchteten statt, wogegen ein Teil der Bevölkerung lautstark und letztlich mit Gewalt demonstrierte.
Zur Klärung der Vorfälle lädt der Bürgermeister Vertreter der Polizei, Parteien, Sportvereine, Kirchen, Geflüchteten und Migrant*innen ein. Jedem der Planspielteilnehmenden wurde per Los eine Rolle als einer der Vertreter*innen zugewiesen. Als Hintergrundinformation wurde ihnen auch die Motivation und der Kenntnisstand ihrer Rolle mitgeteilt.

Ein Teilnehmender bekam die Rolle des Bürgermeisters und damit die Aufgabe, die Diskussion zu leiten. Die Teilnehmenden haben in ihren Rollen sehr engagiert 45 Minuten lang über den Vorfall diskutiert. Im Anschluss an die Diskussion fand eine kurze Auswertungsrunde statt.  Die Diskussion wurde von den Teilnehmenden als realitätsnah wahrgenommen. Die mit Vehemenz vorgetragenen Vorbehalte gegenüber Geflüchteten haben in der Wahrnehmung der Teilnehmenden einen überproportional großen Teil der Diskussion ausgemacht. Es wurde ein Bedarf an Argumentationsstrategien festgestellt, um dem konstruktiv entgegentreten zu können. Es wurde auch in Frage gestellt, ob nicht bereits der Gesprächsrahmen einem konstruktiven Austausch entgegenstand.

Letztlich wurde diskutiert, ob die Diskussion nicht am eigentlichen Thema vorbei geführt wurde. Es entstand der Eindruck, dass der Vorfall instrumentalisiert wurde, um bereits bestehende Positionen zu untermauern. Besonders sichtbar wurde dies daran, dass der fiktive Vertreter der Geflüchteten Probleme hatte mit seinen Anliegen wahrgenommen zu werden.

Es wurde übereinstimmend festgestellt, dass es schwer fällt, nicht reflexhaft in altbekannte Diskussionen zurückzufallen, sondern den konkreten Vorfall unter Berücksichtigung der individuell Beteiligten zu betrachten.