Infoshop 16

Die „neuen Ehrenamtlichen“ in der Flüchtlingshilfe – Herausforderung und Chance!

Sabine Ridder, DRK-Kreisverband Zittau

Im Rahmen der Flüchtlingshilfe sind viele neue Ehrenamtliche zum DRK gekommen und wollen sich engagieren. Verschiedene Beweggründe haben dabei eine Rolle gespielt, zum Beispiel eine Unterkunft, die in der Nähe eröffnen sollte, eigene Erfahrungen im Ausland oder auch das Ankommen in einer neuen Stadt nach einem Umzug im Inland und damit verbunden der Wunsch die Hilfe, die man erfahren hat, weiterzugeben. Andere haben die Bilder der ankommenden Geflüchteten gesehen und einfach den Wunsch verspürt – da möchte ich helfen.

Die meisten dieser Menschen waren vorher nicht in die Strukturen des DRK eingebunden und damit haben sich neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen ergeben. Zentrale Frage dieses Infoshops war die Einbindung neuer Helfer*innen in die Struktur des DRK – in wie weit muss diese erfolgen und wenn gewünscht, wie kann sie funktionieren. Aber auch die Diskussion von Möglichkeiten, wie Menschen sich engagieren können ohne Mitglied zu werden und welche Schulungen und Informationen dennoch notwendig sind.

Ehrenamtliches Engagement braucht Unterstützung und Struktur durch das Hauptamt

Eva Adams, Projektreferentin im DRK-Generalsekretariat

Das Projekt „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung der ehrenamtlichen Unterstützung von Flüchtlingen", das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, gefördert wird, zeigt beispielhaft wie interessierte Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe geschult und eingesetzt werden um die Geflüchteten in der neuen Situation zu unterstützen und ihnen bei der Integration zu helfen.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 34 hauptamtliche Stellen geschaffen, die Schulungen und Angebote initiiert von denen 740 weitere Hauptamtliche, 6.500 Ehrenamtliche und 30.000 Geflüchtete profitiert haben. Diese Struktur ist insbesondere für die neuen Ehrenamtlichen sehr wichtig, da sie so in das DRK allgemein und ihre ehrenamtliche Tätigkeit eingeführt werden und bei den ersten Schritten begleitet werden.

Zwei Kreisverbände, die an dem Projekt beteiligt sind berichten von ihren Erfahrungen:

Sabine Ridder, DRK-Kreisverband Zittau: Die Geflüchteten sind mittendrin statt nur dabei“

Der Kreisverband Zittau in Sachsen berichtet von ihrem inklusiven Ansatz die Geflüchteten in die Gemeinschaften zu integrieren und es so zu ermöglichen, dass die Geflüchteten sich gemäß ihrer Interessen und Stärken einbringen und fortbilden können. Das Projekt hat sehr großen Erfolg, da die Geflüchteten das Gefühl haben, dass sie gebraucht werden und sich einbringen konnten. Die Helfer*innen, die schon länger im DRK aktiv sind, haben das Gefühl nicht eine weitere Aufgabe zu bekommen, sondern Unterstützung zu erhalten und auch von den Spenden und Strukturen des neuen Bereiches Flüchtlingshilfe zu profitieren. So war es in dem Bereich möglich Vorurteile abzubauen und Freundschaften aufzubauen während der Katastrophenschutz des DRKs Verstärkung erhalten hat.

Vivien Bezold, DRK-Kreisverband Nürnberg-Stadt: „Alle Beteiligten benötigen klare Aussagen, an die sich dann alle halten“

Der Kreisverband Nürnberg-Stadt hat die Betreuung der Geflüchteten in allen Einrichtungen der Stadt übernommen. Im Rahmen dieser Tätigkeit arbeiten die Mitarbeiter*innen des DRK auch sehr eng mit den Helferkreisen vor Ort zusammen und befürworten deren Gründung. Allerdings sind diese Helferkreise im Stadtteil aktiv und die Ehrenamtlichen, die in die Einrichtungen gehen, müssen zumindest als „ungebundene Helfer“ im DRK angesiedelt sein und bestimmte Bedingungen erfüllen, wie zum Beispiel eine Erklärung zum Datenschutz unterzeichnet haben und ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt haben. Vor Ort haben alle Beteiligten diese klaren Aussagen zu schätzen gewusst und sich daran gehalten.

Bei Interesse oder Fragen zu dem Thema, wenden Sie sich gerne an

Eva Adams
E-mail: e.adams[at]drk[dot]de
Tel.: 030/85404563