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Ein Blick über den Tellerrand – Das weite Inklusionsverständnis in der Wirtschaft

Helmut Drummen, Personalleiter der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH
Helmut Drummen, Personalleiter der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH

Im Workshop berichtete Herr Helmut Drummen, Personalleiter der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH, darüber, wie in seinem Unternehmen eine inklusive Personalpolitik umgesetzt wird, die einerseits den steigenden Personalbedarf deckt und andererseits langfristig zufriedene Mitarbeiter*innen gewinnt.

Das Gesundheitszentrum beschäftigt etwa 900 Mitarbeitende, von denen 400 in der Pflege tätig sind. Der Altersdurchschnitt liegt unter 40 Jahren. Dennoch ist Herr Drummen der Ansicht, dass ältere Mitarbeiter*innen ein Thema der Zukunft in der Arbeitswelt seien. Dies begründeter er einerseits mit dem Wunsch vieler Mitarbeitenden nach einer Beschäftigung über das Renteneintrittsalter hinaus (unter guten Bedingungen), andererseits mit der Notwendigkeit des Unternehmens aufgrund bestehenden Nachwuchsmangels. Sie hätten hier gute Erfahrungen gemacht, da ältere Kolleg*innen, insbesondere in Krisensituationen resilienter seien. Solidarität und Unterstützung mit älteren, ggfs. leistungsgeminderten Kolleg*innen wirke sich positiv auf das ganze Team aus. Deshalb lohne sich Inklusion.

Dem  Unternehmen wurde 2012 die Auszeichnung  „Great place to work“ als bester Arbeitgeber im Gesundheitswesen verliehen. Ein „Great Place to work“ ist ein Arbeitsplatz, an dem man als Mitarbeiter denen vertraut, für die man arbeitet, stolz auf das ist, was man tut und Freude an der Zusammenarbeit mit den anderen hat.

Schwerpunkte des Vortrags von Herrn Drummen waren die Inklusion älterer Mitarbeiter*innen und die Vorstellung des Lebenszeitarbeitskontos.

Die Inanspruchnahme des Lebenszeitarbeitskontos beträgt wie im Bundesdurchschnitt etwa 3 %. Dass man sich mit den Bedürfnissen der Mitarbeitenden auseinandersetze und Flexibilität ermögliche, sei wichtiger als die tatsächliche Inanspruchnahme.

Besonders wichtig sind nach Auffassung von Herrn Drummen Wertschätzung, Vertrauen (durch Glaubwürdigkeit, Respekt und Fairness) und transparente Kommunikation im Unternehmen, die aufwendig seien, sich aber auszahlen würden. Hier sei die Führung gefragt. So sei insbesondere die Kommunikation ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen erfolglosen und erfolgreichen Arbeitgebern.

In einer Diskussion wurden die Teilnehmenden danach gefragt, ob sie planmäßig die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden erheben, welche Hindernisse ihnen bei der Gewinnung qualifizierten Personals begegnen und wie sie diese ausräumen bzw. welche Ideen sie haben.

Als zentralen Satz erarbeiteten die Teilnehmenden die These: 
Wir sind faire Partner. Wir sehen Ihre Ressourcen und nutzen sie gemeinsam.